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Brasilienhilfe Grabenstätt appelliert: „Diese Spenden sind überlebenswichtig“

Auch Musikunterricht gehört dazu: Im „Zentrum der Hoffnung“ werden arme Kinder und Jugendliche halbtags in diversen Kursen auf das spätere Berufsleben vorbereitet und zudem mit Essen versorgt.
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Auch Musikunterricht gehört dazu: Im „Zentrum der Hoffnung“ werden arme Kinder und Jugendliche halbtags in diversen Kursen auf das spätere Berufsleben vorbereitet und zudem mit Essen versorgt.
  • vonMarkus Müller
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Brasilienhilfe Grabenstätt appelliert an Spendenbereitschaft: „Das Zentrum der Hoffnung braucht dringend Hilfe.“ Der Verein unterstützt seit vielen Jahren das „Centro Esperança“ in Tapauá im brasilianischen Amazonas-Gebiet. Hier werden werden arme Kinder und Jugendliche geschult und mit Essen versorgt.

Grabenstätt – „Dass wir auf unabsehbare Zeit nicht zu einer Mitgliederversammlung einladen können, ist das kleinere Übel, verglichen mit dem, wie die Corona-Pandemie unsere Freunde im Amazonasgebiet trifft. Da geht es nicht um verschobene Versammlungen, sondern ums nackte Überleben.“ Deutliche Worte finden die Vorsitzende der „Partnerschaftlichen Brasilienhilfe Grabenstätt“, Ursula Erl, Stellvertreter Job Wülfing und dessen Frau und Mitbegründerin der Brasilienhilfe, Betty Wülfing im aktuellen Mitteilungsblatt an die Mitglieder und Unterstützer.

Seit vielen Jahren unterstützt der Verein erfolgreich das „Centro Esperança“ in Tapauá im brasilianischen Amazonas-Gebiet. In diesem „Zentrum der Hoffnung“ werden arme Kinder und Jugendliche halbtags in diversen Kursen auf das spätere Berufsleben vorbereitet und zudem mit Essen versorgt. Wegen der Corona-Pandemie hat die Einrichtung aber bereits seit März 2020 geschlossen.

In Kursen vorbereitet aufs Berufsleben

Bis heute hätten die halbtags betreuten, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Kinder und Jugendlichen das Zentrum nicht mehr besuchen können, heißt es weiter. „In Manaus und im ganzen Bundesstaat Amazonas ist die Situation sehr kritisch. Im Landesinnern, wie zum Beispiel in Tapauá und Lábrea, ist sie noch schlimmer“, so Wülfing. Obwohl die Einrichtung in Tapauá geschlossen ist, laufen die Kosten aber weiter, berichten die Vorstandsmitglieder. Um sie zu senken, hätten eigentlich die Lehrer entlassen werden müssen – was aber nicht erfolgt sei. Denn dadurch wären sie völlig mittellos geworden und hätten ihre Familien nicht mehr versorgen können.

Viele kinderreiche Familien leben in extremer Armut

Obwohl das Zentrum der Hoffnung geschlossen ist, bringen die Mitarbeiter laut Bericht den Familien der Kinder Pakete mit Lebensmitteln nach Hause. Normalerweise essen die Kinder in der Einrichtung, nun müssen sich die Familien aber selbst helfen.

Das Problem: 47 kinderreiche Familien, deren Kinder im Centro angemeldet sind, leben in extremer Armut. Diese Armut betrifft rund 80 Prozent aller Familien in Tapauá. Die meisten Familien haben kein festes Einkommen. Viele arbeiten als Gelegenheitsarbeiter und Tagelöhner, verkaufen auf der Straße zum Beispiel Brotzeiten oder Handarbeiten. „Durch den Lockdown leben die Menschen isoliert und in sehr prekären Verhältnissen. Viele haben Zuflucht bei ihren Verwandten entlang des Flussufers gesucht. Hier gibt es zumindest täglich frischen Fisch zu essen“, so Wülfing weiter.

Erneuter Hilferuf Anfang September

Anfang September sei erneut ein Hilferuf von dem für das Zentrum verantwortlichen Priester Frei Luis Antônio eingegangen, da von der Regierung keine Hilfe zu erwarten sei. „Angesichts der großen Not haben wir im Oktober 5000 Euro überwiesen, doch bis das Geld seinen Weg über Spanien und Lábrea nach Tapauá findet, dauert es“, so Wülfing. Am 10. November seien nochmals 5000 Euro überwiesen worden.

Die Sternsinger-Aktion, die heuer nur virtuell über die Bühne geht (wir berichteten), deckt in der Regel rund 20 Prozent der jährlichen Gesamtkosten des seit 1998 bestehenden Centros Esperança in Tapauá ab. In Grabenstätt wurden im Vorjahr rund 8000 Euro gesammelt, in Erlstätt knapp 4600 Euro und in Grünwald 3600 Euro. „Diese Spenden sind überlebenswichtig, noch dazu, da aus Spanien nicht mehr so viel Hilfe kommen kann und die brasilianische Regierung immer unzuverlässiger wird. Die Armen haben eben keine Lobby“, so Vorsitzende Erl.

Von Hilfsbereitschaft aus Deutschland überwältigt

Sie hoffe auf den Erfolg der laufenden Sternsinger-Aktion, für die in den vier Pfarrgemeinden des Pfarrverbandes Hl. Franz von Assisi Bergen, Erlstätt, Grabenstätt, Vachendorf (siehe Homepage mit Kontoverbindungen) für das Centro gespendet werden kann.

Frei Luis Antônio zeigt sich von der Hilfsbereitschaft überwältigt. Er schreibt: „Danke für die Hilfe aus dem fernen Deutschland. Eine brüderliche, ehrliche und dankbare Umarmung.“

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