Bernau: Nachtreten gegen Wahlverlierer – Bürger kritisieren Vandalismus-Häme

Unbekanntehaben das Wahlplakat von Philipp Bernhofer mit einem hämischen Spruch versehen. Harsche Kritik gibt es dabei von vielen Bernauern. Altinger

„Zurück in die Schule, Herr Oberlehrer“ – mit diesem hämischen Spruch wurden Wahlplakate von Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) verunglimpft. Man ist sich einig: Von „respektlos“ über „Das tut man einfach nicht“ bis hin zu „armselig“ reichen die Kommentare.

Bernau– Die designierte Bürgermeisterin und Gegenkandidatin von Bernhofer, Irene Biebl-Daiber meldete sich via Facebook direkt dazu zu Wort: „Bei Danke-Kleben habe ich gerade gesehen, dass Wahlplakate einer anderen Gruppierung mit diversen Sprüchen verziert wurden. Ich möchte mich von so einem Stil distanzieren.“

Amtsnachfolgerin verurteilt Schmierereien

Bernau müsse jetzt zusammenhalten. Ein sachlicher und fairer Umgang sei wichtig. "Es war mit Sicherheit niemand aus unseren Reihen“, betont Biebl-Daiber. Als „komplett daneben und zum Schämen“ bezeichnet der Bürgermeisterkandidat der CSU von 2014, Christian Hügel, das Verschandeln der Plakate. Häme habe kein Kandidat, dem es um die Sache und das Wohl der Bürger gehe, verdient. „Demokraten müssen hier zusammenhalten“, so Hügel.

Der OVB-Leserin Anna-Maria Altinger aus Bernau reicht es ebenso: „Offensichtlich haben in Bernau einige Menschen keine anderen Sorgen, als gegen unseren bisherigen Bürgermeister, Herrn Bernhofer nachzutreten."

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Anders ist es nicht zu erklären, dass einige seiner Wahlplakate anonym mit hämischen Sprüchen beklebt wurden.“ Man könne nur wünschen und hoffen, dass diese Aktion nicht von einer in den neuen Bernauer Gemeinderat gewählten Gruppierungen ausgeht, hofft sie. „Jedem vernünftigen Menschen müsste klar sein, dass eine solche Aktion weder von persönlichem noch politischem Anstand zeugt“, betont Altinger. Respekt habe jeder verdient, der bereit ist ein öffentliches Amt und damit Verantwortung zu übernehmen. „Ansonsten müssen wir uns nicht wundern, wenn künftig noch weniger Menschen Lust darauf haben Verantwortung für Städte und Gemeinden zu übernehmen“, urteil die Bernauerin. Sie ist zudem die Streitigkeiten untereinander generell leid.

Bernhofer: "Wir haben jetzt andere Probleme"

Bernhofer selbst erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Ich kann nur sagen: Liabe Leit, stellt den Wahlkampf ein. Wir haben eine Entscheidung.“ Gerade in den vorherrschenden Krisenzeiten gebe es Wichtigeres als derlei Aktionen, die unter jeglichem Niveau seien. „Aber: Es ist so viel im Wahlkampf gelaufen und ich habe mir so viel anhören müssen, dass ich wirklich nur appellieren kann: Leute, es reicht. Wir haben jetzt ganz andere Probleme“, betont Bernhofer.

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Für ihn sei der Wahlkampf vorbei, gestern erfolgte die obligatorische Amtsleiterrunde, in der beschlossen wurde, die gelben Plakatwände nun abzubauen. „Wie üblich werden jetzt auch die Parteien aufgefordert, ihre Aufsteller zu entfernen“, erklärt der Bürgermeister und hofft so dem Vandalismus zugleich automatisch ein Ende zu setzen.

Mit diesem Aufruf ist er nicht alleine. In den sozialen Medien meldete sich auch Alexander Herkner (SPD) und verurteilte das Gebaren ebenso: „Das ist gänzlich abzulehnen.“ Er appelliert daran, aufzuhören, in Bernau Gräben zu schaffen. „Das bringt uns im Gemeinderat nicht weiter und ihr schadet Bernau.“

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