Bernau: Gut Hitzelsberg wechselt Besitzer: 7,5 Millionen Euro sollen noch heuer fließen

Gut Hitzelsberg auf einer Anhöhe über Bernau ist ein Juwel. Der Priener Investor Herecon plant dort unter anderem ein Hotel mit 100 Betten. Archiv Berger
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Gut Hitzelsberg auf einer Anhöhe über Bernau ist ein Juwel. Der Priener Investor Herecon plant dort unter anderem ein Hotel mit 100 Betten. Archiv Berger

Sieben Jahre hatte die Gemeinde Bernau einen Investor für den Hitzelsberg gesucht. Das Areal ging an die Priener Unternehmensgruppe Herecon. Sie schafft jetzt alle Unterlagen herbei, damit bis Ende 2020 ein Bebauungsplan aufgestellt und der Kaufpreis von 7,5 Millionen Euro überwiesen werden kann.

Von Dirk Breitfuß

Bernau – Die Vorbereitungen zum Bau eines Hotels mit 100 Zimmern auf dem Hitzelsberg nähern sich der Zielgeraden. Wenn alles planmäßig weiterläuft, soll bis Ende des Jahres der Kaufpreis von 7,5 Millionen Euro vom Investor Herecon an die Gemeinde Bernau überwiesen werden.

Das kündigten Herecon-Geschäftsführer Heiner Englert und Bernaus neue Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) in einer Telefonkonferenz mit der Chiemgau-Zeitung an. Sie reagierten damit auch auf Spekulationen um den Stand des Projekts, die im Kommunalwahlkampf, aber auch in der Zeit danach, immer wieder aufgeflammt waren.

„Bereits bedeutende Meilensteine erarbeitet“

Im April 2019 hatten beide Seiten den notariellen Kaufvertrag unterzeichnet. Für die Gemeinde endete mit der Einigung mit der Priener Unternehmensgruppe eine jahrelange Suche nach einem Käufer und einer verträglichen Nutzung des 16 Hektar großen Areals. Die Gemeinde hatte es 2012 aus einer Zwangsversteigerung gekauft, um die Kontrolle über die weitere Entwicklung auf dem exponierten Areal samt aller Gebäude zu behalten.

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+++In Abstimmung haben Gemeinde und Investor ein Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht, das den rechtlichen Rahmen für Neu- und Umbauten liefern soll. „Diesbezüglich konnten mit dem vorherigen Amtsinhaber bereits bedeutende Meilensteine erarbeitet werden“, ist Englert, dankbar, dass zeitnah nach der Vertragsunterzeichnung vor gut einem Jahr die Weichen gestellt werden konnten.

Herecon befinde sich auch mit der neuen Bürgermeisterin im regen Austausch, um das Projekt weiterhin zügig und erfolgreich zu verwirklichen.

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Im Kaufvertrag ist nach Angaben der Beteiligten auch geregelt, dass alle Vorarbeiten zum Bebauungsplan, insbesondere die Erarbeitung der entsprechenden Pläne und Einholung der Fachgutachten,in den Verantwortungsbereich der Herecon fallen. Das heißt, der Käufer ist dafür verantwortlich, die notwendigen Gutachten in Auftrag zu geben, insbesondere auch ein artenschutzrechtliches Gutachten. Weil in einer solchen Betrachtung die Flora und Fauna eines ganzen Kalenderjahres begutachtet wird, dauert die Ausfertigung entsprechend lange. Bis Ende des Jahres sollen alle Gutachten komplett vorliegen.

Herecon trägt alle Kosten des Bauleitverfahrens

Sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Bauleitplanverfahren trägt die Herecon und sie muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Gemeinderat den neuen Bebauungsplan am Ende rechtskräftig beschließen kann.

Der reine Kaufpreis von 7,5 Millionen Euro „basiert auf der Annahme, dass der Bebauungsplan entsprechend geändert wird und das Hotelprojekt wie geplant realisiert werden kann. „Deshalb ist der Kaufvertrag, wie es in solchen Transaktionen dem gängigen Marktstandard entspricht, so ausgestaltet, dass der Kaufpreis erst dann fließen kann, wenn die baurechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Projekts geschaffen sind“, erläuterten beide Seiten in einer gemeinsamen Erklärung.

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Aktuell würden Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange ausgearbeitet, um die zweite Auslegung des Bebauungsplans vorzubereiten. Nachdem bei der ersten Auslegung nur sehr wenige Stellungnahmen eingegangen sind, rechnen die Beteiligten damit, dass auch die zweite Auflage zügig durchgezogen werden kann.

Rücktrittsrechte für die Firma Herecon seien im Kaufvertrag nicht vorgesehen.

Zur Bauleitplanung gehört auch die Sicherung derstraßenmäßigen Erschließung des Hotelgrundstücks durch eine Direktanbindung an die B 305. Noch seien zwei bis drei Varianten im Gespräch, sagte Englert. Die Tendenz gehe aber zu einer Straße, die zwischen dem Kreisel und dem Ortsschild von dere Bundesstraße zum Hitzelsberg führen soll.

Derzeit ist der Hitzelsberg laut Bürgermeisterin an die Firma Herecon vermietet.Sie hat ihren Firmensitz nach Bernau verlegt und übernimmt als Mieter bereits die sogenannte Verkehrssicherungspflicht sowie die „erhebliche Last“ des Unterhalts der Liegenschaft. Hierzu gehört neben der Instandhaltung sämtlicher Bestandsgebäude auch die Pflege der Landwirtschafts- und Grünflächen. Zusätzlich generiert die Gemeinde Mieteinnahmen.

Mit der Bezahlung des Kaufpreises an die Gemeinde endet dann automatisch der Mietvertrag.

Unternehmen rechnet mit 30 Millionen Investitionssumme

Nach Auskunft des Geschäftsführers der Herecon Unternehmensgruppe, Heiner Englert, haben schon vielversprechende Gespräche mit diversen Hotelbetreibernstattgefunden. Das Hotel soll auf Basis eines langjährigen Pachtvertrags geführt werden, nachdem es in enger Abstimmung mit dem zukünftigen Betreiber entwickelt und von Herecon umgesetzt wurde. Das Unternehmen ist auf solche Projekte spezialisiert und verfügt über viele entsprechende Kontakte zu potenziellen Betreibern.

Ein Restaurant, eine Event-Location und ein Seminargebäude sind neben dem 100-Zimmer-Hotel weitere geplante Nutzungen auf dem Hitzelsberg.

Englert zufolge investiert sein Unternehmen dort nach aktuellen Schätzungen rund 30 Millionen Euro. Wenn alles wie geplant läuft, rechnet er mit einem Baubeginn Ende 2021 oder spätestens im Frühjahr 2022.

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