Berufsschule in Traunstein: Erste Sozialpädagogik-Absolventen

Das Staatliche Berufsschulzentrum in Traunstein: 109 Absolventen der Fachrichtungen Kinderpflege, Ernährung und Versorgung sowie Sozialpflege, Gartenbau, Landwirtschaft und Revierjagd wurden hier verabschiedet. re

162 Schüler des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Traunstein sind verabschiedet worden. Sie starten als angehende Sozialpädagogen, Kinderpfleger, Revierjäger, Gärtner oder Landwirt ins Berufsleben. Dabei war die jüngste Zeit für sie und ihre Legrer nicht einfach –der Kochunterricht funktionierte zuletzt dank Youtube.

Traunstein – Insgesamt 162 Schüler wurden im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Traunstein verabschiedet. Da auch im BSZ coronabedingt keine Abschlussfeier stattfinden konnte, ließ es sich Schulleiter Helmut Götzinger nicht nehmen, in jede Klasse zu gehen, um dort die Abschlusszeugnisse und Staatspreisurkunden für herausragende, schulische Leistungen zu verteilen. „Von den 24 Staatspreisträgern mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 erhielten fünf zur Urkunde auch einen Geldpreis dazu“, freut sich Götzinger.

Gärtner, Landwirte und Revierjäger

In den Berufsfachschulen für Kinderpflege, Ernährung und Versorgung sowie Sozialpflege wurden insgesamt 109 Schüler verabschiedet. In der Berufsschule machten insgesamt 41 Gärtner, Landwirte und Revierjäger ihren Abschluss. Zum ersten Mal verließen zwölf Schüler die Fachakademie für Sozialpädagogik das Haus.

Bei seinen Klassenbesuchen betonte Oberstudiendirektor Götzinger gegenüber den Schüler, bis heute hätten ihre Eltern, Ausbilder und Lehrer einen großen Teil Verantwortung für sie übernommen. Als junge Erwachsene seien sie nun aufgefordert, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihren Lebensweg zu finden. Laut IHK würden von ihnen auf der einen Seite persönliche Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Ausdauer und Durchhaltevermögen, Belastbarkeit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, auf der anderen Seite soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz verlangt.

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Götzinger wünschte den Absolventen, dass sie ihre Ziele richtig gesetzt und die richtige Entscheidung getroffen hätten, sei es, den gelernten Beruf auszuüben oder eine weiterführende Schule zu besuchen.

Kochunterricht mit Youtube-Videos

Auch im BSZ gab es seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie für alle Klassen Distanzunterricht. Es habe viele Onlinekonferenzen gegeben, um sich im Kollegium optimal abstimmen zu können, so der Schulleiter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Als Problem stellte sich heraus, dass der Praxisunterricht, zum Beispiel beim Kochen oder in der Pflege nur mit Einschränkungen online durchgeführt werden konnte. „Aber meine Kolleginnen waren sehr kreativ“, meinte Götzinger.

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So wurden zum Beispiel zum Thema „Kochen“ selbst gemachte Youtube-Videos erstellt. In der Pflege konnten die Schülerinnen ihre Praktika nur eingeschränkt durchführen, da zum Beispiel ein Zugang zu Altenheimen und Kliniken nicht möglich war. „In der praktischen Abschlussprüfung musste die Praxis simuliert werden, was den Kolleginnen hervorragend gelungen ist“, lobte der Oberstudiendirektor.

Aufgrund des engagierten Einsatzes seiner Kollegen konnte das gleiche Leistungsniveau der Schüler wie in den Vorjahren erreicht werden. „Die Digitalisierung hat an der Schule aufgrund von Corona einen enormen Schwung erhalten und die Schulentwicklung vorangebracht“, ist sein Fazit.

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