Bernaus maskierte Heldinnen: So geht es den Verkäuferinnen, die den ganzen Tag Masken tragen

Janina Obusa-Anjak (links) und Gabriele Praßbergerbedienen in der Dorfbäckerei Rothenwallner. Kirchner
  • vonElisabeth Kirchner
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Die Helden des Alltags findet man zurzeit in Kliniken, Praxen und auch in allen Geschäften. Während die Kunden ihre Masken nur während des Einkaufs aufsetzen müssen, sind Verkäuferinnen und Kassiererinnen verpflichtet sie den ganzen Arbeitstag lang zu tragen. Ein Rundgang durch Bernauer Geschäfte.

Bernau– Die Chiemgau-Zeitung hat in Bernauer Geschäften solche Heldinnen besucht, die in Corona-Zeiten die Läden am Laufen halten und dafür sorgen, dass die Regale immer gefüllt sind.

Da sind beispielsweise die beiden Damen hinter der Theke der Dorfbäckerei Rothenwallner. Trotz der Masken erkennt man ihr warmherziges Lächeln, wenn man durch die Ladentür tritt. Gabriele Praßberger trägt eine weiße Maske („Die hab‘ ich von meinem Schwager“), während Janina Obusa-Anjak eine von der Chefin genähte Maske mit dezentem grün-beigen Blattmuster aufhat.

Franziska Furtner arbeitet im Edeka-Markt.

Farbe ist egal, Hauptsache, man kriegt genug Luft

Die Farbe und das Design ist den beiden egal, für sie zählt, dass sie nicht schwer wiegen und dass sie darunter beziehungsweise damit gut atmen können, denn den ganzen Tag hinter der Theke mit Maske bedienen, ist trotz der geöffneten Ladentür, die für ständige Frischluftzufuhr sorgt, ein anstrengender Job. Gottseidank ist es dieser Tage noch nicht allzu warm draußen.

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+++Die beiden Bäckerei-Verkäuferinnen haben mehrere Masken daheim, denn sie müssen ja auch beständig gewaschen und damit desinfiziert werden, damit sich keine Viren auf ihnen halten können. Janina Obusa-Anjak hat da ein einfaches Rezept: „Erst in den Wasserkocher, dann bügeln.“

Auch beim Edeka-Markt in der Chiemseestraße tragen die Verkäuferinnen und Verkäufer Masken. Wie ihre Kolleginnen in der Bäckerei haben sie sich mittlerweile daran gewöhnt, erzählt Franziska Furtner. Auch die Kunden hielten sich an die Masken-Pflicht, aber ihr falle auf, dass diese sich besser an den Mindestabstand gehalten hätten, als es noch keine Maskenpflicht gab.

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Stressige Wochen liegen hinter Furtner, in denen die Kunden regelrecht die Regale leer geräumt hätten: „Da sind wir oftmals gar nicht hinterher gekommen.“

Von daher sei die Maske – heute trägt sie eine leichte, weiße – perfekt, um ihre Müdigkeit zu verbergen, verrät Furtner mit einem Augenzwinkern. Aber trotzdem freue sie sich wieder auf „normale Zeiten“ und die anstehenden Urlaubstage zu Hause, denn das ständige Masken-Tragen sei auch nicht förderlich für eine reine Gesichtshaut, hat sie schon feststellen müssen.

Inge Huber ist in der Apotheke im Ärztehaus beschäftigt.

Ein buntes Maskenbild

Manche der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Masken hätten engere Gummibänder, sie dürfe aber auch selbstgenähte tragen, „die muss ich aber täglich waschen“.

Auf dem Bernauer Wochenmarkt vor dem Rathaus bietet sich ein buntes Bild: Die Verkäufer an den Ständen tragen, obwohl sie im Freien stehen, ganz unterschiedliche Masken oder Tücher vor Mund und Nase, während das Personal zweier Arztpraxen im nahen Ärztehaus fachgerecht medizinische Masken trägt.

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In der Apotheke im Ärztehaus hingegen setzt man auf das gewisse Etwas: Passend zum einheitlichen rot-pinken Oberteil tragen die weiblichen Angestellten Masken im Leoparden-Design, die von pinkfarben Bändern gehalten werden.

Lediglich Apotheker Oliver Spaeth tanzt aus der Reihe: Seine Maske ist komplett weiß, aber auch er werde demnächst ein farblich passendes Modell bekommen, verrät er schmunzelnd. Seine neue Maske wird ganz schwarz sein, ohne das Leoparden-Design.

Die Blicke der Kunden in der Apotheke verraten auch ohne Worte, dass sie angetan sind von den chicen Masken.

Alle freuen sich schon auf Zeit ohne Masken

Für Brillenträger sei das Maskentragen generell nicht immer angenehm, denn die Brille beschlage leicht, weiß Spaeth von einigen Kunden.

Auch beim Lebensmitteldiscounter Aldi an der Chiemseestraße tragen alle Angestellten pflichtgemäß Vom Konzern würden Masken gestellt, berichtet Niklas Pauli, der gerade die Regale mit neuer Ware befüllt, aber man könne auch seine eigenen Masken tragen.

Man gewöhne sich schon an die Masken, schließlich gingen Sicherheit und Gesundheit vor, da sind sich alle Gesprächspartner einig. Nichtsdestotrotz freuen sich auch schon alle darauf, wenn der Maskenzwang wieder aufgehoben wird und man wieder den Leuten ins Gesicht blicken könne, so Janina Obusa-Anjak, „wenn das Café wieder offen hat und Gäste im Café sitzen“.

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