Betroffene können es nicht fassen: Schäferhündin aus Rimsting biss nochmal zu

Ein Schäferhund läuft über eine Wiese: Ein ausgewachsenes Tier hat ordentlich Kraft, sodass es seinem Besitzer schwer fallen kann, ihn zu bändigen. So war es auch Anfang August, als die bereits aktenkundige Schäferhündin einer älteren Rimstingerin trotz Leine einen Spaziergänger ins Bein biss.
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Ein Schäferhund läuft über eine Wiese: Ein ausgewachsenes Tier hat ordentlich Kraft, sodass es seinem Besitzer schwer fallen kann, ihn zu bändigen. So war es auch Anfang August, als die bereits aktenkundige Schäferhündin einer älteren Rimstingerin trotz Leine einen Spaziergänger ins Bein biss.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Jetzt ist es schon wieder passiert: Die Schäferhündin aus Rimsting, die im März eine Joggerin und im Juni ein Kind gebissen hat, schnappte erneut zu. Ein 38-jähriger Rimstinger ist das nächste Opfer des Tieres, das trotz Verhaltenstherapie offenbar schwer zu bändigen ist. Seine Besitzerin will vom erneuten Vorfall nichts wissen.

Rimsting – Für die Anwohner des Gartenwegs in Rimsting ist es eine ungeheuerliche Nachricht: Die Schäferhündin aus der Nachbarschaft, die – wie mehrfach berichtet – zuletzt ein Kind und eine Joggerin gebissen hat, soll eigentlich einen Maulkorb tragen und ständig an der Leine geführt werden. Doch nun wurde bekannt, dass das Tier erneut einen Mann gebissen hat. Der betroffene 38-jährige Rimstinger, selbst Hundebesitzer, bestätigt gegenüber der Chiemgau-Zeitung den Vorfall, der sich nach seiner Aussage bereits am 7. August ereignet hat.

Aggressives Bellen im Wald

Er sei am 6. August, einem Donnerstag, mit seinem Hund in der Nähe des Gumpensees unterwegs gewesen. „Wir hörten lautes, aggressives Bellen durch den Wald“, erinnert er sich. Kurz darauf sei er dem kläffenden Tier, einem Schäferhund, und seiner Besitzerin, dann auch begegnet. Er beschreibt sie als ältere Dame, „die große Mühe hatte, ihren Hund an der Leine zu halten“. Er und sein Hund hätten lieber „einen weiten Bogen“ um die beiden gemacht.

Am Freitag dann habe er morgens die gleiche Gassi-Runde gedreht. „Achtung, Achtung!“ habe er panische Rufe durch den Wald schallen gehört. Es ist die Frau vom Tag zuvor, die von ihrem Hund, so beschreibt es der Rimstinger, regelrecht an der Leine hinterhergezogen wird. Der Schäferhund hat es erst auf den Hund des anderen abgesehen. „Doch dann hat er sich nach mir umgedreht und mich ohne Vorwarnung in den Oberschenkel gebissen“, schildert der Mann unserer Zeitung.

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Dann sei alles recht schnell gegangen: Er habe der Frau sofort gesagt, ihr Hund habe ihn gebissen, und sie habe ihm angeboten, seine Hose zu ersetzen. Doch beide seien damit beschäftigt gewesen, ihre Hunde zu beruhigen, „vor allem die Frau hatte ganz schön zu tun.“ Sie seien dann rasch auseinandergegangen. Am Waldrand fällt dem 38-Jährigen das Auto auf, das schon am Vortag dort geparkt habe und in welches er die Frau habe einsteigen sehen.

„Mein Hund hat niemanden gebissen“

Er merkt sich das Kennzeichen. Und erfährt am Wochenende von Bekannten, dass es der Hund aus dem Gartenweg sein könnte, der auf seinem Oberschenkel einen tiefen Zahnabdruck hinterlassen hat. Eine Woche lang muss er deswegen auf Anraten seines Arztes ein Antibiotikum nehmen.

Bei der Polizei Prien wird klar: Es ist das Kennzeichen der Hundebesitzerin aus dem Gartenweg. Der Rimstinger erstattet Anzeige gegen die Frau.

Die Halterin, angesprochen auf den Vorfall im Wald, zeigt sich gegenüber unserer Zeitung erstaunt: „Nein, mein Hund hat in letzter Zeit niemanden mehr gebissen“, beteuert die 57-Jährige. Das Tier führe sie wie angeordnet an der Leine. Viel mehr mag sie nicht sagen, wirkt im Gegensatz zum Gespräch im Juli, wo sie sich für das Verhalten ihres Hundes öffentlich entschuldigte, kurz angebunden.

Vierstellige Geldbuße gegen die Halterin des Schäferhundes

Beim Ordnungsamt Rimsting indes ist bekannt, dass gegen die Frau wegen des Vorfalls am 7. August Anzeige erstattet wurde und dass der betroffene Rimstinger anhand der Beschreibung von Person und Tier den Biss der Schäferhündin anlastet.

Wie es dazu kommen konnte und warum der Hund damals ohne Maulkorb unterwegs war, kann sich Wolfgang Dettendorfer vom Ordnungsamt zwar nicht erklären. Aber: „Die Frau steht nun unter engmaschiger Beobachtung, auch seitens der Polizei.“ Gegen sie sei zudem eine vierstellige Geldbuße erlassen worden.

Zwischenzeitlich hat der Amtstierarzt auf Anweisung des Ordnungsamts die Halterin aufgesucht. Dieser ist urlaubsbedingt derzeit nicht erreichbar. Die Gemeinde bestätigt, dass Bürgermeister Andreas Fenzl persönlich am 19. August bei der Frau war, um sie von der unbedingten Einhaltung der Auflagen zu überzeugen. „Passiert noch einmal etwas, ist der Hund weg“, so das Ordnungsamt.

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