Bernauer setzen Schwerpunkte auf der Bürgerversammlung: Tempolimit, Lärmschutz und Parken

Die Elektroladesäule vor dem Bernauer Rathaus: Davon soll es in der Gemeinde künftig bis zu acht Exemplare geben, hieß es auf der Bürgerversammlung. Berger
+
Die Elektroladesäule vor dem Bernauer Rathaus: Davon soll es in der Gemeinde künftig bis zu acht Exemplare geben, hieß es auf der Bürgerversammlung. Berger

Viele Wortmeldungen gab es auf der jüngsten Bürgerversammlung in Bernau. Moderiert von Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber und Zweitem Bürgermeister Gerhard Jell ging es um vielfältige Themen, angefangen bei Tempo 30 in Wohngebieten über Lärmschutz an der Autobahn bis hin zur möglichen Neuanordnung der öffentlichen Parkplätze.

Von Josef Adersberger

Bernau–  Gemessen an der vergleichsweise geringen Zahl an Teilnehmern gab es bei der Bernauer Bürgerversammlung am Donnerstag viele Wortmeldungen. Bürgermeisterin Für Irene Biebl-Daiber war es die erste Veranstaltung dieser Art. Unterstützung erhielt sie durch Zweiten Bürgermeister Gerhard Jell, der die Fragerunde der Bürger moderierte.

So forderte zum Beispiel Martin Pollinger mehr Barrierefreiheit in Bernau. Er fragte, warum die geplante Einstellhütte für den gespendeten Strandrollstuhl nicht gebaut worden sei. Die Bürgermeisterin verwies auf die schwierige Situation während der Corona-Pandemie am Strandbad. Sie versprach aber, dass die Hütte gebaut werde.

Parkplätze: Neue Anordnung möglich

Einige Wortmeldungen befassten sich mit der Verkehrspolitik. Heribert Burdick schlug ein generelles Tempo 30 in Wohngebieten vor. „Wenn sich ein gewisser Prozentsatz der Anwohner für ein solches Tempolimit ausspricht, kann die Angelegenheit im Gemeinderat behandelt werden“, antwortete ihm Biebl-Daiber.

Lesen Sie auch:Kleine Biester, große Folgen: Was die Mückenbekämpfung 2020 die Chiemseer Gemeinden kostet

Georg Strauß wollte wissen, wie es um den Lärmschutz bei Bahn und Autobahn stehe. Biebl-Daiber antworte, dass sich bei der Bahn „momentan nichts“ in dieser Richtung tue. „Was die Autobahn betrifft, so haben wir hier eine Lärmmessung in der Nacht beantragt.“ Gleich mehrere Anwesenden sprachen die Parkplatzproblematik im Ortskern an. Nur der Parkplatz beim Ärztehaus könne erweitert werden, so die Bürgermeisterin; bei den Parkplätzen beim Aldi-Markt und am Bahnhof gebe es im Moment keine Erweiterungsmöglichkeiten. „Durch die Städtebauförderung ist aber eine Überprüfung der Neuanordnung der Parkplätze möglich.“

Josef Genghammer fragte nach dem Stand der Sanierung der Chiemseestraße. Die Bürgermeisterin bezeichnete dieses Projekt als „große Maßnahme“, bei der auch der Landkreis mitentscheide und die nur „nach und nach“ vorangehen könne.

Neues Wasserschutzgebiet

Maria Spitalla wollte wissen, wie es mit dem Hospiz- Bau weitergehe. „Die Einweihung findet im November statt“, so die Antwort. Auch die Bernauer Wasserversorgung wurde seitens der Bürger angesprochen. „Wir stellen ein neues Wasserschutzgebiet auf und streben einen Notverbund mit anderen Gemeinden an, am liebsten mit Hittenkirchen“, so die Bürgermeisterin.

Hias Schnaiter erkundigte sich nach dem Zustand der gesperrten Brücke beim Bauernhof Rummelsberger. Diese sei beim jüngsten Unwetter unterspült worden und weise die Schadensklasse vier auf. Zuständig für den Neubau sei die Gemeinde. Es werde aber gerade geprüft, ob die Landwirte, die die Brücke nutzen, am Bau einer neuen Brücke beteiligt werden müssten, da es sich um einen öffentlichen Forst- und Waldweg handle. In diesem Falle versprach die Bürgermeisterin, rechtzeitig auf die betroffenen Landwirte zuzugehen.

Das könnte auch interessant sein: Hiobsbotschaft für Prien in der Bürgerversammlung: Umbau des König Ludwig-Saals dauert länger als gedacht

Bis zu acht Elektroladepunkte

In ihrem Bericht informierte die Bürgermeisterin über Schwerpunkte der Gemeindearbeit, unter anderem den Breitbandausbau. Dieser soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein: „Der Glasfaseranschluss der Grundschule ist gelegt, der des Rathauses ist beschlossen.“ In Sachen E-Mobilität tut sich etwas in Bernau, so die Bürgermeisterin: In Felden seien bis zu acht Elektroladepunkte geplant. Biebl-Daiber zeigte zudem den neuen Bebauungsplan Hittenkirchen-Dorf und den Stand des Bebauungsplans Gut Hitzelsberg. Das Sicherheitskonzept Strandbad/Seeufer wurde ausführlich behandelt. Wegen eines BGH-Urteils sei es erforderlich, dafür ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Der Bereich sei nun in verschiedene Zonen aufgeteilt und die ersten Sicherheitslücken seien beseitigt. Der Eintritt bleibe kostenlos.

Ehrungen für Bürgerengagement

Nach dem Totengedenken nahm Biebl-Daiber Ehrungen vor: Marcus Praßberger erhielt für 25 Jahre Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Bernau, darunter über acht Jahre als Kommandant, das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Horst Saur verlieh sie für 28 Jahre kommunalpolitisches Engagement als Gemeinderat die Bürgermedaille. Hansjörg Decker war verhindert, er bekommt bei der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung am 29. Oktober für 24 Jahre als Gemeinderat die Bürgermedaille.

Die zweite Bernauer Bürgerversammlung in Hittenkirchen am morgigen Mittwoch entfällt coronabedingt.

Marcus Praßberger von der Freiwilligen Feuerwehr bernau wurde auf der Bürgerversammlung für 25 Jahre Dienst geehrt.

Kommentare