Andreas Freier im Gespräch

Betriebsleiter des Priener Erlebnisbads verabschiedet: „Als Arbeitsplatz ans Herz gewachsen“

Abschied in den Ruhestand: Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschten Bürgermeister Andreas Friedrich (rechts) und Dirk Schröder, Geschäftsführer der Chiemsee Marina GmbH, dem scheidenden Prienavera-Betriebsleiter Andreas Freier „viel Freude und Gesundheit“.
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Abschied in den Ruhestand: Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschten Bürgermeister Andreas Friedrich (rechts) und Dirk Schröder, Geschäftsführer der Chiemsee Marina GmbH, dem scheidenden Prienavera-Betriebsleiter Andreas Freier „viel Freude und Gesundheit“.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Der langjährige Betriebsleiter des Priener Erlebnisbads Prienavera, Andreas Freier, ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Dass ihm sein Arbeitsplatz mit dem besonderen Flair ans Herz gewachsen ist, wurde im Interview mit der Chiemgau-Zeitung deutlich.

Prien – Nach 25-jähriger Dienstzeit für die Marktgemeinde Prien ist der Betriebsleiter des Erlebnisbades Prienavera, Andreas Freier in den Ruhestand verabschiedet worden. „Sein Wissen und auch dessen Weitergabe, sein Einsatz und die Verantwortung, die er sichtlich mit Freude ausführte, trugen dazu bei, dass sich das Bad in diesem guten Zustand befindet“, würdigte Dirk Schröder, Geschäftsleiter der Chiemsee Marina GmbH die Leistungen des 65-Jährigen. Dass ihm sein Arbeitsplatz mit dem besonderen Flair ans Herz gewachsen ist, wurde im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung deutlich.

25 Jahre das ist eine lange Zeitspanne. Welche Situation haben Sie damals vorgefunden? Das Prienavera gab’s zu dem Zeitpunkt noch nicht…

Andreas Freier: Angefangen habe ich am 1. April 1995 als Bademeister oder Schwimmmeister im damaligen Warmbad Prien. Das war zu der Zeit ein klassisches rechteckiges Schwimmbecken, 50 Meter lang und 21 Meter breit. Eröffnet worden ist es im September 1970.

Das Priener Warmbad mit der Wärmehalle (rechts) wurde 1997 abgerissen. Archiv Berger

Wie waren damals die Arbeitsbedingungen für Sie?

Freier: Wir hatten Saisonöffnungszeiten von Anfang Mai bis Ende September mit dem klassischen Freibad-Betrieb. Ich hatte nur einen Kollegen, als Aushilfe gab’s hin und wieder einen Rettungsschwimmer dazu. Wir hatten gleichzeitig das gemeindliche Chiemsee-Strandbad und das Schwimmbecken zu beaufsichtigen.

Welche beruflichen Voraussetzungen mussten Sie erfüllen?

Freier: Ich bin geprüfter Meister für Bäder-Betriebe. Den beruflichen Abschluss habe ich 1976 gemacht. Eigentlich bin ich Sportlehrer, ich habe Sportwissenschaft studiert mit der Spezialausbildung für das Fach Schwimmen.

Wie haben Sie den Umbau des Warmbades zum Erlebnisbad in Erinnerung? Was war für Sie die größte Herausforderung?

Freier: Im Spätherbst 1997 rückten die Bagger an und haben das alte Warmbad abgerissen. Das war für mich nicht ganz so leicht, weil mir der Arbeitsplatz sehr ans Herz gewachsen war. Aber baulich, technisch und hygienisch genügte das Bad nicht mehr den Anforderungen. In der Bauphase des neuen Erlebnisbades habe ich übergangsweise bis 1999 im Tourismusbüro gearbeitet. In der Endphase des Baus wurde ich von den Firmen in die neue Technik eingearbeitet.

…der Einstieg in Ihre neue Aufgabe als Betriebsleiter…

Freier: …noch nicht. Ich habe in den ersten Jahren des Prienavera-Betriebs als Bademeister weitergearbeitet, später dann als Teamleiter der Badeaufsicht. Die Betriebsleitung habe ich im August 2004 übernommen und damit auch die Verantwortung für 30 Mitarbeiter; darunter etwa 20 Festangestellte, der Rest sind Aushilfen. Zum Team gehören Haustechniker, Badeaufsicht, Reinigungsmitarbeiter sowie die Kollegen und Kolleginnen der Verwaltung und der Rezeption.

Im August 2004 übernahm Andreas Freier die Betriebsleitung des Prienavera Erlebnisbades.

Was hat der veränderte Aufgabenbereich mit Ihnen gemacht? Waren Sie stolz?

Freier: Ja, natürlich. Aber es war auch eine große Herausforderung, ich musste mich an Neues gewöhnen und anpassen, auch Neues lernen.

Was hat Ihnen in dieser Zeit am meisten Spaß gemacht?

Freier: (Stockend) Naja, ich habe das Prienavera immer geschätzt als einen besonderen Arbeitsplatz mit einer besonderen Architektur in einer besonderen Lage am Chiemsee. Die Atmosphäre in der Badehalle mit der direkten Verbindung zur Außenwelt über die helle Dachkonstruktion und die großen Glasfronten der Fenster – das Flair zu jeder Jahreszeit ist unvergleichlich. Das ist es auch, was die Badegäste so sehr schätzen am Prienavera.

Kurz vor Ihrem Abschied kam dann Corona…

Freier: …das war völlig unlustig. Es galt, Hygienekonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Wir haben zwangsläufig mit stark reduzierter Besucherzahl arbeiten müssen. Und jetzt ist das Bad schon seit einigen Monaten geschlossen, und wird es wohl auch zunächst bleiben.

Jetzt finden Sie sich im Ruhestand wieder. Was machen Sie mit Ihrer freien Zeit?

Freier: Da warten viele Ideen, Pläne und Projekte auf die Umsetzung. Ich will mich einerseits mehr um die Familie kümmern, das heißt, um meine Eltern, die im fortgeschrittenen Alter sind, ich möchte mehr Zeit haben für meine Enkel in Salzburg…

…auch für sich selbst?

Freier: Ja, ich betreibe im eigenen Fischteich eine private Forellenzucht, habe am Haus noch einige Umbauprojekte in der Planung, bin gerne in den Bergen unterwegs und habe mir den einen oder anderen Gipfel noch vorgenommen…

…zum Beispiel?

Freier: …in den Berchtesgadener-Alpen die Watzmann-Überschreitung. (Lachend) Ich glaube nicht, dass es mir langweilig wird.

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