RATHAUSUMBAU

Breitbrunner Amt sucht Unterschlupf beim Nachbarn

Im Gollenshausener Gemeindehaus werden 16 Mitarbeiter der Breitbrunner Verwaltung während der Umbauphase des Breitbrunner Rathauses voraussichtlich ab Herbst befristet „Unterschlupf finden“.
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Im Gollenshausener Gemeindehaus werden 16 Mitarbeiter der Breitbrunner Verwaltung während der Umbauphase des Breitbrunner Rathauses voraussichtlich ab Herbst befristet „Unterschlupf finden“.
  • vonKarl Wastl
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16 Mitarbeiter der Breitbrunner Verwaltung müssen vorübergehend umziehen. Für die Zuständigen bedeutet das jede Menge Arbeit, schließlich braucht jeder einen anständigen Arbeitsplatz auf Zeit.

Breitbrunn – In der aktuellen Sitzung informierte Bürgermeister Bernhard Hainz (Freie Wähler) den Gemeinderat über den Sachstand zur befristeten Nutzung der Räume des Gollenshausener Gemeindehauses durch die Verwaltungsgemeinschaft. Zwei dafür zusätzlich benötigte Container bedürfen im Rahmen der Ortsgestaltungssatzung einer separaten Genehmigung, wofür das Gremium seine Zustimmung erteilte.

Wie berichtet, soll das Breitbrunner Rathaus zeitnah umgebaut werden. Für die aufwendige Maßnahme – das Gebäude wird teilweise entkernt – „suchen 16 Mitarbeiter befristet Unterschlupf“, wobei ihnen die Nachbarkommune Gollenshausen mit Räumen entgegen kommt.

Gemeindehaus soll geschont werden

Bevor eine praktikable Nutzung möglich ist, müssen die vorhandenen Baulichkeiten entsprechend vorbereitet werden. Aktuell laufen Ausschreibungen für Trockenbau sowie verschiedene weitere Gewerke, informierte Bauamtsleiter Hans-Joachim Kaiser.

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Auch war sich der Gstadter Rat in seiner Sitzung einig, dass ein „Wertsicherungsprotokoll“ in Form einer Fotodokumentation den Ist-Zustand aufzeigen solle. Zudem werde ein formeller Vertrag das befristete Mietverhältnis regeln, so ein weiteres Anliegen des Plenums.

Da die Gemeinden Breitbrunn, Gstadt und Chiemsee im Breitbrunner Rathaus Miete zahlen, wird die Verwaltung während der Verweildauer in Gollenshausen ebenfalls einen Obolus bezahlen müssen, so Geschäftsführer Thomas Wagner in seiner Funktion als Kämmerer.

Mitarbeiter parken beim Chiemseewirt

Die Trennwände für Büros sollen schonend verbaut werden, um Holzbeläge und Pflasterböden nicht zu gefährden. Neben den Fachfirmen sollen zur Kostenreduzierung auch die Bauhöfe mit Hand anlegen. Die über drei Etagen verteilten Arbeitsplätze der Breitbrunner seien zwar knapp bemessen, aber als Übergangslösung wäre es „ganz passabel“, so das Gemeindeoberhaupt Bernhard Hainz.

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Die vorhandene Einrichtung aus Breitbrunn könne zum größten Teil während der Zeit in Gollenshausen verwendet werden, der Rest würde in einem beheizten Raum im Feuerwehrhaus zwischengelagert. Vor dem Gebäude sollen nördlich zwei Container für Registratur und Archiv aufgestellt werden. Da sie Eigentum der Verwaltungsgemeinschaft sind, ist eine Nutzung kostenfrei.

Weil es sich bei den Containern nur bedingt um ein „fliegendes“ Bauwerk handle, müssen diese wegen ihres Flachdachs und einer bestehenden Orts-Gestaltungssatzung (die nur Satteldächer zulässt) freigestellt werden. Parkmöglichkeiten für die Mitarbeiter der Verwaltung und deren Besucher bietet ein Areal beim „Chiemseewirt“.

Nach Aussage von Kämmerer Wagner können die Kosten für den Umzug noch nicht exakt definiert werden, da die Ausschreibungen noch laufen. Einen Termin für den Umzug gebe es ebenfalls noch nicht, so Bauamtsleiter Kaiser, „da erst in den kommenden Tagen mit den Architekten die Marschroute für den Umbau und ein möglicher Zeitrahmen fixiert werde“.

Wo bleibt die Bücherei?

Es könne aber davon ausgegangen werden, dass im Herbst voraussichtlich nach Gollenshausen umgezogen, im Jahr 2022 in Breitbrunn umgebaut und gegebenenfalls 2023 das fertige Rathaus wieder bezogen werde.

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Noch in der Schwebe sind die Unterbringungsmöglichkeiten für Tourist-Info und Bücherei, wobei für Letztere bereits eine noch nicht näher zu beschreibende Option bestünde, erklärt Wagner auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

Der Gemeinderat beschloss einhellig die Aufstellung der benötigten Archiv-Container und deren Freistellung von der Orts-Gestaltungssatzung.

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