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Kontaktloser Segen unter freiem Himmel

Bernauer Sternsinger verteilen wieder Weihrauch-Kohle-Sackerln „to go“

Stolze Summen aus früheren Zeiten lange vor Corona: Die Bernauer Sternsinger bei der Bekanntgabe der Spendensumme im zwischenzeitlich abgerissenen Saal des Gasthauses Kampenwand.
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Stolze Summen aus früheren Zeiten lange vor Corona: Die Bernauer Sternsinger bei der Bekanntgabe der Spendensumme im zwischenzeitlich abgerissenen Saal des Gasthauses Kampenwand.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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In Zeiten von Corona ist vieles anders – das betrifft auch die Sternsinger, die normalerweise in jedem Ort von Haus zu Haus ziehen. Doch die Organisatoren machen auch der Not eine Tugend. In Bernau und Rimsting zumindest gibt‘s Alternativen.

Bernau/Rimsting – Normalerweise ziehen sie am Heilig-Drei-König-Tag von Haus zu Haus und schreiben mit gesegneter Kreide die Buchstaben C+M+B samt Jahreszahl an die Haustüren. In Zeiten von Corona können die Sternsinger diesem alten Brauch nicht auf diese Weise nachkommen. Doch in den heimischen Pfarrgemeinden gibt es kreative Ideen, wie Weihrauch, Kreide und die Inschrift trotzdem zu den Menschen kommen.

In Bernau viele sichere Ideen entwickelt

„Kontaktlos“ und „outdoor“ heiße die Devise, nach der sich die Sternsinger-Aktion erneut ausrichten muss, berichtet die Bernauer Organisatorin Anita Wiehler. „Wir vom Organisationsteam möchten den Bernauern trotzdem den Segen in die Häuser bringen und vielleicht sogar wieder ,echte Könige‘ präsentieren“, sagt sie. So seien einige Ideen entwickelt worden, um das Ganze sicher und Corona-konform zu gestalten.

Im ersten Corona-Winter hatte sich zum Beispiel die Idee „Segen zum Mitnehmen“ oder neudeutsch „Segen-To-Go“ durchaus bewährt, erklärt Wiehler. Aus der Not geboren sei eine kleine Mitnahmestation mit Weihrauch-Kohle-Sackerln, Segensaufklebern und Sternsingerbildchen von vielen Bernauern sehr gerne angenommen worden. „Deshalb werden wir diese Möglichkeit auch für das Jahr 2022 wieder anbieten. Jeder der möchte, kann sich also völlig kontaktlos selbst bedienen und gerne eine Spende für das Kinderheim The Nest in Kenia in den Opferstock werfen“, erklärt die Organisatorin. Bernau unterstützt diese Hilfsorganisation gibt es schon seit Jahrzehnten.

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Segen zum Mitnehmen gibt es in der Kirche St. Laurentius vom 24. Dezember bis zum 2. Februar. An Heiligabend und Silvester stellen sich die Sternsinger vor den Edeka-Markt. Am 6. Januar nach dem 10-Uhr-Gottesdienst wird eine kleine Gruppe von Sternsingern vor der Kirche stehen und den Segen verteilen. „Am 5. und am 6. Januar werden wir außerdem singen und den Segen fürs kommende Jahr sprechen“, kündigt die Organisatorin an.

Öffentliche Auftritte

An beiden Tagen ist eine Gruppe von Sternsingern in Bernau je eine Stunde lang zu sehen und zu hören: im Strandbad am See von13.30 Uhr bis 14.30 Uhr sowie am Pavillon im Kurpark von 15 Uhr bis 16 Uhr. Sollte kurzfristig eine Absage der Auftritte angeordnet werden, wird laut Wiehler ein Mitglied des Teams vor Ort sein. Segens-Sackerl und Aufkleber können also in jedem Fall mitgenommen werden. Bernauer, für die das alles vielleicht nicht machbar sei, hätten die Möglichkeit, den „Segen-Bring-Dienst“ zu bestellen, indem sie bei Jessica Jell unter der Nummer 01 520/3 68 16 83 anrufen.

Ysabel Hewelt-Moser kümmert sich um die Sternsinger-Aktion in Rimsting. Geplant ist nach ihrer Aussage heuer, dass die Sternsinger am 6. Januar in der Kirche auftreten. Da gibt es Weihrauch, Aufkleber und Kreide zum Mitnehmen. Weitere Auftritte soll es zu festgelegten Zeiten vor der Kirche und eventuell vor dem Edeka-Geschäft geben.

Momentan ist allerdings noch alles in Planung, auch werden noch Kinder gesucht, die als Sternsinger mitgehen möchten. Interessierte sollen sich per E-Mail anmelden unter sternsingerrimsting@web.de oder telefonisch unter der Nummer 08051/65611 bei Ysabel Hewelt-Moser. Ein erstes Vorbereitungstreffen ist für Samstag, 18. Dezember, vorgesehen.

In Rimsting sind noch Sternsinger gesucht

Die Gruppen sollen laut Hewelt-Moser idealerweise aus Geschwistern oder Freunden plus einer erwachsenen Begleitperson bestehen. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren sollen immer die gleichen Sternsinger beieinander bleiben. Sie müssten getestet sein und einen Mundschutz tragen.

In den Jahren vor Corona waren zwischen 20 und 30 Sternsingergruppen durch Rimsting unterwegs, erzählt Hewelt-Moser. Die Kinder melden sich über Aufrufe in der Zeitung, im Pfarrbrief und über die Schule. Auch liegen Handzettel in der Kirche aus. Bislang seien die Kinder immer „ganz heiß“ darauf gewesen, als Sternsinger zu gehen, weiß sie zu berichten. Heuer ist allerdings die Resonanz noch verhalten.

Ist Sternsingen überhaupt noch gefragt? Darauf antwortet Hewelt-Moser: „Vielen Leuten ist das sehr wichtig. Es gab vor Corona welche, die extra anriefen und fragten, wenn sie nicht zuhause sind, ob die Sternsinger an einem anderen Tag kommen könnten.“ Die Tradition des Sternsingens erfahre immer noch große Wertschätzung. In Rimsting gingen die Sternsinger noch mit einem richtigen Weihrauch-Fass.

Spenden sammeln für die Ärmsten der Welt

Neben dem Segen, den die Sternsinger bringen, sei der zweite wesentliche Punkt an der Aktion, Geld für Kinderhilfsprojekte in den ärmsten Ländern zu sammeln. Besonders dramatisch sei, dass genau diese Länder von Corona am meisten betroffen seien und aber wegen Corona die Einnahmen geringer ausfielen. Der persönliche Kontakt fehle und es sei weniger Aufwand, Münzen in die Sammelbüchse zu werfen, als sich die Bankverbindung heraussuchen und das Geld überweisen zu müssen.

Vielleicht steht die Aktion trotz Corona heuer wieder unter einem aufsteigenden Stern. Zumindest machen sich dafür vor Ort Kinder und Erwachsene sehr viel Mühe.