Breitbrunn dreht an der Gebührenschraube

Die Entwicklung der Grund- und Verbrauchsgebühren in der Gemeinde Breitbrunn.Wastl
+
Die Entwicklung der Grund- und Verbrauchsgebühren in der Gemeinde Breitbrunn.Wastl

Trinkwasser wird in Breitbrunn ab Januar billiger. Der Gemeinderat hat Frischwasser und Abwasser neu kalkuliert.

Von Karl Wastl

Breitbrunn – Trinkwasser wird billiger, Abwasser teuerer: Darauf hat sich der Gemeinderat Breitbrunn in seiner jüngsten Sitzung in der Chiemseehalle geeinigt und einstimmig die entsprechenden Satzungen verabschiedet. Die Gebühr je Kubikmeter Trinkwasser wird ab Januar auf 0,97 Euro reduziert, für die Einleitung von Abwasser ins gemeindliche Kanalnetz sind ab gleichem Stichtag künftig pro Kubikmeter 1,75 Euro fällig.

Das sind die Ergebnisse aus der Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die Kämmerer Thomas Wagner den Gemeinderatsmitgliedern ausführlich vorstellte.

Geringere Kostendeckung

Um die Wasserversorgungseinrichtungen der Gemeinde nach den Vorgaben des kommunalen Abgabengesetzes und der Gemeindeordnung kostendeckend betreiben zu können, waren die Gebührenanpassungen notwendig, betonte Bürgermeister Anton Baumgartner (Parteifreie/ÜWG) in der Sitzung.

Aus derzeitiger Sicht könne davon ausgegangen werden, dass in den kommenden Jahren mit einer geringeren Kostendeckung zu rechnen sei, so Wagner.

Außerdem ergäbe eine Nachkalkulation der Jahre 2016 mit 2019 einen Überschuss. Somit könne die Gebühr für Trinkwasser je Kubikmeter ab 2021 um 13 Prozent von 1,11 (seit 2013) auf 0,97 Euro gesenkt werden, bei gleichbleibender Grundgebühr sowie Geschoss- und Grundstücksflächenbeitrag.

Bei der Abwasserbeseitigung muss der Verbraucher künftig mit 17 Prozent Mehrkosten kalkulieren. Derzeit wird laut Kämmerer von einer Kostenunterdeckung ausgegangen. Deshalb müsse die Gebühr von 1,50 auf 1,75 Euro je Kubikmeter angehoben werden. Wagner: „Auch hier bleiben die Grundgebühr sowie der Geschoss- und Grundstücksflächenbeitrag unangetastet.“

Der Kämmerer führte Berechnungsbeispiele an: Musste eine vierköpfige Familie bei 160 Kubikmeter bisher eine Grundgebühr von 96 Euro und 177,60 Euro für den Wasserverbrauch ausgeben, kann sie künftig zu der gleichbleibenden Grundgebühr mit nur noch 155,20 Euro rechnen. Sie spart sich somit 22,40 Euro (1,87 monatlich).

Bei der Einleitungsgebühr sieht es etwas anders aus. Hier musste die gleiche Familie bisher zur Grundgebühr von 112 Euro bei gleichem Verbrauch 240 Euro für die Einleitung zahlen. Künftig erhöht sich die Verbrauchsgebühr auf 280 Euro, womit unterm Stich eine Mehrbelastung von 40 Euro (3,33 monatlich) zu Buche stehen wird.

Satzungen einstimmig verabschiedet

Nach ausführlicher Vorstellung stimmte der Breitbrunner Gemeinderat einhellig für die zweite Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabe und der dritten Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerung in der vorliegenden Form.

Die Änderungen der Satzungen treten ab 1. Januar 2021 in Kraft.

Die Technik des Breitbrunner Wasserwerks ist in die Jahre gekommen. Schrittweise soll sie verbessert und erneuert werden, sagt Mitarbeiter Herrmann Ganterer.

Kommentare