Für 3,2 Millionen Euro

Bekommt der Traunsteiner Ortsteil Kammer eine neue Turnhalle?

An der Grundschule Kammer soll eine neue Turnhalle gebaut werden. Dafür muss das Lehrerhaus (rechtes Gebäude) abgerissen werden.
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An der Grundschule Kammer soll eine neue Turnhalle gebaut werden. Dafür muss das Lehrerhaus (rechtes Gebäude) abgerissen werden.

Eng ist es im Traunsteiner Ortsteil Kammer. Nun soll dort eine neue Turnhalle gebaut werden. Welchen Favoriten OB Christian Hümmer (CSU) dabei hat und was der Stadtrat sagt.

Von Günter Buthke

Traunstein – Mit dem geplanten Bau einer Einfachturnhalle mit den erforderlichen Nebenräumen an der Grundschule Kammer befasste sich der Traunsteiner Stadtrat in seiner Sitzung. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) stellte den Stadträten vier Varianten des Architektenbüros Leonhard in München vor, von denen nun eine weiterverfolgt werden soll. Die Baukosten betragen nach ersten groben Schätzungen rund 3,2 Millionen Euro. Eine Abstimmung darüber war in der Tagesordnung nicht vorgesehen, aber aus den Redebeiträgen war zu entnehmen, dass die Stadträte einhellig einverstanden sind.

Platzprobleme in Kammer

Die kostengünstigste wäre die Variante eins, sagte Hümmer. Dort werden die Turnhalle und Nebenräume gänzlich oberirdisch erstellt. „Dadurch fällt aber viel Platz für den Pausenhof und die Kfz-Parkplätze weg. Die volle Größe der Halle ist zudem störend für die Wohnbebauung im Osten“, so der Bürgermeister.

Bei der Variante zwei gebe es einen verringerten Flächenverbrauch, weil nur die Halle oberirdisch, die Nebenräume dagegen unterirdisch gebaut werden. Als Nachteile führte der Oberbürgermeister an, dass auch bei dieser Variante der Pausenhof viel zu klein sowie die Umkleideräume und die Turnhalle nicht auf einer Ebene wären.

Favorit kostet mehr

Das Stadtoberhaupt favorisierte die Variante drei, bei der die Halle zur Hälfte abgesenkt werde. So könnte deren Dach als Pausenhof genutzt werden. Die Nebenräume befinden sich unterirdisch daneben und auf gleicher Ebene der Halle. Durch den verringerten Flächenverbrauch sei der Pausenhof in dieser Variante ausreichend groß. Einziger Nachteil: „Die Kosten sind rund zehn Prozent höher als bei der günstigsten Variante.“

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Bei der Variante vier würde die Halle gänzlich abgesenkt, sodass ohne Flächenverbrauch ausreichend Platz für den Pausenhof da wäre. Bei dieser Variante führte Dr. Hümmer als Nachteile die deutlich höheren Kosten und das fehlende Tageslicht an.

Pause auf dem Dach?

Der Rathauschef betonte, man sei ganz am Anfang des Planungsverfahrens im Bereich der Machbarkeitsstudie. „Mir ist es darum gegangen, zu zeigen, was machbar ist“, so Hümmer. Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach, Erfahrungen mit einem Pausenhof, der auf dem Dach liegt. Er würde sich das gerne auch anhand eines Modells anschauen. Der Oberbürgermeister entgegnete, diese Variante sei machbar. Die Sicherheitsvorschriften müssten eingehalten werden.

Pausenhof hat Priorität

Peter Forster (SPD/Die Linke) begrüßte, dass etwas voran gehe und betonte, das Ganze müsse im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Grundschule Kammer gesehen werden. Wichtig sei ihm, dass kein allzu großer Verlust beim Pausenhof entstehe.

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Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) stellte fest, dass es im Ortskern von Kammer bereits ziemlich eng zugehe, weshalb man die Halle möglichst platzsparend unterbringen müsse. Ebenso mahnte er die Schaffung von Parkplätzen an. „Es wird mit jedem Bau schwieriger“, meinte Hümmer. Man werde sich größte Mühe geben, städtebaulich keinen allzu wuchtigen Baukörper hinzusetzen.

Baubeginn erst ab 2022 realistisch

Simon Steiner (Traunsteiner Liste) setze sich für einen Zweckbau ein, „um nicht Hunderttausende für die Architekten zu verschwenden.“ Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner wollte wissen, ob auch an eine ausreichende Zahl von Fahrradstellplätzen gedacht sei. Und Susanne Deckert (Initiative Traunstein) fragte nach dem zeitlichen Ablauf.

Das Stadtoberhaupt erklärte dazu, im kommenden Jahr wolle man in die Planungsphase einsteigen. Hümmer gehe nicht davon aus, dass 2021 noch mit dem Bau begonnen werde. Wie schnell man in die Bauphase eintreten könne, liege zum einen daran, wie schnell man mit den Debatten im Stadtrat vorankomme. Zum anderen, wie es mit den finanziellen Mitteln bestellt sei. Förderprogramme sollen soweit als möglich ausgeschöpft werden.

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