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RÖMERREGION CHIEMGAU

Bernau gibt die Leitung weiter: Historisches Römer-Projekt im Chiemgau geht in die nächste Runde

Der Ortsheimatpfleger und Chronist Rupert Wörndl aus Frasdorf vor einer der neuen Römerregion-Infotafeln am Bahnhof Halt in Bernau. In das Projekt sind elf Chiemgauer Gemeinden involviert.
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Der Ortsheimatpfleger und Chronist Rupert Wörndl aus Frasdorf vor einer der neuen Römerregion-Infotafeln am Bahnhof Halt in Bernau. In das Projekt sind elf Chiemgauer Gemeinden involviert.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Nach drei Jahren ziehen die Initiatoren eine erste Zwischenbilanz für das Projekt „Römerregion Chiemsee“. Elf Gemeinden arbeiten daran, die Spuren der früheren römischen Siedler rund um den Chiemsee sichtbarer zu machen. Start war in Bernau, nun wird eine Nachfolgergemeinde gesucht, in der eine Koordinationsstelle eingerichtet wird.

Chiemsee – Vor drei Jahren entstand von Bernau ausgehend das Projekt „Römerregion Chiemsee“ (RRC). Was ursprünglich auf den Ort Bernau ausgerichtet war, fand immer mehr das Interesse von Fachleuten und Nachbargemeinden. Heraus kam ein gemeinsames Projekt, das vom europäischen LEADER-Programm unterstützt wurde. Nun ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

In einer Online-Konferenz mit 34 Teilnehmern gewährte Projektmanagerin und Historikerin Annette Marquard-Mois einen Rück- und Ausblick, zugleich beendete sie ihren offiziellen Auftrag. Sie möchte weiter ehrenamtlich wirken, denn das Projekt soll weiterlaufen.

Spuren aus dem Leben einer Misch-Bevölkerung

Elf Gemeinden, darunter Prien, Breitbrunn, Bad Endorf und Grassau, Heimatpfleger sowie die Tourismusverbände Chiemsee-Chiemgau und Chiemsee-Alpenland hatten sich für den Projekt-Zeitraum zusammengefunden, um die geschichtlichen Besonderheiten der Region herauszuarbeiten. „18 neue Infotafeln über die Römerregion Chiemsee erinnern gemeinsam mit Boden-Denkmälern daran, dass im Chiemgau eine friedlich zusammengewachsene, romanische Misch-Bevölkerung lebte und dass in unseren Gemeinden und Museen zahlreiche Spuren vom Alltagsleben der Handwerker, Bauern und Händler vorhanden sind“, so Marquard-Mois. Als einer der Ersten nahm Rupert Wörndl, Ortsheimatpfleger und Chronist aus Frasdorf, die Tafeln in Augenschein und zeigte sich begeistert vom Ergebnis. Begleitet haben das Projekt nicht nur die Gemeinde Bernau – erst unter Bürgermeister Philipp Bernhofer, dann unter Irene Biebl-Daiber –, sondern auch das Landesamt für Denkmalpflege und das Landwirtschaftsamt. Neben Biebl-Daiber zeigte sich auch Bernaus Kulturreferentin Michaela Leidel für die Starthilfe und die weitere Begleitung verantwortlich.

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50 Prozent Zuschuss

War Bernau bislang leitende Gemeinde des Projekts, wird für den nun folgenden Projektabschnitt eine neue Gemeinde gesucht, um eine Koordinationsstelle mit einem externen Projektkoordinator zu etablieren. Seine Aufgabe: ein Netzwerk von Gästeführern, Ehrenamtlichen, Touristikern und Fachleuten für die Belebung und Weiterentwicklung der Römerregion Chiemsee sorgen.

Für den neuen Aktions-Abschnitt werden im Jahr 11 000 Euro benötigt, 50 Prozent können wieder als Zuschuss aus dem LEADER-Programm erwartet werden. Jede Römer-Region-Gemeinde hat damit für drei Jahre einen Beitrag von 2 100 Euro zu leisten. Mit diesen Gemeinschaftsmitteln werden Aktivitäten und Angebote für Kinder, Erwachsene und Familien vorbereitet und durchgeführt. Der eigene Internet-Auftritt soll mit weiteren europäischen Römerregionen ergänzt und erweitert werden. Zusätzlich hat sich das Katholische Bildungswerk (KBW) Traunstein in Kooperation mit dem Bildungswerk Rosenheim bereit erklärt, einen Ausbildungs-Lehrgang für Gästeführer anzubieten. Wie Geschäftsführer Tobias Trübenbach vom KBW Traunstein informiert, soll im September eine Info-Veranstaltung für einen Lehrgang und für anschließende Fortbildungen folgen. Die Erzdiözese München-Freising hat hierfür einen Zuschuss von 15 000 Euro in Aussicht gestellt. Sabine Mayer vom Landesamt für Denkmalpflege würdigte in der Online-Konferenz die bisherigen Leistungen und sagte zu, „bei den neuen Weichenstellungen die Ehrenamtlichkeit von Gemeinden, Tourismusstellen und Geschichts-Interessierten fördern“ zu wollen.

Hoffen auf eine Einweihung im Sommer

Professor Dr. Siegmar von Schnurbein, deutscher Provinzialrömischer Archäologe aus Frankfurt und Wahl-Chiemgauer, ist Schirmherr der Römerregion Chiemsee. Er lobte in seiner virtuellen Grußbotschaft den großartigen Abschluss des ersten Projekt-Abschnitts und die „guten, geplanten Perspektiven“. In nächster Zeit werden die elf Mitgliedsgemeinden ihre Zustimmung zum neuen Projekt-Abschnitt geben und sich auf die zukünftige Koordinationsstelle verständigen. Gemeinsamer Wunsch aller Beteiligten ist es, dass im Sommer eine offizielle Einweihung der Römerregion Chiemsee stattfinden kann.

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