Boote, Geselligkeit und „Hafenkino“: Der Segelclub Irschener Winkel in Bernau

Die Segelboote gleiten auf dem Chiemsee entlang.

Vereinsserie: Beim Segelclub Irschener Winkel in Bernau geht es gemütlich und gesellig zu. Für die 93 Mitglieder ist der SCIW in Corona-Zeiten mehr als ein Heimathafen. Hier gibt es ab und zu sogar ein „Hafenkino“.

Bernau – Wind und Wellen, Sonne und das Rauschen des Wassers unter dem Kiel. Das ist es, was einen Segler aufs Wasser zieht und ihn Teil einer kleinen, eingeschworenen Gemeinde werden lässt. So eine, wie sie zum Beispiel der Segelclub Irschener Winkel (SCIW) mit seinen 93 Mitgliedern ist. Er wurde 1979 gegründet, nachdem das damalige Bojenfeld im Irschener Winkel aufgelöst worden war.

Im Clubhaus kommen alle zusammen

Von den damals vorhandenen zwei Stegen ist heute aus Naturschutzgründen nur noch einer mit 30 Liegeplätzen genehmigt.

Er wird von Segelbooten mit geringem Tiefgang, Ruderbooten und einigen Elektromotorbooten genutzt. Die Segelboote mit mehr Tiefgang fanden eine Heimat am benachbarten Bootsgelände in Bernau.

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Zusammengehalten wird der SCIW neben den Regatten durch das Clubhaus in „der alten Heimat“, am Steg im Irschener Winkel, wo das gemeinsame Vereinsleben stattfindet.

„Von Beginn an war es dem Verein ein großes Anliegen, sich auch sozial zu engagieren“, erzählt Vorsitzender Thilo Kuhn.

Ein Segeltag für Kinder aus Aschauer Klinik

Nach einer Kontaktaufnahme mit der orthopädischen Kinderklinik in Aschau biete der SCIW seit nunmehr 35 Jahren den Kindern mit zum Teil schweren Beeinträchtigungen die Möglichkeit, einmal im Jahr einen Segeltag auf den Booten der Mitglieder am Chiemsee zu verbringen.

„Anschließend wird beim Grillen am Clubhaus vergnügt gefeiert“, beschreibt Kuhn den fröhlichen Ausklang solcher Tage. Zweimal jährlich veranstaltet der Verein eine Regatta für alle Mitglieder, „bei der auch Gäste willkommen sind“, wie Cornelia Raabe sagt, die sich im Verein in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert.

Der „Seglerhock“ darf nicht fehlen

Zum Ansegeln wird die „Mailüfterl-Regatta“ organisiert und im Herbst endet die offizielle Segelsaison mit der Ludwig-Lackner-Regatta. „Dabei steht der gemeinsame Spaß weit mehr im Vordergrund als der sportliche Wettkampf“, schmunzelt Raabe. Nicht fehlen dürfe anschließend der zünftige „Seglerhock“ im Clubhaus.

„Gerade in Coronazeiten stellen die Mitglieder fest, wie schön es ist, in der Heimat einen Zufluchtsort zu haben, der einem sofort das Gefühl von Urlaub und Freiheit vermittelt, ohne weit weg fahren zu müssen“, sind sich Kuhn und Raabe einig.

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Wenn die Handbreit Wasser unterm Kiel fehlt

Dort gibt es ab und zu sogar ein „Hafenkino“ zu sehen: Dann, wenn ein Segelboot langsam auf den Steg zugleitet und kurz davor plötzlich im Wasser stehen bleibt, sich trotz leichter Brise nicht vom Fleck rührt. „Ursache ist der oft niedrige Wasserstand am Steg, ausgelöst durch die zunehmende Verlandung des Irschener Winkels“, erklärt Kuhn.

Der Klimawandel tue sein Übriges.

„Eine genaue Beobachtung des Wasserpegels ist unabdingbar, aber es zieht den Segler eben auch dann raus, wenn die nötige Handbreit Wasser unterm Kiel fehlt.“ Man stecke dann im Schlamm fest.

Die Rettung aus dem Dilemma kennen inzwischen so gut wie alle Clubmitglieder: „Es wird mit dem Bootshaken gestakt, und durch einseitige Gewichtsverlagerung – alle Passagiere auf eine Seite –  oder heftiges Schaukeln versucht, das Boot frei zu kriegen.“ Bisher habe es jedes zum Liegeplatz geschafft.

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