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2000 Konserven täglich allein in Bayern

Bernauer machen es vor: So wichtig ist Blutspenden

2000 Blutkonverserven werden pro Tag in Bayern gebraucht. Der kleine Piks bei Freiwilligen hilft besonders Menschen in der Krebstherapie.
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2000 Blutkonverserven werden pro Tag in Bayern gebraucht. Der kleine Piks bei Freiwilligen hilft besonders Menschen in der Krebstherapie.
  • VonElisabeth Kirchner
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Wenn man eine braucht, ist man froh, dass andere Menschen gespendet haben: Doch nach wie vor sind Blutkonserven ein rares Gut. Wir haben uns in Bernau umgehört, wie es Blutspendern geht und was sie motiviert.

Bernau – „Es gibt noch Luft nach oben, was die Blutspendefreudigkeit angeht,“ sagt Patric Nohe, zuständig beim Blutspendedienst für Presse und Unternehmenskommunikation beim Münchner Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Zuletzt haben weniger Menschen als sonst Blut gespendet. Noch ist die Versorgung gewährleistet - doch angesichts des nahenden Sommers und der zu erwartenden Reiselust braucht es einen gewissen Vorrat an Blutkonserven.

In Bernau herrscht beim Blutspendetermin des BRK wenig Andrang. Sei es, weil die Terminvergabe den Andrang lenkt, sei es, weil schönes Wetter herrscht oder weil die Pandemie noch immer ein beherrschendes Thema ist. Sebastian Gruber (39) aus Aschau findet Blutspenden wichtig, und deswegen ist es für ihn das Blutspenden ein fester Termin. Denn „wenn man selbst mal in eine Woche Situation kommt, ist man dankbar.“

Christian Mayer (44) aus Prien, dieses Mal zum dritten Mal dabei, findet es gut, dass man nicht anstehen muss: „Dank der Terminvergabe ist alles sehr entspannt.“

Schon 34 mal gespendet

Veronika Jehl (43) aus Frasdorf sieht das ähnlich. Sie muss es wissen, schließlich hat sie gerade eben zum 34. Mal Blut gespendet. Sie habe selbst schon mal Blut gebraucht, und deswegen sei es für sie eine Selbstverständlichkeit, zum Blutspenden zu gehen.

Rund 2.000 Blutkonserven werden täglich alleine in Bayern gebraucht.

Der größte Teil davon, etwa 19 Prozent, kommen in der Krebstherapie zum Einsatz, jeweils etwa 16 Prozent bei Herz- beziehungsweise Magen-Darm-Erkrankungen. Etwa 12 Prozent der Blutspenden helfen Verletzten nach Unfällen. Doch Blutkonserven halten sich nur 42 Tage, betont BRK-Sprecher Nohe. Deshalb sei es so wichtig, dass immer eine gewisse Kontinuität beim Blutspenden gegeben ist.

Neu beim Spenden

Melanie Gaschott (46) aus Schleching ist Novizin beim Blutspenden. Sie habe den Werbebanner täglich auf dem Weg zur Arbeit gesehen und sich schließlich einen Ruck gegeben, erzählt sie. In der Mehrzweckhalle in Bernau stehen an den einzelnen Stationen BRK-Helfer und ehrenamtliche Helfer der Bernauer Wasserwacht bereit.

Zuerst muss man einen Antragsbogen (sofern man nicht schon einen Blutspendeausweis hat) ausfüllen. Nach der Anmeldung geht es ins kleine Labor und nach dem ärztlichen Kreislaufcheck darf man auf einer der im Kreis aufgebauten Liegen mit dem Blutspende-Equipment Platz nehmen. Wer fertig ist, muss noch ein paar Minuten wegen des Kreislaufs liegen bleiben, dann darf man sich aufsetzen und sich schließlich auf der Tribüne der Mehrzweckhalle mit erfrischenden Getränken, einer herzhaften Brotzeit und zuckerreichen Süßigkeiten stärken.

Drei Präparate entstehen aus Spende

Melanie Gaschott ist zufrieden: „Es war ok.“ Trotz ihrer Angst vor Nadeln. Eine der BRK-Mitarbeiterinnen habe ihr erklärt, dass das gespendete Blut im Anschluss in die Nähe von Würzburg gebracht und dort verarbeitet werde. Aus einer Vollspende lassen sich drei Präparate gewinnen. Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden.

Florian Abt, BRK-Gebietsreferent, hat die Blutspende-Statistik vor sich liegen: In Bernau sind es gut 130 Blutspender. 4400 mobile Termine gibt es im Jahr. Dafür ist der BRK-Blutspendedienst in ganz Bayern unterwegs. Die Kreisverbände übernehmen die Logistik vor Ort.

Dazu kommen noch 1100 stationäre Zentren quer durch ganz Bayern. Zwischen 18 und 65 Jahren darf man Blut spenden, und sobald man einmal registriert ist sogar bis zum 73. Lebensjahr. Frauen können vier, Männer sechs Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden.

Zentraler Knackpunkt ist die Haltbarkeit, man kann Blutkonserven nicht bevorraten. Er wolle keinen Alarmismus verbreiten, sagt BRK-Sprecher Nohe noch. Aber jeder könne einmal in die Situation kommen, dass er eine Blutspende braucht. Die Blutspendetermine sind auf der Webseite www.blutspendedienst.com einsehbar.