Die Biotonne kommt in den Landkreis Traunstein

Bald gibt es die Biotonne für jeden Haushalt im Landkreis – Was darf rein? Was darf nicht rein? Landratsamt TS / Klinger

Astrid Steinkirchner, Leiterin Kommunale Abfallwirtschaft, erklärt, wer welche Tonne bekommt, was in den Kompostbehälter gehört und was nicht und was der zusätzliche Service kostet.

Traunstein – Im Juni hat der Landkreis Traunstein damit begonnen, die Bürger nach ihrem Bedarf in Sachen Biotonne zu befragen. Astrid Steinkirchner, Leiterin der Kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt Traunstein, beantwortet die wichtigsten Fragen zu ihrer Einführung.

Wie ist der aktuelle Stand?

Der größte Teil der Grundstückseigentümer hat diese Woche die Bedarfsabfrageschreiben von uns erhalten. Einige wenige Briefe – bei denen sich beispielsweise gerade eine Adressänderung ergeben hat – werden noch im Laufe des Julis versandt. Ab Anfang September fangen wir dann mit der Verteilung der Biotonnen an die Haushalte an. Da wir flächenmäßig der größte Landkreis in Oberbayern sind, dauert die Ausfuhr circa sechs bis acht Wochen. Beginnen werden wir im südlichen Landkreis. Zeitnah veröffentlichen wir über unsere Landratsamt-Homepage sowie die Abfall-App, welche Gemeinden in welcher Kalenderwoche von unserem Verteilteam angefahren werden.

Lesen Sie auch: Er tappte in die Fotofalle – Jäger entdeckt Wolf in oberbayerischem Wald

Muss ich eine Biotonne nehmen?

Wenn Bürger selbst kompostieren möchten oder eine gewerbliche Speiserestetonne besitzen, können sie sich von der Nutzung der Biotonne befreien lassen. Grundsätzlich gilt: Aufgrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes des Bundes ist die Entsorgung des Bioabfalls der Bürger eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Daher greift der sogenannte Anschluss- und Benutzungszwang – wie man ihn auch von der Restmüllentsorgung kennt – auch für die Biotonne.

Kommt die Abfallwirtschaft zu mir nach Hause und kontrolliert meine Angaben?

Dazu haben wir viele Nachfragen von den Bürgern erhalten. In unsere Information haben wir auf das Betretungsrecht zum Nachprüfen, ob tatsächlich ein Befreiungsgrund wie die Eigenkompostierung vorliegt, hingewiesen. Die Kommunale Abfallwirtschaft braucht rechtlich einfach die Option, Angaben überprüfen zu können. Wie gesagt – die Entsorgung des Mülls über die Biotonne ist eine bundesgesetzliche Pflicht. Grundsätzlich gilt aber: Auf die Richtigkeit der Angaben wird vertraut, der Landkreis hat wichtigere Aufgaben als die Kontrolle von Komposthaufen. Es wird auch niemand unangemeldet das Grundstück betreten.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Für die Biotonne wird keine gesonderte Gebühr erhoben. Was hat es damit auf sich?

Zunächst: Die Einführung der Bioabfallsammlung ist eine gesetzliche Verpflichtung (Art. 11 Abs. 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz) – unabhängig von Kostenfragen. Die Bereitstellung der Tonne sowie die Abfuhr und Verwertung des Bioabfalls verursachen selbstverständlich Kosten. Für die Biotonne erhebt die Kommunale Abfallwirtschaft jedoch keine gesonderte Gebühr. Wie bisher auch, wird die Abfallentsorgung weitgehend über die Gebühr für die Restmülltonne finanziert, ohne dass eine Erhöhung der Gebühren notwendig ist. Der Landkreis hat in den letzten Jahren mit den Gebühren der Bürger verantwortungsbewusst gewirtschaftet. Dadurch ist es jetzt möglich, die Biotonne ohne zusätzliche Mehrkosten für die Bürger zur Verfügung stellen. Klar ist aber auch: Müsste man die Biotonne nicht einführen, könnte man die Gebühren für die Restmülltonne senken.

In dem Schreiben, in dem nach dem Bedarf gefragt wird, steht auch ein Behältervorschlag. Wie ergibt sich dieser?

Bei diesem Vorschlag haben wir uns an dem vorhandenen Restmülltonnen auf dem Grundstück orientiert. Die Größe der Restmülltonne bestimmt also die Größe der vorgeschlagenen Biotonne. Bei einer Restmülltonne von 40 bis 120 Liter wird die kleinste Biotonne mit 80 Litern aufgestellt. Bei einer Restmülltonne mit 240 Litern wird eine 120 Liter Biotonne aufgestellt.

Auch interessant: Coronavirus – Bayerns Kabinett lässt Klubs und Bars geschlossen

Was darf eigentlich alles in der Biotonne entsorgt werden?

Natürlich die klassischen Obst- und Gemüsereste, Unkraut aus dem Garten oder verdorbene Lebensmittel. Auf dem Deckel der Biotonne werden wir auch noch Aufkleber anbringen, was auf keinen Fall in die Tonne soll. Ich denke für jeden ist klar, dass kein Glas, keine Verpackungen und kein Plastik in die Tonne darf. Aber auch Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel aus Maisstärke oder kompostierbare Müllbeutel, die als „biologisch abbaubar“ beworben werden, dürfen nicht in die Biotonnen gegeben werden. Das klingt im ersten Moment komisch, allerdings reicht die sogenannte Verwertungszeit in den Biomüllanlagen nicht aus, dass sich diese Produkte komplett zersetzen können.

Was sollte man stattdessen verwenden?

Einfache Papiertüten. Alle Biotonnen werden daher von uns mit einem „Starterset“ von zehn solcher Tüten mit jeweils circa 10 Liter Fassungsvolumen bestückt. Diese sind auch im Supermarkt oder der Drogerie erhältlich. Ansonsten kann man Bioabfälle auch in altes Zeitungspapier einwickeln. Das darf mit in die Tonne und nimmt einen Teil der Feuchtigkeit auf, die schlechte Gerüche verursachen kann.

Kommentare