Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


JAKOB BAUMGARTNER UND MAXIMILIAN RATH

Zwei junge Bernauer Musiker holen erstmals Gold mit der Ziach

Jakob Baumgartner und Maximilian Rath (v.l) .
+
Jakob Baumgartner und Maximilian Rath (v.l) .
  • VonLudwig Flug
    schließen

Einen besonderen Erfolg verbuchten die Bernauer Maximilian Rath und Jakob Baumgartner. Die Schüler der Zweigstelle Bernau der Musikschule sind bayernweit die Ersten, die das Musikerleistungsabzeichen D3 mit der Diatonischen Harmonika errangen.

Bernau – Das Kunststück gelang ihnen in der Prüfung des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) im Mozartsaal der Kreismusikschule Erding. Voraussetzung für die Teilnahme an einer D3-Prüfung ist der jahrelange Werdegang über bestandenen D1- und D2-Prüfungen. Mit denen im Gepäck meldeten sich die beiden 18-Jährigen zur D3-Prüfung. Sie bestanden zunächst die theoretische Prüfung mit Fragen rund um Musiktheorie und Gehörbildung.

Vorspiel vor einer Fachkommission

Die praktische Prüfung nimmt eine Fachkommission aus mindestens einem Vorstandsmitglied des Musikschulverbandes, einem Musikschulleiter und eine Fachlehrkraft ab. Neben Einzelaufgaben liegt der Schwerpunkt der Prüfung auf drei zu spielenden Pflichtstücken, einem Wahlstück und dem Vorspielen vom Blatt.

Die Jury freute sich über die souveränen Auftritte der beiden und lobte die Rhythmussicherheit und die „perfekte Technik“. Die Stücke seien gut gewählt, die Persönlichkeit beider Spieler überzeuge.

Mit den beiden Schülern freute sich besonders Musikschullehrerin Caroline Schmid über den Erfolg in Erding. Schmid unterrichtet beide schon seit mehreren Jahren und bereitete sie im praktischen Spiel auf das D3-Abzeichen, das sogenannte Goldabzeichen, vor.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Bernau

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen zeigte sich Schmid stolz auf ihre beiden Schüler, denn die Vorbereitung verlief „in diesem Pandemiejahr alles andere als einfach“. 13 Wochen blieb den beiden nichts anderes als Online-Einzelunterricht. Gruppenstunden fielen in der Zeit völlig aus. Zudem steckten sie in der Vorbereitungszeit in den Abiturprüfungen.

Für das Engagement von Maximilian Rath und Jakob Baumgartner spricht, dass sie mit Gitarristin Veronika Pertl in der Gruppe FingerG’spui musizieren. In dieser Formation erspielten sie sich noch am Prüfungssamstag beim ersten Volksmusikwettbewerb „Grassauer Haberspitz“ das Prädikat „ausgezeichnet“.

Jakob Baumgartner reagiert im persönlichen Gespräch nach den Erfolgen eher gelassen und bodenständig „Ich fing mit der Blockflöte an und wollte Trompete oder Ziach lernen, Instrumente die meine Eltern spielen und die ich interessant fand. Für die Trompete war ich am Anfang noch zu klein, deshalb lernte ich Ziach.“ Auch in der Zukunft werde er in der Gruppe und allein wie gehabt weiterspielen.

Auch Maximilian Rath bleibt der Musik treu: „Ich bin vor allem durch den Trachtenverein und durch meinen Cousin auf das Instrument gekommen. Ziach fand ich immer super cool und wollte es unbedingt spielen. In Zukunft studiere ich voraussichtlich Pharmazie und führe die Musik als Hobby weiter.“

Trotz Studium dem Instrument treu

Die Ziach werde immer ein großer und fester Bestandteil seines Lebens sein: „Deswegen werden wir in unserer Gruppe in irgendeiner Weise neben dem Studium weitermusizieren. Zudem suche ich dazu in meiner Studienstadt nach einer Möglichkeit.“ Musikschulleiter Otto Dufter, selbst Ziachspieler, sieht, dass mit der Diatonische Harmonika in den D3-Leistungsprüfungen das Instrument mehr Aufmerksamkeit im Musikschulverband erlangt.

Da freue es ihn, dass die Musikschule Grassau mit Rath und Baumgartner daran ihren Anteil habe. Zurzeit gebe es Pläne, das Additum, das Musikabitur, auch mit der Diatonische Harmonika zu ermöglichen. Dufter hält das für einen guten Weg zumal „die Musikhochschule München einen ausgezeichneten Studiengang für die Diatonische Harmonika bietet“, findet er.

Beeindruckt:

Christoph Peters vom Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) sagt im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung über die beiden Bernauer Ziachspieler: „Die Leistung war beeindruckend.“ Es freue den Verband ganz besonders, dass „auch so exotische Instrumente“ sie die Diatonische Harmonika bei der D3-Prüfung – das ist die schwerste von drei Stufen – antreten. Klavier und Violine kämen am häufigsten vor. In Oberbayern würden heuer 66 D3-Prüfungen abgenommen.

Die Musikerleistungsabzeichen seien freiwillig. „Ich finde es ganz toll, wie Jugendliche sich so intensiv Zeit für ihr Instrument nehmen“, so Peters. Trotz Fernunterricht per Telefon oder Video in Zeiten von Corona seien weder die Zahl der Anmeldungen noch die Qualität der Leistungen niedriger, als zuvor.

Mehr zum Thema

Kommentare