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Brandschutz mit Augenmaß

Gegenüber der ursprünglichen Planung mussten im Neubau der Fürstätter Schule die Brandschutzmaßnahmen erweitert werden. "Besser nachbessern als zu viel einplanen", dieses Vorgehen hält man im Bauamt für sinnvoll.  Foto : Schlecker
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Gegenüber der ursprünglichen Planung mussten im Neubau der Fürstätter Schule die Brandschutzmaßnahmen erweitert werden. "Besser nachbessern als zu viel einplanen", dieses Vorgehen hält man im Bauamt für sinnvoll. Foto : Schlecker

Eisstadion, Schulen, Kindergärten, Kultur- und Kongresszentrum: Für öffentliche Gebäude verlangt die Bayerische Bauordnung seit der Neufassung im Jahr 2008 einen noch besseren Brandschutz. Die Stadt Rosenheim muss wie andere Kommunen dabei einen schwierigen Spagat schaffen - Menschen schützen, aber die

Rosenheim - Ob die Schutzmaßnahmen genau richtig sind, übertrieben oder doch nicht ausreichend - idealerweise bleiben diese Fragen offen, weil gar kein Feuer ausbricht. Für den Ernstfall ist alles so zu bemessen, dass die Gefahr für Leib und Leben so gering wie möglich ist. Brandschutztüren müssen funktionieren, Räume so voneinander getrennt sein, dass keine tödliche Feuerwalze durch das Gebäude rasen kann. Menschen müssen auf gut gekennzeichneten Fluchtwegen schnell ins Freie finden.

Planer sind seit 2008 verstärkt verpflichtet, darauf einzugehen. Immer wieder sieht sich der Stadtrat seither mit Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Brandschutz konfrontiert. Neuester Fall: Bei der Grund- und Hauptschule Fürstätt fallen 55000 Euro Mehrkosten an, größtenteils ausgelöst durch zusätzliche Brandschutzmaßnahmen.

Im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats wunderte sich der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann, gerade bei Neubaumaßnahmen sei doch ein guter Überblick vorhanden, um die notwendigen Dinge gleich mit einplanen zu können.

Wenn es um Brandschutz geht, ist genau dies nach den Worten von Baudezernent Helmut Cybulska schwierig. Neben der Feuerwehr ist bei jeder Projektplanung ein Brandschutzingenieur eingeschaltet. Das Notwendige tun, aber nicht über das Ziel hinausschießen, ist dabei die Kunst. "Es gibt Projektplaner, die bei der Auslegung von rechtlichen Vorgaben Spielräume nutzen und andere, die das nicht tun", verdeutlichte Cybulska.

Ein unabhängiger Sachverständiger überprüft zum Schluss die vom Statiker und Prüfstatiker vorgeschlagenen Brandschutzmaßnahmen. Kommt es zu einer Katastrophe, ist dieser Gutachter derjenige, der vor allem zur Rechenschaft gezogen wird -es drängt sich die Erinnerung an den Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall und die dramatischen Folgen auf. "Es kann also sein, dass der Gutachter, der diese Abnahme vornimmt, pingeliger ist als derjenige, der für den Auftraggeber die Wirtschaftlichkeit im Auge hat", fasste Cybulska zusammen. Wenn es in letzter Zeit häufiger vorkomme, dass bei der Planung nachgebessert werden muss, habe dies also nichts mit schlechter Vorarbeit zu tun, sondern damit, dass man versuche, die Brandschutzmaßnahmen "mit Augenmaß" zu bemessen. Aus Sicht des Bauamtes ist es sinnvoller, von Fall zu Fall nach den Vorgaben des Gutachters nachzubessern, als eine Planung unnötig aufzublasen.

Im Fall Fürstätter Schule verlangte der Gutachter unter anderem den Einbau zusätzlicher Alarmierungseinrichtungen zur Ansteuerung von Brandschutzkappen der Heizungs- und Lüftungsanlagen, verbunden mit einem höheren Kabelaufwand und den Einbau einer zusätzlichen Sicherheitsbeleuchtung. Tröstlich: Die Kosten im Bereich "Elektro" bleiben dennoch insgesamt noch unterhalb der Kostenberechnung von 407000 Euro. bi

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