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Beitritt zum Naturpark abgelehnt

Den zahlreich erschienenen Landwirten war die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben, nachdem der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Beitritt zum angedachten Naturpark Chiemsee-Chiemgauer Alpen mit 13:3 Stimmen abgelehnt hatte. Allein Bürgermeister Georg Schützinger (CSU), Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer (Bürgergruppe) und Waltraud Hübner (CSU) stimmten für den Beschlussvorschlag.

Grabenstätt – Obwohl der Beschluss nur unter der Prämisse gegolten hätte, dass sich mit dem Beitritt keinerlei Einschränkungen oder sonstige rechtliche Konsequenzen für die Landwirtschaft ergeben und vor allem keine neuen Schutzgebiete ausgewiesen werden, waren die meisten Räte vom Gesamtkonzept nicht überzeugt.

Zuvor hatte der Geschäftsführer des Ökomodells Achental, Wolfgang Wimmer, eindringlich für das Naturparkkonzept Chiemsee-Chiemgauer Alpen geworben und dessen Ziele und Vorteile für die ganze Region herausgestellt. Dass einige Gemeinden das Konzept bereits abgelehnt hätten, sei noch kein Problem, da die vorgegebene Naturpark-Mindestgröße gerade einmal bei 20 000 Hektar liege. Bei einem „Zusammenschluss der Willigen“ könnte der Konzept-Entwurf dann entsprechend nachjustiert werden.

„Ich sehe das als Chance, denn es geht um den Erhalt und die Förderung der bäuerlich geprägten Landwirtschaft“, meinte Bürgermeister Georg Schützinger. Die Skepsis der Landwirte sei nicht unbegründet, denn bei der Ausweisung der FFH-Gebiete habe es auch immer geheißen, es gebe keine Einschränkungen und dann seien doch „massive Probleme“ aufgetreten, so Nebenerwerbslandwirt Schützinger. Aber der Landschaftspflegverband und der Verein Ökomodell Achental würden deutlich machen, dass sich solche Initiativen und Projekte auch zu „Erfolgsmodellen“ entwickeln können.

„Für mich ist das ein Pferdefuß für die Landwirtschaft“

„Ich bin da absolut dagegen, ich sehe da keinen Vorteil, für mich ist das ein Pferdefuß für die Landwirtschaft“, meinte Andreas Danzer (FW). „Um unsere schöne Landschaft besser zu bewerben, brauchen wir keinen Naturpark“, schlug Andreas Lukas (FW) in dieselbe Kerbe und warnte vor etwaigen behördlichen Auflagen und Hürden. Doris Biller (FW) verwies auf das „beste Negativbeispiel Hirschauer Bucht“.

Es sei nicht verpflichtend dem Dachverband, dem Verband Deutscher Naturparke e.V. (VDN) beizutreten, betonte Wimmer und erinnerte daran, dass die Mitgliedsgemeinden eines Naturparks Chiemsee-Chiemgauer Alpen selbstbestimmt handeln könnten. Alle Entscheidungen oblägen ausschließlich den beteiligten Kommunen und würden nur vor Ort und für die Region getroffen.

Sanfte Mobilität, Regionalvermarktung und Erhalt und Förderung kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe – das lese sich alles wunderbar, doch die Entwicklung eines solchen Naturpark-Labels und die Umsetzung koste viel Geld und dafür sei das Konzept „noch nicht stimmig genug“, meinte Dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer (CSU). Was die Schaffung einer einheitlichen touristischen Marke für die Region anbelange, müsste zunächst einmal ein gemeinsamer Tourismusverband geschaffen werden, mahnte er an.

Hans Pertl und Roman Metzner (beide CSU) warnten vor dem Einfluss der Naturschutzorganisationen und behördlicher Auflagen. Pertl regte statt eines Naturparks eine Erweiterung des Vereins Ökomodell Achental an. Aus Kostengründen sollte besser auf einen existierenden Verband gesetzt und bestehende Projekte weiterentwickelt werden, waren sich Christian Fellner und auch Franz Kreiler (beide Bürgergruppe) einig.

„Das Ökomodell Achental ist nicht so einfach ausweitbar“

Das erfolgreiche Ökomodell Achental mit seinen neun Mitgliedsgemeinden sei nicht so einfach auf 32 Gemeinden ausweitbar, gab Schützinger zu bedenken.

Eine Lanze für den Naturpark und einen Beitritt Grabenstätts brach Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer (Bürgergruppe): „Das ist eine Chance, die wir probieren sollten. Wenn wir Nein sagen, ist die Chance vertan“. Die Hirschauer Bucht als Naturschutzgebiet sei eine ganz andere Baustelle mit gesetzlichen Vorschriften, bei einem Naturpark gebe es aber keine hoheitlichen Rechte, die den Mitgliedern von oben aufgedrückt werden könnten, so Muggenhamer.

„Mit der Marke Naturpark könnten wir die Tourismuszahlen auch bei uns steigern“, meinte Waltraud Hübner (CSU).

„Wir haben darüber auch in der Vorstandschaft der BBV-Ortsgruppe heiß diskutiert“, verriet Christl Stefanutti (CSU), die als Bäuerin auch „Urlaub auf dem Bauernhof“ anbietet und Zweite Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Grabenstätt ist. „Ich bin ja schon froh, dass ich nicht alleine dastehe“, resümierte Schützinger, das Abstimmungsergebnis bereits vorausahnend. Kurz darauf wurde der Beitritt zum Naturpark mit deutlicher Mehrheit (13:3) abgelehnt. mmü

BEITRITT ZUM NATURPARK ABGELEHNT

GEMEINDERAT GRABENSTÄTT

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