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Bernauer WMG schnappt sich zwei Mandate mehr: CSU und Grüne verlieren einen Sitz

  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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Die Wählerschaft Mittelstand und Gewerbe (WMG) in Bernau ist der Wahlsieger. Sie schnappt sich zwei Sitze von CSU und Grünen, die jeweils ein Mandat demzufolge verlieren. Die Gemeinde Bernau wählt dabei entgegen dem Trend, in dem grün zugewinne in den kommunalpolitischen Gremien verzeichnet.

Bernau– Nach einem Auszählungsmarathon steht nun – gemäß dem vorläufigen Ergebnis – fest: Auf die CSU entfallen 33,5 Prozent. In absoluten Zahlen sind dies 20 769 Stimmen. Das ist ein Minus von fünf Prozent zu vor sechs Jahren. Sie büßt damit nach zwei Mandaten 2014 einen weiteren Sitz am Gemeinderatstisch ein, bleibt aber stärkste Kraft.

Fraktionsvorsitzende Irene Biebl-Daiber: „Es ist schade, dass wir einen Sitz verloren haben. Gleichzeitig ist die neue Zusammensetzung im Gemeinderat vielversprechend für die Projekte, die wir angehen müssen.“ Für das Vertrauen der Wähler als stärkste Fraktion im Gemeinderat danke sie ausdrücklich. Vertreten sind für die CSU: Irene Biebl-Daiber, Gerhard Jell, Josef Wörndl, Peter Steindlmüller, Matthias Vieweger sowie Peter Pertl und Jakob Müller. Zweitstärkste Kraft ist die Bernauer Liste mit 17,2 Prozentpunkten (10 653 Stimmen) und drei Mandaten. Ins Gremium ziehen ein: Philipp Bernhofer, Georg Bauer und Michaela Leidel. Letztere ist die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der BL: „Ich bin zufrieden mit dem, Ergebnis. Mehr Prozente als bei der letzten Wahl. Wir sind zweitstärkste Kraft und lösen an dieser Stelle die Grünen ab. Außerdem hat der Bürgermeister mehr Prozentpunkte erzielt als bei der letzten Wahl im ersten Wahldurchgang gegen CSU-Bewerber Hügel“, erinnert Leidel. Mit einem Minus von 0,2 Prozentpunkten hält die Bernauer Liste zudem ihr Ergebnis nahezu von vor sechs Jahren.

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Ergebnis ist Verpflichtung am Wähler zugleich

Die WMG wiederum ist mit Sascha Klein, Helmut Wachter und Stefan Saur vertreten. Klein: „Die WMG gratuliert Irene Biebl-Daiber und will sie in der Stichwahl unterstützen.“ Als „fulminaten Wahlsieg“ wertete er das Ergebnis, was zugleich Verpflichtung sei. „Wir bedanken uns bei den Wählern für Ihr Vertrauen und werden uns bemühen, dieses nicht zu enttäuschen.“ Vor sechs Jahren noch hatte die Gruppierung „nur“ 6,9 Prozente geholt. Jetzt liegt man bei 15,7 und damit gleichauf mit den Grünen.

9708 Stimmen entfallen in Bernau auf die Grünen. Sie können damit im bayernweiten Trend in anderen Kommunen nicht mithalten. Im Gegenteil sie stürzen regelrecht ab. 2014 gab es noch 17,8 Prozent für die Partei. Fraktionsvorsitzender Sepp Genghammer kritisiert den Wahlausgang hart: „Es ist schon frappierend, wie ein Bewerber durch den Missbrauch des ,Bernauers‘, der von der Gemeinde mitfinanzierten Ortszeitung seines Gewerbevereins, den Wahlausgang für sich manipulieren konnte.

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Nun werden aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse wohl Chiemseepark Felden, alter Sportplatz und Hitzelsberg Südhang zugebaut werden. Es sei denn die Bürger in der Stichwahl nicht doch eines Besseren besinnen und Philipp Bernhofer wieder zum Bürgermeister wählen“. Ins Gremium geschafft haben es: Ursula Zeitlmann, Severin Ohlert und Pia Ostler. „Bissl enttäuscht“ keine zweistelligen Werte erreicht zu haben, war Fraktionsvorsitzender Franz Praßberger für seine FW/ÜWG. „Ich sehe es aber sportlich. Wir wollen uns für die Sache einbringen. Nach der Wahl ist zugleich vor der Wahl“, so Praßberger. Die FW/ÜWG kommt auf 5733 stimmen und damit auf 9,3 Prozent. Mandate haben: Franz Praßberger und ChristianPraßberger.

Die SPD erzielte mit Alexander Herkner und Katrin Hofherr ebenfalls zwei Mandate. Auf die „Roten“ entfielen 5362 der Stimmen und damit 8,7 Prozent. Dass Politik bewegt, untermauert die Tatsache, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zu vor sechs Jahren gestiegen ist. Von 57,5 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 61,7 Prozentpunkte.

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