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Neue Aufgaben für Pfarrer aus Indien

Bewegender Abschiedsgottesdienst für Pater Joshy in Bernau

Nach dem Abschiedsgottesdienst in der Bernauer Pfarrkirche (von links): Sr. Juliane, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Forstner, Gemeindereferentin Cornelia Gaiser, Pater Joshy, Pater Benny, Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, Gregor Thalhammer und Matthias Wicha, Verwaltungsleiter im Pfarrverband.
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Nach dem Abschiedsgottesdienst in der Bernauer Pfarrkirche (von links): Sr. Juliane, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Forstner, Gemeindereferentin Cornelia Gaiser, Pater Joshy, Pater Benny, Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, Gregor Thalhammer und Matthias Wicha, Verwaltungsleiter im Pfarrverband.

„Wir werden Sie sehr vermissen“: Rührende Worte fand die Pfarrgemeinde für den Karmeliten-Mönch Pater Joshy George Vadakkekara, der sich neuen Aufgaben widmet. Besonders seine indischen Gesänge werden den Kirchgängern fehlen.

Bernau – Eine rührende Liebeserklärung zum Abschied: „Ich habe mein Herz an den Chiemgau verloren“, gestand Pater Joshy George Vadakkekara am Sonntag in seinem letzten Gottesdienst in der katholischen Bernauer Pfarrkirche St. Laurentius. „Ich bin dankbar für alles, was ich in den vergangenen Jahren mit Ihnen erleben durfte. Ich werde Sie alle in meine Gebete einschließen, jetzt und in Zukunft“, versicherte der indische Karmeliten-Mönch den Gläubigen im Gottesdienst.

2014 war der mittlerweile 50-Jährige gemeinsam mit Pfarrer Klaus Hofstetter als Seelsorger in den Chiemgau gekommen; in diesem Monat werden ihn beide wieder verlassen und sich neuen Aufgaben stellen (wir berichteten).

Neue Aufgaben warten schon

Hofstetter wird auf Bitten von Kardinal Marx ab 1. September in der Erzdiözese München und Freising die Leitung des Berufungspastorals übernehmen, Pater Joshy zum gleichen Zeitpunkt die Leitung der Ordenspfarrei St. Maria Himmelfahrt in Marienthal, Hamminkeln, im Bistum Münster (Nordrhein-Westfalen).

Im Pfarrverband Westliches Chiemseeufer war Pater Joshy neben seinem priesterlichen Wirken zudem in der Jugendarbeit tätig, leitete viele Gebetsgruppen, begleitete die Ministranten und organisierte das Sternsingen. Aktiv war er außerdem in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und im Kolpingwerk. Als Gemeindeleiter war er bis 2020 zuständig für Prien, Hittenkirchen, Greimharting und Rimsting, dann nur noch für Rimsting.

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Vor sieben Jahren habe er von Ruhpolding kommend die Stelle als Pfarrvikar in Prien mit der Sorge angetreten, ob die Aufgabe auch zu bewältigen sei, bekannte Pater Joshy in seiner Abschiedsrede. „Aber durch die große Unterstützung des Seelsorge-Teams und der vielen Ehrenamtlichen im Hintergrund konnte ich meine Arbeit gut machen. Ich danke euch allen dafür und wünsche Gottes Segen für euch.“ Priester zu sein sei der schönste Beruf für ihn – ihn im Chiemgau leben zu dürfen, sei ein großes Gottesgeschenk gewesen.

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Mit einer kleinen Anekdote erinnerte der indische Geistliche an seine Anfangsschwierigkeiten mit der deutschen Sprache. „Mir wurde aufgetragen, abends um 18 Uhr einen Bußgottesdienst in einer Kapelle zu halten.“ Er sei also früh genug in der Kirche gewesen, habe die Messgewänder angelegt und sich dann gewundert, dass sich um 18 Uhr nichts gerührt habe, keine Gläubigen, keine Kirchenmusik, auch nicht vor der Kirche. Nach einer Stunde sei er dann ins Pfarrhaus und habe beim Pfarrer nachgefragt, wo denn der „Bus“ bleibe – er sollte doch einen Gottesdienst im Bus halten. „Ich hatte keine Ahnung, was ein Bußgottesdienst ist – den gibt’s nicht in Indien.“

Eine Gitarre zum Abschied

Nicht nur wegen seiner seelsorgerischen Arbeit war Pater Joshy im Pfarrverband beliebt, auch seine indischen Liturgie-Gesänge sorgten immer wieder für Staunen und Begeisterung. Wie jetzt auch im Sonntagsgottesdienst, als er „als Abschiedsgeschenk an die Gemeinde“ ein mehrstrophiges indisches Lied vortrug.

„Lieber Pater Joshy, Sie werden uns nicht nur als Priester in Erinnerung bleiben, der zaubern kann“, versicherte nach der Messfeier Lisa Forstner, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Hittenkirchen, in ihrer kurzen Ansprache. „Sie haben auch uns verzaubert mit ihren interessanten, tiefsinnigen Predigten, mit denen Sie uns das Evangelium näher gebracht haben, und mit ihren wunderbaren indischen Gesängen die Gottesdienste verschönert. Wir werden Sie alle sehr vermissen“, sagte Lisa Forstner.

Als sein Abschiedsgeschenk an die Gemeinde trug Pater Joshy ein indisches Lied vor.

Für Traurigkeit sei an diesem Tag kein Platz. „Aber aus Dankbarkeit für Ihr Wirken: Ich würde Ihnen jetzt am liebsten ganz fest die Hand drücken, so wie viele Menschen im Pfarrverband das gerne tun würden - was aber nicht sein darf aufgrund der Pandemie. Wir werden Sie nie vergessen.“ Gemeinsam mit Gregor Thalhammer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Bernau, übergab Forstner im Auftrag des Pfarrverbandes Westliches Chiemseeufer dem scheidenden Seelsorger als Geschenk eine Konzertgitarre.

Spende an ein Kinderhilfsprojekt

Seinem Wunsch entsprechend habe sie als Abschiedsgeschenk der Gemeinde Bernau eine Spende für ein Kinderhilfsprojekt in Indien veranlasst, erklärte anschließend Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber. „Trotzdem möchte ich Ihnen aber auch etwas als Erinnerung an Bernau und Hittenkirchen mitgeben – ein Heimatbuch.“ In der Hoffnung, dass Pater Joshy sich so an viele schöne Momente erinnern werde. „Wir hätten Sie gerne noch länger bei uns behalten“, versicherte Biebl-Daiber.

„Von Herzen wünsche ich Ihnen auf Ihrem Weg alles erdenklich Gute, Gesundheit, Gottes Rückenwind und reichen Segen.“ Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten Klaus Breuer an der Orgel und eine Abordnung der Blaskapelle Bernau unter der Leitung von Albert Osterhammer.

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