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Rufbus-Konzept wirft seine Schatten voraus

Bernau streicht Zuschuss für Ausflugsbus

Der Ausflugsbus an der Haltestelle der Tourist-Info Bernau auf dem Weg Richtung Aschau/Sachrang..
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Der Ausflugsbus an der Haltestelle der Tourist-Info Bernau auf dem Weg Richtung Aschau/Sachrang..
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Linie 9502 verbindet den Chiemsee mit dem Kufsteiner Land. Mehrere Gemeinden beteiligen sich finanziell. Der Kreis schrumpft.

Bernau – Bei den Gegenstimmen von Thomas Deinzer (SPD) und Josef Genghammer (Grüne) beschloss der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, sich ab nächstes Jahr nicht mehr kostenmäßig an der Inntal-Priental-Chiemsee Buslinie 9502 zu beteiligen. Die pendelt zwischen Bernau-Felden nach Oberaudorf und weiter bis über die österreichische Grenze ins Kufsteiner Land. Die Gemeinde geht davon aus, dass die Linie wegen dem Anschluss an die Chiemsee-Schifffahrt trotzdem weiter bestehen bleibt.

Linie ist ein Projekt aus EU-Fördertopf

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) erklärte, dass dieser „grenzenlose Ausflugsbus“ in Bernau sieben Haltestellen bedient. Seit einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2017 beteiligt sich Bernau mit jährlich 2000 Euro an dieser Buslinie. Sie war mit Geld aus einem EU-Fördertopf für grenzüberschreitende regionale Entwicklung (Interreg) eingeführt worden.

Aus einer Auswertung habe zitierte die Bürgermeisterin, dass vergangenes Jahr 245 Fahrten mit Bernauer Gästekarten unternommen worden seien. 17 Prozent dieser Fahrten wären durch innerörtliche Verbindungen abgedeckt gewesen.

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Bis auf den grenzüberschreitenden Bereich würden die Haltestellen der Linie künftig durch den Rufbus des Landkreises abgedeckt, der ab Frühjahr an den Start gehen soll (wir berichteten).

Als weiteren Hintergrund erläuterte Biebl-Daiber, dass ab heuer alle RVO-Linien über den Buspass abgerechnet werden, der für Touristen kostenlos ist. Dieser beziehe sich nun auf alle Fahrten im Raum Oberbayern. Josef Genghammer (Grüne) hatte zu diesem Punkt einen ausführlichen Antrag eingebracht, was ihm erneut die Kritik der Bürgermeisterin eintrug. Sie sagte zu ihm: „Sie kämpfen für den Erhalt der Linie. Ihre Argumente sollten sie lieber im Gemeinderat vorbringen und uns von der Antragsflut verschonen.“ Sie wertete den Antrag ebenso wie Gemeinderat Matthias Vieweger (CSU) „eigentlich als Redebetrag“.

Genghammer forderte nicht nur, den RVO-Linienbus weiter zu bezuschussen, sondern auch für eine Verstärkung des Fahrplans einzutreten. In seinem Antrag nannte er es „unsolidarisch“, die „eh schon geringe Kostenbeteiligung“ einzustellen, mit dem Hintergedanken, dass die Linie trotzdem weiterhin bestehen bleibt.

Genghammer warnt vor „kaputtsparen“ des ÖPNV

Vieweger betonte, es sei wichtig sich auf eine Sache zu konzentrieren – in diesem Fall den neuen Rufbus. Die Bernauer Tourismusleiterin Anja Abel sagte, einige andere Gemeinden wie zum Beispiel Aschau bezuschussten den Ausflugsbus weiterhin. Genghammer warnte davor den ÖPNV kaputt zu sparen, wie er es nannte, noch dazu in Zeiten des Klimawandels. Deshalb gehe es ihm um die Erweiterung dieser Linie.

„ÖPNV nicht kaputtsparen“

Der Landkreis-Rufbus ROSI sei sinnvoll als Zubringer, könne ihn aber nicht voll ersetzen. Bei ausreichendem Fahrplan könne ein Linienbus auf Vorteile gegenüber einem Ruftaxi haben, weil er feste Abfahrtszeiten vorgibt und nicht mit Wartezeiten zu rechnen sei.

Am Ende konnte er sich aber nicht durchsetzen mit seiner Meinung. Mit dem Beschluss gegen eine Kostenbeteiligung hatte sich auch sein Antrag erledigt.

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