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GEMEINDERAT BERNAU FÜR MEHR GRÜN

Bernau-Felden: Gestaltung der Fachklinik stößt auf Kritik

Zimmer mit Blick auf den Chiemsee im bestehenden Trakt. Damit sich das geplante Gebäude auch so gefällig wie möglich in die Landschaft einfügt, fordert der Gemeinderat verschiedene genehmigte Vorhaben ein.
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Zimmer mit Blick auf den Chiemsee im bestehenden Trakt. Damit sich das geplante Gebäude auch so gefällig wie möglich in die Landschaft einfügt, fordert der Gemeinderat verschiedene genehmigte Vorhaben ein.
  • Tanja Weichold
    vonTanja Weichold
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Mit der Gegenstimme von Sascha Klein (WMG) lehnte der Bernauer Gemeinderat einen überarbeiteten Plan (Tektur) für die Erweiterung des Medical Park Chiemseeblick an der Rathausstraße erneut ab.

Bernau – Seit der Baugenehmigung im Jahr 2016 war das der zweite Tekturantrag im Zuge der laufenden Erweiterungsarbeiten. Vorausgegangen waren Bauabweichungen und ein vom Landratsamt angeordneter Rückbau des Satteldaches auf dem Verbindungsbau. Die Harmonie zwischen Gemeinde und Medical Park krankt spürbar.

Kiesfläche statt begrüntes Dach

Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) leitete die Gemeinderatssitzung und legte dem Gremium den Sachverhalt dar. Demnach habe der Gemeinderat im Jahr 2017 eine Tekturplanung abgelehnt, weil der Bauherr verschiedenen Ausführungen nicht nachgekommen war. Diese hätten dazu beitragen sollen, die Mächtigkeit des Gebäudes und damit den Eingriff in das Orts- und Landschaftsbild abzumildern.

Kies statt Grün auf dem Dach

Gänzlich missfiel dem Gemeinderat damals laut Jell, dass in der geänderten Planung anstelle des Gründachs ein bekiester Dachaufbau geplant war. Ebenso, dass die Anböschung auf der Südseite wegfallen, dafür aber zusätzliche Stellplätze an der südseitigen Erschließungsstraße hinzukommen.

Das nicht genehmigte Satteldach auf dem eingeschossigen Verbindungsbau stieß bei der Denkmalschutzbehörde auf Ablehnung, wie Jell ausführte. Das Landratsamt Rosenheim habe vergangenes Jahr den sofortigen Rückbau gefordert, der bereits vollzogen sei.

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Die Gemeinde Bernau sei nun erneuert zu einer Stellungnahme zur veränderten Planung aufgefordert und die vorherige Ablehnung zu „überdenken“. Auf den Verzicht von Gründach und Anböschung hält der Bauherr demnach fest.

Gemeinde kann bei der Gestaltung nicht mitreden

Geschäftsleiterin Irmgard Daxlberger klärte den Gemeinderat darüber auf, dass eine erneute Ablehnung vom Landratsamt Rosenheim ersetzt werden könnte. Da für diesen Bereich kein Bebauungsplan mit konkreten Anforderungen zur Gestaltung vorliegt, hat die Gemeinde darauf nur insofern Einfluss, als sich der Bau landschaftsverträglich die Umgebung einfügen muss, so sinngemäß die Erklärung der Geschäftsleiterin. Woanders gebe es keine Handhabe.

Michaela Leidel (BL) nannte es „äußerst schade“, dass der Bauherr sich nicht an die „zugesagten Dinge“ halte. Das Gründach solle schon „allein aus ökologischen Gründen“ auf alle Fälle umgesetzt werden, auch auf die Anböschung will sie weiterhin bestehen. Leidel meinte, wenn der Denkmalschutz seine Forderungen durchbringe, solle dies auch der Gemeinde gelingen.

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Peter Pertl (CSU) sagte: „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt und was wir entscheiden, ist egal.“ Woraufhin Daxlberger erklärte, dass es ein Fehler gewesen sei, keinen Bebauungsplan aufzustellen: „Wir hätten darauf beharren sollen, so haben wir keine Rechtsgrundlage.“ Dritter Bürgermeister Franz Praßberger (ÜWG) bewertete den Verzicht auf Gründach und Anböschung als „schade“.

Er äußerte sich in Bezug auf das eventuelle Ersetzen des Gemeinderatsbeschlusses ähnlich wie Pertl, nämlich dass dies alles dann „lachhaft“ wäre.

Woraufhin Daxlberger darauf hinwies: „Wir könnten uns nicht wehren.“ Ohne den Wortlaut in den Mund zu nehmen, stellte sie die Frage in den Raum, ob es die Sache wert wäre, gegen eine solche Entscheidung vorzugehen, sollte sie so kommen.

„Das können wir nicht durchgehen lassen!“

Pia Ostler (Grüne) argumentierte: „Vom kleinen Bauherrn verlangt man, dass er den Bauplan einhält.“ Darauf pochte sie auch im vorliegenden Fall. Matthias Vieweger (CSU) fügte an: „Es wurde etwas ausgemacht und nicht eingehalten. Das können wir beschlussmäßig nicht durchgehen lassen.“

Dies sah die Mehrheit so, wie an der Beschlusslage von 15:1 für die Ablehnung abzulesen war. Der Beschluss war in der Beschlussvorlage bereits negativ vorformuliert.

Als der Beschluss gefasst war, erkundigte sich Pertl nach einer Fristsetzung. Die, so klärte ihn die Geschäftsleiterin auf, sei eben nur mit einem Bebauungsplan einzufordern.

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