Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bürgermeisterin hat schon eine Idee

In Bernau sind die Kita-Plätze ausgegangen: Was jetzt kommt

Ortstermin zum neuen Waldkindergarten: (von links) Anton Reiserer und Sandra Reich vom Betreiber, der Arbeiterwohlfahrt, gemeinsam mit Bernaus Bürgermeisterin IreneBiebl-Daiber und Bernaus Geschäftsführer Andreas Lukas.
+
Ortstermin zum neuen Waldkindergarten: (von links) Anton Reiserer und Sandra Reich vom Betreiber, der Arbeiterwohlfahrt, gemeinsam mit Bernaus Bürgermeisterin IreneBiebl-Daiber und Bernaus Geschäftsführer Andreas Lukas.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

In Bernau fehlen aktuell zehn Kindergarten- und 20 Kinderkrippenplätze. Welche Lösung sich abzeichnet.

Bernau – In Bernau fehlen aktuell zehn Kindergarten- und 20 Kinderkrippenplätze. Nach händeringender Suche zeichnet sich nun eine Lösung ab, wie Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet. Auf dem Bolzplatz des TSV Bernau soll ein Naturkinderkarten entstehen und beim Kinderhaus im Sportpark ein Pavillon für Krippenkinder. Als Träger hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zugesagt. Vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungen und natürlich der Lieferung von Baustoffen könnten die neuen Gruppen baldmöglichst starten.

Worauf führen Sie den Engpass bei der Kinderbetreuung in Bernau zurück, haben die Geburtenzahlen so stark zugenommen?

Irene Biebl-Daiber: Die Geburtenzahlen der letzten Jahre liegen eigentlich im durchschnittlichen Rahmen. Nur der 2021er-Jahrgang, zu dem meine Söhne gehören, ist ein wenig erhöht. Ich denke, speziell bei den Krippenplätzen ist der Ausschlag der geänderten Situation in der Gesellschaft geschuldet. Immer häufiger arbeiten beide Elternteile und benötigen eine Betreuung für die Kinder.

Was uns aber noch mehr zusetzt, ist der Zuzug von der Stadt aufs Land. Die Problematik wird sein, dass dieser Zuzug auch unter dem Jahr stattfinden wird und die Kinder, die dann Plätze benötigen, jetzt noch gar nicht bei uns gemeldet sind. Das heißt für uns, dass wir beim Angebot nachbessern müssen. Die Absagen der Kindergärten dürften schon an die betroffenen Eltern rausgeschickt worden sein. Es kann keiner etwas für die Situation und wir bitten um Verständnis. Wir versuchen, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Sobald wir wissen, wie es weitergeht, werden wir das bekanntgeben.

Rechnen Sie damit, dass möglicherweise ab Herbst auch noch Plätze für ukrainische Flüchtlingskinder benötigt werden?

Biebl-Daiber: Das könnte zumindest im Kindergarten der Fall werden. Das ist auch der Grund, warum wir uns bemühen, eine volle Gruppe für 25 Kinder zu installieren. Zur Not können wir Kinder aus Nachbarorten aufnehmen.

Die Entscheidung ist ja schon gefallen, Bernau möchte einen Naturkindergarten bauen. Was bedeutet das?

Biebl-Daiber: Die Kinder halten sich draußen auf, werden auch im Wald spazierengehen und viel in der Natur unterwegs sein. Wir werden beim Sportplatz unterhalb von den Fußballfeldern auf einem Teil des Bolzplatzes eine Blockhütte oder einen Bauwagen aufstellen und haben das auch schon in einem Vorgespräch mit dem Kreisbaumeister abgeklärt. Bei Starkregen kann die Kindergartengruppe in die Blockhütte oder den Bauwagen gehen oder in die etwa 150 Meter entfernte Mehrzweckhalle ausweichen.

Das Grundstück für den Naturkindergarten ist im Eigentum der Gemeinde und daneben kann trotzdem weiter gebolzt werden. Es kann nur sein, dass wir eventuell die Tore verschieben müssen. Der Naturkindergarten ist momentan noch vorbehaltlich aller Genehmigungen, die wir benötigen. Wir stürzen uns auf jeden Fall schon in die Planungen und klären, was wir alles brauchen. Übrigens ist keine der Kinderbetreuungseinrichtungen böse, wenn Eltern jetzt sagen: Cool, ich möchte mein Kind dahin schicken. Dadurch werden ja wieder andere Betreuungsplätze frei.

Betreibt die Gemeinde den Naturkindergarten selbst?

Biebl-Daiber: Nein, die Trägerschaft übernimmt dankenswerter Weise die Arbeiterwohlfahrt, die in Bernau schon das „Haus für Kinder“ hat. Die AWO ist äußerst kooperativ und ich bin wirklich äußerst dankbar, dass sie uns in der Problematik hilft. Die Gespräche mit Kindergartenleiterin Stefanie Hartl und mit dem Kreisverband in Rosenheim waren sehr lösungsorientiert.

Und wie sehen die Planungen für zusätzliche Krippenplätze aus?

Biebl-Daiber: Für die Krippengruppe wollen wir hinter der Mehrzweckhalle direkt an den bestehenden AWO-Kindergarten angegliedert einen erdgeschossigen Pavillon aufstellen, auch dieses Grundstück gehört uns. Der Pavillon wird in Modulbauweise erstellt, die man schön gestalten kann und die den energetischen gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssen.

Unsere Mittagsbetreuung befindet sich auch in Containern, die sind zum Beispiel mit Holz verkleidet. Wir werden diese Krippengruppe als Provisorium beantragen. Aber man muss ehrlich sein, es wird fünf Jahre oder länger Bestand haben. Wir brauchen noch die Zustimmung vom Kreisjugendamt. Wir würden gerne mit beiden Einrichtungen zum Herbst starten – bei der Krippe je nach Liefersituation der Rohstoffe.

Wer bezahlt?

Biebl-Daiber: Die Gemeinde ist so genannter Sachaufwandsträger. Das heißt, alles was die Gebäude betrifft, bleibt in Gemeindehand. Wir investieren in die Planungen für die Blockhütte, die wir bauen und bezahlen, genauso wie die Pavillonanlage. Beides übergeben wir dann an die AWO, die sich ums Personal und den Betrieb kümmert. Die Gemeinde hat mit der AWO zum laufenden Betrieb übrigens auch eine Vereinbarung zum Defizitausgleich.

Damit ist für die Gemeinde eine Suche zu Ende gegangen, die man vermutlich durchaus als händeringend bezeichnen kann ...

Biebl-Daiber: Ja, die Lösung jetzt ist super. Ich habe mich schon seit eineinhalb Jahren mit einem Naturkindergarten beschäftigt, bisher sind wir immer an der Fläche gescheitert. Ich habe mir so ein Angebot für Bernau schon lange gewünscht. Ich bin auch der AWO-Kindergartenleiterin Stefanie Hartl sehr dankbar, denn sie muss künftig zwei Gruppen mehr stemmen.

Wie sieht es mit der längerfristigen Planung bezüglich der Kinderbetreuung in Bernau aus?

Biebl-Daiber: Der Naturkindergarten ist eine langfristige Lösung, der kann bleiben. Die Nachbarschaft mit den Fußballern wird sich einspielen. Bei der Kinderkrippe muss man einerseits schauen, ob der Betreuungsbedarf für die ganz Kleinen so hoch bleibt. In diesem Fall könnte man längerfristig überlegen, die Module durch einen Festbau zu ersetzen. Genauso wäre denkbar, ob man in Bernau noch einmal etwas Größeres baut für die Kinderbetreuung.

Mehr zum Thema