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Kommunalpolitik in Bernau

Allein mit 10000 Bienen: Gerhard Jells Ausgleich zum Beruf

Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell vertritt derzeitIrene Bibl-Daiber.
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Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell vertritt derzeit Irene Bibl-Daiber.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Für Bernaus Zweiten Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) ist Halbzeit. Seit der Geburt ihrer Zwillinge Anfang April vertritt er Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU), die Ende Juli wieder in den Dienst zurückkehrt. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen zieht er eine Zwischenbilanz

Herr Jell, wie ergeht es Ihnen nach zwei Monaten Vertretung der Amtsgeschäfte der Bürgermeisterin?

Gerhard Jell: Es läuft gut und mir gefällt es gut. Ich bin in fast täglichem Kontakt mit der Bürgermeisterin und ich hatte ja schon Erfahrungswerte, da ich schon öfter Vertretungen übernommen habe, wenn auch nicht so lange und intensiv.

Was ist dieses Mal anders?

Jell: Früher habe ich den Bürgermeister ein oder zwei Wochen vertreten, meistens in der Urlaubszeit, wo es ein bisschen ruhiger ist. Jetzt bin ich in der Hauptzeit und für mehrere Monate Vertreter. Ich sehe das aber positiv. Ich nehme zum Beispiel wöchentlich an der Amtsleiterbesprechung teil und habe die Informationen aus erster Hand. Und ich treffe die Entscheidungen.

Entscheidungen treffen nicht schwer

Wie schwer ist es, selbst die Entscheidungen zu treffen?

Jell: Für mich ist es nicht schwer. Ich habe langjährige Erfahrung im Gemeinderat und als Zweiter Bürgermeister, ich kenne Bernau und die Leute gut und auch von der Firma her bin ich es gewohnt, Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist nur, dass man sich vorher gut informiert. Der Informationsfluss im Rathaus ist sehr gut, ich bekomme sehr gut aufbereitete Unterlagen. Wenn persönliche Interessen betroffen sind, fällt die Entscheidung nicht ganz so leicht, zum Beispiel wenn man drei Bewerber hat und am liebsten alle drei nehmen würde, aber man sich für einen entscheiden muss.

Wie verlaufen Ihre Arbeitstage zwischen Firma und Rathaus?

Jell: Vormittags bin ich in der Firma und nachmittags ab circa 14 Uhr im Rathaus - außer mittwochs zur Amtsleiterbesprechung, die ist am Vormittag. Ich stimme geschäftliche Termine mit der Arbeit im Rathaus ab, mittlerweile werden ja viele Termine über Telefon- oder Videokonferenzen abgewickelt. Es kann aber auch an manchen Tagen passieren, dass ich drei Mal zwischen Firma und Rathaus hin- und herfahre. Wenn geschäftlich noch etwas liegenbleibt, arbeite ich das abends ab.

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In Bernau sind gerade viele verschiedene Themen abzuarbeiten, Sondersitzungen mussten anberaumt werden. Wie kommen Sie fachlich damit zurecht?

Jell: Man muss sich gut vorbereiten. Auch wenn ich viele Jahre Erfahrung habe, es ist ein Unterschied, ob ich als Gemeinderat im Gremium sitze oder ob ich vorne die Sitzung leite. Was die Sondersitzungen betrifft: Ich bin ein Freund davon, lieber eine Sondersitzung einzuberufen, als bis ewig lang in die Nacht zu sitzen, da lässt die Konzentration einfach irgendwann nach, vor allem, wenn vor dem Gemeinderat noch eine Bauausschusssitzung war. Dagegen spricht, dass die Verwaltung doppelt einladen und Protokolle schreiben muss.

Zaun als größte Herausforderung

Welches Thema war für Sie im Gemeinderat die vergangenen beiden Monate die größte Herausforderung?

Jell: Eigentlich eine einfache Angelegenheit, mit großem Effekt: Der Zaun für das Sicherheitskonzept beim Strandbad. Obwohl es nur um einen Zaun ging, sind die Diskussionen hin- und hergegangen und es wurde über Sinn und Unsinn diskutiert bis dahin, ob der Staketenzaun mit oder ohne Drahtgebinde sein soll. Vom Großen bis ins Detail war alles drin in den Diskussionen.

Welchen Ausgleich haben Sie für Ihre beruflichen Anstrengungen?

Jell: Ich schaue, dass ich jeden Tag zwischen fünf und zehn Kilometer laufe, normalerweise zwischen sechs und sieben Uhr. Da laufe ich kreuz und quer durch Bernau. Wenn wir gerade ein spezielles Thema haben, laufe ich hin und bin froh, wenn es nichts in Hittenkirchen ist (lacht scherzhaft).

Und am Wochenende nehme ich mir normalerweise zwei bis drei Stunden eine Auszeit alleine mit meinen 10.000 anderen Geschöpfen – meinen Bienen. Ich bin Hobbyimker. In dieser Zeit braucht keiner eine Entscheidung von mir verlangen.

Zur Person:

Gerhard Jell ist seit 2008 Gemeinderat und seit 2014 Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Bernau. Der Vater von acht erwachsenen Kindern fährt bei Wind und Wetter mit dem Rad von zuhause aus vier Minuten ins Rathaus oder drei Minuten in seine Firma.

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