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Gemeinderat diskutiert mehrere Möglichkeiten

Mehr Sicherheit auf dem Schulweg über die viel befahrene Chiemseestraße in Bernau am Chiemsee

Gestern nach Schulschluss an der viel befahrenen Chiemseestraße in Bernau: Schulweghelfer unterstützen die Kinder beim Überqueren. Die Gemeinde wünscht sich hier eine Bedarfsampel.
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Gestern nach Schulschluss an der viel befahrenen Chiemseestraße in Bernau: Schulweghelfer unterstützen die Kinder beim Überqueren. Die Gemeinde wünscht sich hier eine Bedarfsampel.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Der Zebrastreifen und ehrenamtliche Schulweghelfer waren die erste Maßnahme, damit die Kinder sicherer sind. Alleine dabei soll es nicht bleiben. Die Frage ist nur, wie.

Bernau am Chiemsee – Mit einem einstimmigen Beschluss in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus beauftragte der Bernauer Gemeinderat die Verwaltung, beim Landratsamt Rosenheim eine Ampel am Fußgängerüberweg an der Chiemseestraße auf Höhe der Schule zu beantragen. Für die Sicherheit der Kinder sorgen dort Schulweghelfer, doch wird es laut Jugendreferentin und Organisatorin Katrin Hofherr (SPD) immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer hierfür zu finden.

Im Ortszentrum viel befahren

Die Chiemseestraße ist viel befahren. Im Umkreis des Ortszentrums befinden sich entlang der Straße Geschäfte, das Rathaus, Ärzte und andere Einrichtungen. Außerdem passieren Lastwagen diesen Weg sowie Autofahrer, die aus Richtung des östlichen Gemeindebereichs kommen oder dorthin fahren. Viele Kinder queren die Straße, um von hier aus zur Grundschule zu gelangen. Ihre Sicherheit ist ein Dauerthema.

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Hofherr berichtete dem Gemeinderat, dass die Schulweghelfer schon seit vielen Jahren dafür sorgen, dass Kinder sicher über die Straße kommen. Jedoch werde es immer schwieriger, Eltern oder Großeltern für diese ehrenamtliche Aufgabe zu gewinnen. Hinzu komme, dass Kinder vermehrt zu individuellen Zeiten Schulschluss hätten. Sie selbst werde nach elf Jahren bei den Schulweghelfern aufhören, so Hofherr. Sie sagte unmissverständlich, dass zur Sicherheit der Kinder etwas geschehen müsse an der Chiemseestraße und bedauerte, dass eine Tempo-30-Zone dort nicht möglich sei.

Behörden und Polizei beim Lokalaugenschein

Das hatte zuvor Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) berichtet. Vor wenigen Wochen habe um 7.30 Uhr ein Ortstermin an der Chiemseestraße und speziell am obereren Fußgängerüberweg (Zebrastreifen, Anm. d. Red.) stattgefunden. Mit dabei waren Vertreter der Verkehrsbehörde und der Straßenbauverwaltung des Landratsamts Rosenheim, zwei Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Prien und der Gemeinde.

Den Wunsch nach einer Tempo-30-Zone in der Chiemseestraße habe sie einerseits wegen der Verkehrssicherheit und andererseits wegen des Schutzes der Anwohner vor Emissionen vorgebracht (Beispiel Beispiel Lärm und Schmutz, Anm. d. Red.). Sowohl die Landratsamtsvertreter als auch die Polizei hätten erklärt, dass die Straßenverkehrsordnung an der Chiemseestraße keine rechtliche Basis dafür hergebe. Allerdings würden im Bund Änderungen diskutiert, diese gelte es abzuwarten, so Biebl-Daiber. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs der Bürgermeisterin mit Landrat Otto Lederer Ende März.

Umleitungsstrecke für die Autobahn

Die Chiemseestraße (RO 14) sei Umleitungsstrecke der Autobahn, der Fußgängerüberweg sei gut beschildert, berichtete Biebl-Daiber von der weiteren Argumentation der Behörden. Nicht ablehnend gegenüber standen sie allerdings einer Bedarfsampel, wie die Bürgermeisterin dem Gemeinderat weiter berichtete. Die Kommune solle einen Antrag beim Landratsamt stellen.

Als Zwischenlösung würden nun an den Betonpollern rot-weiße Markierungen angebracht und die Markierung des Überweges aufgefrischt. Weiter schlug Biebl-Daiber vor, dass eine elektronische Smiley-Anzeige für einige Wochen aufgestellt werden könnte. Diese weisen den Autofahrer mit einem Lächeln oder mit nach unten gezogenen Mundwinkeln darauf hin, ob er zu schnell fährt oder nicht. Biebl-Daiber berichtete, dass Autos am Zebrastreifen oft nicht stehenblieben, obwohl Fußgänger erkennbar die Straße überqueren wollten. „Das machen die Autofahrer natürlich nicht, wenn die Polizei daneben steht“, berichtete sie vom Ortstermin.

Gemeinde könnte die Ampel vorfinanzieren

Thomas Deinzer (SPD) schlug vor, wie in die Nachbargemeinde Grassau im Ortsteil Rott eine Ampel vorzufinanzieren, damit sie schneller verwirklicht werden kann. „Ich gehe gerne ins Gespräch mit dem Landratsamt“, sagte die Bürgermeisterin zu.

Franz Schnaiter (CSU) bat wie Josef Genghammer (Grüne), trotzdem „dranzubleiben“ an der Tempo-30-Zone. Vor allem mit Blick auf den zusätzlichen landwirtschaftlichen Verkehr, den Schnaiter auf der Chiemseestraße durch die von der Bahn angekündigte Schließung des Bahnübergangs Wiedendorf erwartet, wie er sagte.

Bei Samstagsaktion vor 25 Jahren Zebrastreifen aufgeklebt

Matthias Vieweger (CSU) nannte die Entwicklung positiv: „Auch wenn‘s gedauert hat.“ Er erinnerte an eine „Samstagsaktion“ vor 25 Jahren, bei der Bernauer selbst einen Zebrastreifen aufgeklebt hatten. Dann seien Schulweghelfer ins Leben gerufen worden, jetzt komme eine Ampel.

Biebl-Daiber erwähnte noch, sie habe die Zusage bekommen, dass der Zebrastreifen trotz Ampel bleiben dürfe. Genghammer sagte noch, dass es sich bei der Chiemsee- um eine Kreisstraße handle und deshalb das Landratsamt die Ampel bezahlen solle.

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