Nachruf

Karl Horrer aus Bernau im Alter von 93 Jahren verstorben

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In aller Stille ist die bekannte Bernauer Persönlichkeit Karl Horrer auf dem Gottesacker der Pfarrkirche St. Laurentius zu Grabe getragen worden. Nach einem erfüllten Leben verstarb Horrer im Alter von beinahe 93 Jahren im Pflegeheim „St. Bartholomäus“ in Rossholzen am Samerberg.

Bernau – Pater Joshy erinnerte beim Trauergottesdienst in der Pfarrkirche daran, dass Karl Horrer 1927 in Gutwasser im Böhmerwald zur Welt kam. Er hatte einen Bruder, der bereits 1986 verstorben ist. Seine Schwester erlag im Alter von zehn Jahren einem Blinddarmdurchbruch. „Mit 17 Jahren musste er noch in den Krieg, dabei kam er nach Ungarn“, so Pater Joshy. Beim Rückzug bis zum Fluß Steyr sei es Horrer gelungen, den amerikanischen Sektor zu erreichen. Im Auffanglager in Rosenheim traf er wieder mit seiner Familie zusammen.

In das Berufsleben startete Horrer als Lederhosenmacher in der damals im „Bonnschlössl“ in Bernau untergebrachten Lederfabrik. 1953 heiratete er seine Frau Cilly.

Aus der Ehe gingen die Söhne Karl und Gerhard sowie vier Enkel- und fünf Urenkel hervor. 1958 erbaute er sein Wohn- und Geschäftshaus in der Chiemseestraße und machte sich als Säckler selbstständig.

Nebenbei ging es auf Ausflugsfahrten mit einem Acht-Sitzer-Kleinbus, Wartezeiten überbrückte er dabei mit seinen Lederhosen-Stickereien. Für viele Trachtenvereine und Trachtler fertigte er individuelle Leder- und Bundhosen sowie Hosenträger. Sein handwerkliches Geschick und sein Geschäft gab er an seinen Sohn Karl weiter. Diesem stand er bis ins hohe Alter und so lange es die Gesundheit erlaubte mit Rat und Tat zur Seite.

Karl Horrer war eng mit dem dörflichen Vereinsleben verbunden. So fungierte er als Mitglied beim Trachtenverein „D´Staffestoana“ Bernau, bei der örtlichen Wasserwacht und bei der Feuerwehr. Bereits vor der Wiedergründung der Bernauer Gebirgsschützenkompanie trat er der Priener Gebirgsschützenkompanie bei, der er bis zuletzt die Treue hielt. Der Veteranen- und Reservistenverein Bernau mit Vorsitzendem Günther Frey dankte dem Kriegsteilnehmer und treuen Mitglied mit der Anwesenheit der Fahnenabordnung sowie mit Weisen eines Bläser-Quartetts aus den Reihen der Bernauer Blaskapelle.

Am offenen Grab spielte Schorsch Hogger auf der Trompete das Lieblingslied des Verstorbenen „Tief drin im Böhmerwald“. Für die volksmusikalische Gestaltung der Trauerfeier sorgten Michael und Claudia Sichler aus Rottau sowie Herbert und Wally Donauer aus Übersee. hoe

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