Von Bier-germeister über Bier-ouette bis hin zum Miteinander im Dorf

Hias Ballauf, Chef der Rottauer Theaterer, predigte beim Bernauer Starkbierfest und fand mahnende Worte. Berger
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Hias Ballauf, Chef der Rottauer Theaterer, predigte beim Bernauer Starkbierfest und fand mahnende Worte. Berger

Bernau – Im übervoll  besetzten Kampenwandsaal in Bernau gab sich zum Starkbierfest des Gewerbevereins Bernau die örtliche Politprominenz ein Stelldichein.

Moderiert von Hias Ballauf, Chef der Rottauer Theaterer, erlebten die Bernauer eine Riesengaudi. Nach der Begrüßung durch Alois Müller, den Vorsitzenden des Gewerbevereins, zapfte Sascha Klein mit nur drei Schlägen das 50-Liter-Fass Salvator Starkbier an. Die Bernauer Musikkapelle begleitete unter der Leitung von Albert Osterhammer den Abend mit zünftiger Blasmusik bis gegen Mitternacht.

Trinkspruch für Bernauer Zukunft

Mit dem Trinkspruch „Salve pater patriae, bibas princeps optime“ ergriff er das Mikrofon, überreichte die erste Mass dem Moderator. Bei seiner Fastenpredigt im Anschluss daran derbleckte Hias Ballauf, Kenner der Bernauer Politszene, eine Vielzahl der Bernauer Bürgermeister- und Gemeinderatskandidaten. Doch der eigentliche Grund des Treffens sei: das Bier.

Das Wort Bier setze sich immer mehr im täglichen Sprachgebrauch durch und ist auch in der Gemeinde Bernau nicht mehr wegzudenken. „Und des möchte ich Euch hier mit einigen Beispielen wiedergeben“, so Ballauf. „Beim ersten Beispiel tun wir uns nicht schwer: Derjenige, der in der Gemeinde das meiste Bier trinkt, wird Bier-germeister genannt. Das zweite Beispiel ist, wenn es einen beim Heimgehen vom Damenabend vor lauter Rausch hin und her dreht und man dann mit einer graziösen Drehung zu Boden geht: Das heißt dann Bier-ouette.“ Und als drittes Exempel brauchte er nur hinter sich zur Blaskapelle Bernau zu schauen: „Wenn die Musiker ihrem Körper zu viel Wasser oder Spezi zumuten, anstatt Bier, kann es leicht sei, dass alle Cola- bieren.“

Zum Politischen sprach der Fastenprediger: „Auf den Listen stehn ja generell fui junge Leit´. Wos sehr löblich is. Auch werdende Papas stehn drauf. Und do da frogst ja nix, weil in dera Zeit sans meistens sehr ,hibbelig‘ und furchtbar aufgregt. Bei dem Herrn auf Listenplatz 7 vom Gewerbeverein is des anders. Der is sowas von entspannt. Und wennstn auf des kommende Glück o´redst, moant ma, er nimmt grod mit einer Ruhe und Gelassenheit a Forelln aus, gell Dominik?“ Und weiter ging es zu Irene Biebl-Daiber: „No oamoi jung sei, gell? Oiso, so ganz blick i bei Dir und Deiner Kandidatur no net durch. Jetzt stell i mir moi den ,Supergau‘ vor und dadst as wern, muaßt Du dann Dei Amt Deim Mo überlassen? Der is scho boid öfters in der Presse, wia Du und Dei Pa miteinander. Und wenns der Herr Biebl net mit an Farbfoto ins OVB schafft, dann unter die Leserbriaf“, so Ballauf.

Einer, der unbedingt in den erlesenen Kreis gewählt werden möchte, sei der Wächter Helmut (Herkner). „Der is scho ganz scharf aufs Sitzungsgeld. Ja, der Umzug quer über d´Strass war net billig. Dafür host nimmer so weit zum Schmid Sepp seine Leberkassemmeln“, führte der Prediger weiter und ging direkt zu Sascha Klein über: „Sascha, – wos host Du Dir für Überraschungen überlegt? De Sach mit de Brezn glab i, hot koa Zukunft. Und mit der Aktion san ja glei zwoa Unglücke auf oamoi zamkemma. Da Hügel Christian is net Bürgermoaster worn, – und da Bäcker hot iatz statt sieben grod no fünf Tag´ auf.“

Toni (Braxei) Lackerschmid, der Roider Jackl vom Chiemsee, brachte mit seinen teils schlüpfrigen, teils verspottenden Gstanzln über Bernau und einige Bernauer den Saal zum Kochen. Nicht nur die beiden Altbürgermeister, Daiber und Steindlmüller, lachten Tränen. Seinen Auftritt beschloss der Braxei mit der selbst gedichteten Bernauer Hymne. Mahnende Worte gab es abschließend von Ballauf: Im Dorf gehe es nur „miteinander“. Und dass das Miteinander auch in Bernau geht, habe das Gaufest bewiesen. „Is doch bearig, wenn alle Leit´ im Ort ,und‘ de Vereine an oam Strick ziagn“, fand der Prediger. Zum Schluss gab er den Gästen noch ein Zitat von Theodor Körner mit: „Kommt Brüder, trinket froh mit mir, seht, wie die Becher schäumen. Bei vollen Bechern wollen wir ein Stündchen schön verträumen.“

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