Bernau: Serenade begeistert im Kurpark

Die Zuschauer waren bereits nach den ersten Klängen des Konzerts von der Akustik im Kurpark beeindruckt.
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Die Zuschauer waren bereits nach den ersten Klängen des Konzerts von der Akustik im Kurpark beeindruckt.

Traumhaftes Wetter, eine wunderbare Kulisse und hervorragend aufeinander eingespielte Musiker waren die Garanten für eine gelungene Bläser-Matinee im Bernauer Kurpark.

Bernau – Trotz der geltenden Corona-Regeln für den öffentlichen Raum konnten die rund 300 Zuhörer mit dem gebotenen Abstand auf bereitgestellten Bänken und Stühlen, mitgebrachten Hockern und Decken dieses Konzert genießen.

Der Bernauer Albert Osterhammer, Mitglied der Münchner Philharmoniker, und Stefan Schneider vom Münchner Kammerorchester organisierten eine Reihe hochkarätiger Kollegen aus der freien Musikszene und aus führenden Orchestern, um mit dem Publikum ihre Leidenschaft für das Musizieren und ihre Freude an dieser Musik zu teilen.

Zu Gehör gebracht wurde nichts weniger als die Serenade „Gran Partita“ KV 361/370a von Wolfgang Amadeus Mozart. Serenaden stellen in der Musikgeschichte unterhaltsame, oft unter freiem Himmel aufgeführte Kompositionen in den Abendstunden dar; bis auf die Tageszeit bestens passend für den Bernauer Kurpark.

Die „Große Partie“, wie Osterhammer sie in seiner kurzen Begrüßung auch nannte, war bereits zu Mozarts Zeiten ein Meisterwerk. War man damals noch die sogenannte „Harmoniemusik“ für sechs oder acht Bläser gewohnt, komponierte er etwa um 1784 diese Serenade für eine einzigartige Besetzung: zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Bassetthörner, vier Naturhörner, zwei Fagotte und ein Kontrabass. Bereits bei Mozarts Zeitgenossen, sowohl bei seinen Anhängern als auch seinen schärfsten Kritikern, löste dieses Werk Begeisterungsstürme aus – wie auch noch heute.

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Der erste Satz, ein Adagio, beginnt unscheinbar mit einer pulsierenden Begleitung, über die sich nach wenigen Takten eine wunderschöne gesangliche Melodie legt; er gehört zu den schönsten langsamen Sätzen der Musikgeschichte. Mozart zeigt mit seinem Werk den ganzen Farbreichtum einer großen kammermusikalischen Bläserbesetzung. Auf der einen Seite ein solistisch gleichberechtigtes Bläserquartett (Oboe, Klarinette, Bassetthorn, Fagott), auf der anderen Seite unterschiedlichste Duette der anderen Instrumente.

Die Zuhörer waren bereits bei den ersten Klängen von der Akustik im Kurpark beeindruckt. Jeder noch so leise gespielte Ton war an jedem Platz hervorragend zu hören. Selbst das Martinshorn eines vorbeirasenden Krankenwagens oder Motorräder konnten den Musikgenuss nicht lange trüben. Pünktlich mit dem Zwölf-Uhr-Läuten der Bernauer Pfarrkirche endete dieses einmalige Konzert, das als Ersatz für die wegen Corona ausgefallene Konzertreihe „Musik an besonderen Orten“ gelten konnte. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber bedankte sich bei den Akteuren mit einem Präsent für die hervorragende Leistung.

Der Erlös des Benefizkonzerts geht an die auftretenden, freischaffenden Musiker, die durch die Corona-Krise keine Engagements wahrnehmen konnten. gle

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