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Freistaat fördert

Biomasseheizwerk: Neue Wärme kommt für Ruhpolding

Rechts neben dem alten Biomasseheizwerk soll nun das neue Heizwerk geplant werden.
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Rechts neben dem alten Biomasseheizwerk soll nun das neue Heizwerk geplant werden.
  • VonManfred Peter
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Irgendwoher muss die Energie für Wärme ja kommen. In Ruhpolding hängen viele Haushalte und Betriebe am Biomasseheizwerk, doch dessen beste Zeiten sind vorbei. Was Neues muss her, damit die Ruhpoldinger nicht frieren.

Ruhpolding – Das aktuelle Biomasseheizwerk sei in die Jahre gekommen und könne auch mit intensiver Betreuung durch den Biomassehof Achental nur noch maximal zwei bis drei Jahre betrieben werden berichtete Christian Hartenstein, der Leiter der Kommunalen Betriebe, in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Pressezentrum der Chiemgau-Arena. „Im schlimmsten Fall könnte das Heizwerk noch während der Phase der Neuprojektierung ausfallen“, so Hartenstein. Dann müsse durch eine mobile Anlage die Wärme erzeugt werden. Der Energie und Umweltausschuss hat in seiner Mai Sitzung die Empfehlung für den Gemeinderat beschlossen, den neuen Standort für das neugeplante Heizwerk an der Seehauserstraße, südöstlich vom Schwimmbad, direkt neben dem bestehenden Heizwerkgebäude zu wählen. Angedacht waren auch das ehemalige Speedway Stadion oder am nördlich vorgelagerten Bereich des Schwimmbades.

Vorhandene Infrastruktur nutzen

Bei dieser Wahl des Standortes könnte die vorhandene Infrastruktur weiter mitgenutzt und auf die vorhandenen erforderlichen Zulassungen gesetzt werden. Weiter war zu hören, dass das neue Heizwerk durch die weiterentwickelten Standards geräuscharmer und umweltfreundlicher werden würde. Um Flächen zu sparen soll mehr in die Höhe gebaut werden.

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Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) sagte, dass die Neuerrichtung eine hohe Investition für die Gemeinde darstellen werde. Er fügte jedoch an, dass Fördermittel vom Freistaat Bayern beantragt werden könnten. „Die Nachfrage nach Fernwärme im Ort ist sehr groß“, so Pfeifer. Viele neue Abnehmer seien an die bestehende Anlage angeschlossen, fügte der Bürgermeister hinzu.

Warum nicht Hackschnitze?

Sebastian Steinbacher (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, warum als Redundanz des weiteren Brenners für Störfälle oder Lastspitzen, künftig nicht auch auf Hackschnitzel gesetzt werde, sondern auf Gas. Hierauf meinte Hartenstein, dass bereits der Wechsel von Öl auf Gas eine CO2-Reduzierung mit sich bringe. Auch werde über ein Kaskadensystem nachgedacht, was bedeute, dass bei geringer Auslastung auf eine kleine Einheit geschaltet werden könne. Zusätzlich sei auch das Thema Photovoltaik aufgegriffen. Ziel sei es, so Hartenstein, einen Stromverbund zwischen Heizwerk, Schule und Eishalle zu realisieren.

Wirtschaftlichkeit relevantes Kriterium

Abschließend meinte Pfeifer: „Trotz der Rücksichtnahme auf die Ökobilanz müssen wir auch auf die Wirtschaftlichkeit achten.“ Und da habe Gas bei der Redundanz ganz klare Vorteile. Auch wenn durch den Standort etwas von den Schwimmbadliegeflächen genommen werden müsse, was „möglichst behutsam“ erfolgen werde, schob der Bürgermeister ein, sei dieser Standort am besten geeignet.

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Da man erst in der Planungsphase sei, könnte der Gedanke für die Redundanz auf Hackschnitzelbasis noch aufgenommen und überprüft werden. „Außerdem schauen wir, dass möglichst wenig Fläche für das neue Heizwerk benötigt wird“, so der Bürgermeister. Die Empfehlung des Energie- und Bauausschusses für den Standort neben dem bestehenden Werk wurde einstimmig beschlossen.

Freistaat fördert Biomasseheizkraftwerke

Durch die Errichtung von Biomasseheizwerken soll ein Beitrag zur Umsetzung des Bayerischen Energieprogramms und zum Klimaschutz geleistet werden. Mit den geförderten Projekten sollen jährlich bis zu 5000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Der Freistaat Bayern fördert Investitionen in neue, umweltschonende Biomasseheizwerke mit einer Nennwärmeleistung von mindestens 60 Kilowatt zur effizienten energetischen Nutzung fester Biomasse nach Maßgabe bestimmter Richtlinien.

Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen, Personengesellschaften und kirchliche Einrichtungen sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts der mittelbaren Landes- und Bundesverwaltung mit eigener Rechtsträgerschaft (insbesondere kommunale Gebietskörperschaften, Anstalten, Stiftungen, Kammern), die die Investition tätigen.

Die Zuwendung beträgt zwischen 30 Prozent und 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, nämlich der Investitionsmehrkosten eines Biomasseheizwerk gegenüber einer leistungsgleichen Wärmeerzeugungsanlage, die mit fossilen Energien betrieben wird. Biomasseheizsysteme mit Abgaswärmetauscher (Economiser) oder Abgaskondensationsanlage erhalten zusätzlich zur Grundförderung eine Förderung in Höhe von 5 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Biomasseheizsysteme mit Nutzung von neuinstallierter solarer Wärme erhalten ab einer solaren Deckung von 10 Prozent bzw. 20 Prozent zusätzlich zur Grundförderung eine Förderung in Höhe von 5 Prozent bzw. 10 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Quelle: freistaat.bayern

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