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Tier tötete Schafe, Ziegen und Wildtiere in der Region

Wolf im Chiemgau zum Abschuss freigegeben - Landrat Walch „sehr froh“ über Genehmigung

  • Max Partelly
    VonMax Partelly
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Berchtesgadener Land/Traunstein/Rosenheim - In einer Pressemitteilung gibt die Regierung von Oberbayern den Wolf zum Abschuss frei, der für mehrere Risse in den Kreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim verantwortlich ist.

Update, 18.19 Uhr - Landrat Walch „sehr froh“ über Genehmigung

Zur Genehmigung der Wolfsentnahme durch die Regierung von Oberbayern erklärt Landrat Siegfried Walch in einer Pressemitteilung: „Wir sind sehr froh darüber, dass die Genehmigung jetzt so ergangen ist. Das ist uns gerade deshalb sehr wichtig, weil wir sehen, dass eine nachhaltige Tierhaltung, die sich vor allem auf Weidehaltung oder auch die Almwirtschaft bezieht, nicht machbar ist, wenn gleichzeitig Große Beutegreifer unterwegs sind.“

Damit schließt sich Walch der Haltung von Argrarministerin Kaniber (Update, 17.16 Uhr) an: „Ein Nebeneinander von Tierhaltung im Freien und Großen Beutegreifern ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Besonders dramatisch wird das natürlich im Bereich der Almwirtschaft. Aber es betrifft generell die gesamte Form der Landwirtschaft, auf die wir in unserer Region sehr stolz sind, weil bei uns eben eine Landwirtschaft vorherrscht, die das Tierwohl sehr genau im Blick hat. Und deshalb muss jedem klar sein: Wenn ein Wolf oder ein Rudel bei uns heimisch wird, ist das zum Nachteil des Tierwohls in der Region. Deswegen dürfen wir nicht gefährden, was die Landwirtschaft sich bei uns erarbeitet hat.“

Neben dem Schutz der Landwirtschaft geht der Landrat auch auf den Faktor Sicherheit ein, welcher nach Einschätzung der Experten des LfU (siehe Erstmeldung) auch ein Grund für die Genehmigung war: „Wir haben eine Form der Landwirtschaft, die sich andere wünschen würden und genau das müssen wir schützen. Zudem haben wir jetzt ein Verhalten des Wolfes erlebt, das eindeutig zeigt: Der Wolf ist nicht nur ein Problem für die Landwirtschaft, sondern von ihm geht auch eine Gefahr für die Sicherheit aus. Der Wolf hält sich sehr nahe an der Zivilisation auf und wurde mitten in besiedeltem Gebiet gesehen. So etwas darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Landrat Siegfried Walch hatte in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbands der Forstberechtigten im Chiemgau Mitte November die Entnahme des Wolfes beantragt.

Update, 17.16 Uhr - Kaniber begrüßt Entscheidung über Entnahme des Wolfs im Chiemgau

„Die Entscheidung der Regierung von Oberbayern ist absolut richtig“, teilt die bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber in einer Presseaussendung mit. Man müsse „ein Raubtier, das übergriffig geworden ist und ganz offensichtlich seine Scheu verloren hat, auch mal entnehmen“, heißt es weiter.

Kaniber sieht in dem von der Regierung als Begründung angeführten Verhalten des Wolfs einen klaren Grund für die Freigabe zum Abschuss: „Bei diesem Wolf, der in Südostoberbayern immer näher an die Siedlungen herangekommen ist, war das dringend notwendig. Der Wolf ist ein Kulturfolger - und er ist intelligent. Wenn er lernt, dass es für ihn auf Almen, in Ställen und in Siedlungen Futter gibt, ohne dass er etwas zu befürchten hat, wird er immer dreister. Ich bin der festen Überzeugung: Man muss den Wölfen deren Grenzen aufzeigen, wenn es eine Koexistenz geben soll. Gerade hier in den Bergen.“

Durch den Wolf sieht die Agrarministerin besonders auch die Weidewirtschaft in Gefahr, da sich insbesondere auf Almen und in den Alpen eine Einzäunung oft nicht umsetzen lasse. Die Entscheidung stehe „im Einklang mit dem Bundesnaturschutzgesetz, das genau für solche Fälle Ausnahmen vom Artenschutz vorsieht“.

In Bezug auf Gespräche mit Betroffenen in der Region und deren Bedenken bezüglich des Wolfes schließt Kaniber: „Insofern bin ich erleichtert, dass sich hier eine Lösung abzeichnet, die langfristig auch zur Akzeptanz des Wolfes beiträgt.“

Erstmeldung:

„Die Regierung von Oberbayern wird aus Gründen der öffentlichen Sicherheit die Entnahme des männlichen Wolfes mit dem genetischen Code GW2425m zulassen.“ Mit diesen Worten erlaubt die Regierung Oberbayern in einer Pressemitteilung nun die Entnahme des Wolfs, der für die Verletzung und Tötung mehrerer Schafe, Ziegen und Wildtiere in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim verantwortlich ist. Dies wurde zuletzt durch Genanalysen bestätigt.

Der besagte Wolf habe sich wiederholt in unmittelbarer Nähe von bewohnten Häusern aufgehalten und sucht offenbar die Nähe zu Siedlungsstrukturen. Zu diesem Ergebnis kommt die am Bayerischen Landesamt für Umwelt einberufene Expertenkommission in einer Gesamtbetrachtung der Ereignisse. Mit dieser Erkenntnis belegt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu gefährlichen Begegnungen und Konflikten des Tieres mit Menschen kommt, heißt es in der Pressemitteilung.

Eine Gefährdung von Menschen soll mit der Ausnahmegenehmigung vermieden werden. Die Bewertung der Gesamtsituation legt nahe, dass für die Zukunft zu befürchten ist, dass Menschen zu Schaden kommen könnten, heißt es weiter.

Die näheren Einzelheiten und Maßgaben wird die Regierung von Oberbayern durch eine Allgemeinverfügung regeln, die voraussichtlich am 17. Januar bekannt gegeben wird.

mda

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Swen Pförtner

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