Bernauer Gemeinderat genehmigt Gewerbe neben Aldi

Mit 14:6 Stimmen einigten sich die Räte bei der Sitzung des Bernauer Gemeinderats darauf, dass die bisher noch unbebaute Fläche neben ALDI mit einem Drogeriemarkt und einem weiteren Einzelhandelsmarkt auf zwei getrennten Baukörpern bebaut werden darf.

Bernau – Den Angaben der Architektin Ines Stenzel von Blaesig Architekten GmbH zufolge, werden die beiden Gebäude mit einem geschwungenen Foliendach mit PV-Anlage und einer Holzfassade versehen. Eine Stellungnahme zum Immissionsschutz liege vor, und beide Märkte werden jeweils unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, fasste die Planerin zusammen.

Laut Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) sollen die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen.

Holz an der Frontseite In dem rückwärtigen Gebäude wird ein Drogeriemarkt untergebracht, für das vordere, also östlichere, Gebäude steht allerdings noch kein Nutzer fest. Von der Partei der Grünen kamen die ersten Wortmeldungen. Severin Ohlert forderte „keinen Vollsortimenter; bitte keine Konkurrenz zum Edeka im Ort“. Pia Ostler forderte ein begrüntes Dach, und Ulla Zeitlmann hakte beim Schallschutz nach. Architektin Stenzel erklärte, dass auf dem geplanten Bogendach Begrünung und Photovoltaik-Anlagenicht möglich seien. Was den Schallschutz angehe, so werde auf der weiter östlich gelegenen Parzelle die Anlieferzone überdacht und seitlich eingebaut, sodass der Immissionsschutz gegenüber der nächstgelegenen Wohnbebauung an der Chiemseestraße eingehalten wird. Geschäftsleitern Irmgard Daxlberger fügte noch an, dass die Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zu gering für einen Vollsortimenter sei. Bis dato gibt es nur einen Mieter

Peter Pertl (CSU) fragte, ob in den zweiten Laden jeder beliebige Einzelhändler könne. Dies bejahte die Bürgermeisterin, erklärte aber auch, dass kein Vollsortimenter gewünscht sei. Matthias Vieweger (CSU) beharrte gleichwohl: „Wir kaufen die Katze im Sack.“

Geschäftsleiterin Daxlberger wies auf die Vorgeschichte hin. Bei Aldi habe der damalige Gemeinderat einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan gutgeheißen, die Restfläche sei nun eben nun ein Angebotsbebauungsplan. Architektin Stenzel erklärte weiter, dass corona-bedingt eine Pause eingetreten sei. Bislang gebe es eben nur einen Mieter für das westlichere Gebäude.

Sascha Klein (WMG) forderte einen Beschluss gegen den Einzug eines Vollsortimenters in das noch unvermietete zweite Gebäude, sonst bedeute das das Aus für den innerörtlichen Edeka. Auch Pia Ostler schloss sich dieser Ansicht an. Pertl befürwortete ausschließlich den Bau des ersten, schon vermieteten Gebäudes. Dieses Ansinnen aber lehnten Stenzel und Daxlberger ab. Es handle sich hier um einen Bauantrag, den man „schlecht trennen“ könne, so Daxlberger.

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Katrin Hofherr (SPD) hakte nach, wie es nun mit den Planungen weitergehe. Der Architektin zufolge werde erst der Drogeriemarkt gebaut, für das zweite Gebäude werde die Bodenfläche verbessert. Einige Gemeinderäte blieben dennoch bei ihren Forderungen: „Keine Ramsch-Läden,“ so Ostler. Kein Vollsortimenter, war Kleins Anliegen. Daxlberger wiederholte, dass die Gemeinde nicht den Mieter bestimmen könne, und auch Stenzel versuchte zu beruhigen: Es werde mit hochwertigem Material und Holz gebaut, das ziehe schon mal anderes Klientel an.

Drogerie- und Bioladen fehlen

Philipp Bernhofer (BL) begrüßte die „anspruchsvolle Qualität.“ Bernau brauche einen Drogeriemarkt, seiner Ansicht fehle aber auch nach wie vor ein Bioladen. Wichtig sei, die Kaufkraft der Bürger im Ort zu halten.

Die Bürgermeisterin beendete die Debatte. Dem Beschlussvorschlag, der Errichtung eines Drogeriemarkts unter der Bedingung zuzustimmen, dass kein Vollsortimenter in das zweite Gebäude einziehen dürfe, und dass der Gemeinderat, über den Mieter des zweiten Gebäudes informiert werden möchte, folgten 14 von 20 Gemeinderäten. elk

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