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Nachfolger steht fest

Breitbrunner Männergesangsverein: Wast Reiter gibt nach 31 Jahren den Taktstock ab

Sänger-Vorstand Helmut Meidert (links) und der bisherige Dirigent Wastl Reiter (rechts) den künftigen Hans Hainz in ihre Mitte aufgenommen.
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Sänger-Vorstand Helmut Meidert (links) und der bisherige Dirigent Wastl Reiter (rechts) haben den künftigen Dirigenten Hans Hainz in ihre Mitte aufgenommen.
  • VonKarl Wastl
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Seit 31 Jahren ist Wast Reiter der Dirigent des Männergesangsvereins Breitbrunn. Doch heuer ist Schluss: Reiter wird den Dirigentenstab an den Nagel hängen. Ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Breitbrunn – Eine Nachfolge zu finden, gestaltete sich anfangs schwierig, sollte es doch „ein geeigneter und kompetenter Sympathieträger aus dem räumlichen Umfeld werden, der Gesang und Geselligkeit miteinander verbinden könne“, sagt Reiter im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

„Totengräber eines Vereins“

Ein Blick in die Annalen zeigt, dass sich dieses Prozedere schon 1990 schwierig gestaltete. Reiters Vorgänger wollte nach 25 Jahren definitiv seinen Hut nicht mehr in den Ring werfen. „Er wolle nicht der Totengräber eines Vereins mit einer überalterten Sängertruppe sein“ – mit diesen Worten lehnte Reiter zufolge ein damals vorgeschlagener Aspirant ab.

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Im Verlauf eines Vereinsausflugs übernahm der junge Musikant Wast Reiter für die Aufführung von Annette Thomas „Bauernmesse“ ersatzweise den Dirigentenstab. Mit Folgen für alle Beteiligten: Reiter bekam vom damaligen Vorstand ein Ultimatum, entweder folge die Vereinsauflösung oder er übernehme als provisorischer Dirigent. So sah er sich erst einmal als „Notnagel“. Ein Notnagel, der er bis heute geblieben sei, sagt Reiter grinsend.

Gegenwind zu Beginn

Habe es in der ersten Zeit noch sehr viel Gegenwind von den alten Hasen gegeben, so habe sich das im Laufe der Zeit gelegt, erzählt Reiter. Ein früherer Bass-Sänger habe ihm sogar gesagt: „Das kannst Du jetzt schon ein paar Mal machen, aber auf Dauer brauchen wir da schon eine Respektsperson. Einen Lehrer oder so.“ Obwohl die Messlatte gefühlt sehr hoch lag, machte sich der noch junge Sänger engagiert an seine neue Aufgabe. Sein erstes Basiswissen bekam Wast vom Kärntner Musikprofessor für Chorgesang, Sepp Ortner, erzählt er. Zusätzliche Inspirationen habe er aus dem Gesang der Kärntner Chöre gezogen, zwei Jahre lang tauschten sie Tipps aus. Den Rest habe sich der Autodidakt aus Fachbüchern gezogen. Und durch viel Üben, sagt Reiter.

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Eine Sängerschar zu motivieren war und ist schwieriger als das Dirigieren selbst, so die frühe Erkenntnis von Reiter. „Die Akzeptanz als Junger gegenüber altgedienten Sängern musste auch erst mal verdient werden“, bilanziert der scheidende Dirigent. Hinschmeißen habe er aber nie wollen. Ihm sei es immer darum gegangen, dass am Ende mehr sein solle als zu Beginn.

In der Rückbetrachtung sei seines Erachtens aus dem herkömmlichen schlichten Männergesang ein mittlerweile wohlklingender Chorgesang geworden. Auch die musikalische Leistung des einzelnen Sängers sei im Laufe der Zeit um ein Vielfaches gesteigert worden, Trainingseinheiten mit einem Helden-Tenor gehörten genau so dazu wie Sonderproben vor wichtigen Auftritten. Aus ursprünglich 16 seien in der Spitze 33 Protagonisten geworden, von denen jeder – nach persönlicher Qualifikation – sein Bestes gibt. Zum Deutschen Volksliedgut seien modernere Rhythmen gekommen und auch ungewöhnliche Auftrittsorte bis zur Tropfsteinhöhle.

Geselligkeit und nicht nur Gesang

Wichtig sei Reiter die Geselligkeit nach den Übungsstunden oder während der Vereinsausflüge gewesen. Respekt zolle er auch den Vorständen, von denen sich Keiner je in seine Arbeit eingemischt hat.

Seine Frau Franziska sei stets hinter seinem zeitaufwendigen Hobby gestanden und habe ihn des Öfteren an seine Probentermine erinnert. Dafür lobt ihn seine Frau: „Er war engagiert und ehrgeizig und machte seine Arbeit – fast – immer gerne.“

Helmut Meidert, Vorstand des Männergesangsvereins, ist froh, dass nun ein adäquater Nachfolger mit Hans Hainz gefunden werden konnte. Sein erster Eindruck vom künftigen Taktgeber sei durchweg positiv. Er freue sich auf neue Impulse und eine fruchtbare Zusammenarbeit.

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