In Bernaus Ortsmitte wird gebaut

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Der Bernauer Gemeinderat sagt Ja zu neuem Wohn- und Geschäftshaus mitten im Ort. Einig war man sich aber nicht in allen Punkten, zum Beispiel empfindet mancher Gemeinderat die Optik nicht besonders ansprechend. Was gefällt, sind die Pläne für Baumpflanzungen.

Bernau – Mehrheitlich haben die Bernauer Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung nun ein Bauvorhaben an der Chiemseestraße befürwortet, nachdem die bisher dazu eingereichten Vorschläge wenig Zustimmung im Gremium gefunden hatten und viele Änderungswünsche der Gemeinderäte in den Plan eingearbeitet werden mussten (wir berichteten mehrfach). In der jüngsten Sitzung wurde zwar erneut ausgiebig über den Bauantrag diskutiert, aber letztlich konnte der Bauwerber, der auch bei der Sitzung zugegen war, die Mehrheit des Gremiums von seinen Bauplänen überzeugen.

13 Wohnungensollen entstehen

Geplant ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit 13 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten gegenüber dem Rathaus. Während Hansjörg Decker (Bernauer Liste, BL) die Ostansicht als „zu fantasielos und zu langweilig“ empfand und sich für mehr Auflockerung beispielsweise durch eine Verschalung aussprach, forderten Alexander Herkner (SPD) und Franz Praßberger (FW/ÜWG) ein Ende der Debatte. Es seien schon viele Änderungswünsche an den Architekten herangetragen worden, man sei mittlerweile bei der fünften Planänderung.

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Herkner befürchtete trotz der vorgesehenen Stellplätze in der Tiefgarage und außerhalb des Gebäudes, dass die Anwohner lieber draußen parkten. Praßberger wünschte sich große Bäume rund um das Gebäude, eine Anmerkung, der sich auch Pia Ostler (Grüne) anschloß. Sie erinnere das Gebäude an „ein Schul- oder FFW-Haus mit Wohnungen drauf.“ Fraktionskollegin Ursula Zeitlmann erklärte: „Ich hoffe auf einen neuen Gemeinderat mit mehr Anspruch“, ihr fehle „ein Leitbild für Bernau.“

Lob für dieGeduld des Bauherrn

Peter Pertl (CSU) hingegen hingegen lobte die Geduld des Bauherrn. Er habe sich „bemüht, alle unsere Vorgaben umzusetzen“, es gehe schließlich auch um Nachverdichtung. Josef Genghammer (Grüne) forderte die Gemeinde auf, das Grundstück zum damaligen Verkaufspreis zurückzukaufen. Ein Antrag, den die Gemeinderäte gegen die Stimmen Ostlers und Genghammers ohne weitere Diskussionen ablehnten. Dennoch äußerten einige Gemeinderäte quer durch alle Fraktionen einen Wunsch. Nach den schlechten Erfahrungen in der Nachbarschaft mit Tiefbauten verlangten sie Sicherheit schon bei der Vorplanung. Ein Einwand, dem sich auch Bürgermeister Philipp Bernhofer (BL) anschloß.

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Bauherr Johann Eder aus Babensham versuchte, dem entgegenzukommen. Bei dem Vorhaben – also Planung, Ausführung und Verlauf – sei alles aus einer Hand. Er sei bestrebt, keine Schäden zu verursachen: „Ich bin in einem Alter, wo ich keinen Stress mehr brauche.“ Eine Beweissicherung an den umliegenden Gebäuden werde vor und nach der Ausführung erfolgen. Er gebe es auch schriftlich, dass er mit einer 10 000-Euro-Deckelung hafte, wenn neue Schäden – „aber nur für diesen Sonderfall“ – auftreten.

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Drei bis vier Meter hohe Bäume geplant

Normalerweise treten Schäden innerhalb von ein bis zwei Jahren auf, so der Bauherr, und da der Bau in der Nachbarschaft samt Geländeeingriff schon vor fünf Jahren erfolgt sei, gehe er davon aus, „dass die Hauptsetzungen soweit abgeschlossen“ seien.

Was die geplante Baumpflanzungen angehe, so sollen hier drei bis vier Meter hohe Bäume gesetzt werden. Er werde sich hier mit einem Landschaftsplaner kurzschließen, denn es komme auf die Bodenbeschaffenheit an und welche Bäume an der Stelle gut gedeihen. Gegen die vier Stimmen der Grünen-Fraktion und Michaela Leidel (BL) erteilten alle übrigen Gemeinderäte dem Bauvorhaben ihre Zustimmung.

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