VOR 65 JAHREN GEHEIRATET

Beim Tanz kennengelernt

Ihre eiserne Hochzeit feierten Josefine und Konrad Bergmann.  Wastl
+
Ihre eiserne Hochzeit feierten Josefine und Konrad Bergmann. Wastl

Breitbrunn – Josefine und Konrad Bergmann, ehemaliger „Koniwirt“, konnten bei bester Gesundheit die Tage zusammen einen sehr seltenen Jubeltag feiern: die eiserne Hochzeit. Konrad Bergmann wurde 1931 in das „Weingartnerhäusl“ am Breitbrunner Dorfweiher hineingeboren und wuchs mit seinen Geschwistern in den Kriegsjahren auf.

Bürgermeister Anton Baumgartner reihte sich in die Schar der Gratulanten zum 65. Ehejubiläum ein.

Während seiner Schulzeit teilten sich acht Klassen zwei Schulräume. Um einen vernünftigen Schulabschluss bemüht, scheute er keine Mühen, für den Besuch der achten Klasse „bei jedem Wetter mit dem Radl nach Prien zu fahren“, so Bergmann.

Mit 13 Jahren begann er 1944 eine Schreinerlehre, die er aber nicht fertigmachen konnte, und verdingte sich in der Folge als „Rossknecht“ bei einem Bauern. Nach dem Krieg wurde er als Kellner im Offizierskasino in einem „Rast-Camp“ der amerikanischen Besatzungsmacht zwischen Gstadt und dem Ortsteil Schalchen angeworben. Nach seiner anschließenden Lehre zum „Sagler“, zum Sägewerker, im Breitbrunner Ortsteil Mühlen war er dann bis 1968 Postbeamter in Prien.

Seine „Sephi“ wurde in den „Radlerhof“ von Gstadt hineingeboren und wuchs in einer kinderreichen Bauersfamilie auf. Nach der Schule begann sie eine Lehre als „Naderin“, Näherin, und da habe sie „jeden Tag auf die Fraueninsel rüber müssen“. Einmal trieb sie mit einem „Doppelruderer auf die Weitsee hinaus und wäre dabei fast ertrunken“, so die Jubilarin im Gespräch.

Bei einer Tanzveranstaltung im „Hausgang eines Gstadter Bauernhofes“, bei der Bergmann als Musikant auftrat, lernte „Sephi“ ihren „Koni“ kennen. Und „auf dem Nachhauseweg am Kreuzberg droben hat es dann gefunkt“, so Bergmann schmunzelnd im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Nach der Geburt der beiden Söhne Herbert (1951) und Gerhard (1953) bauten sich Josefine und Konrad Bergmann in Gstadt ein kleines Häuschen. Im Jahre 1968 erwarb er vom damaligen „Nechschuster“ gegen „Handschlag“ ein Breitbrunner Grundstück, obwohl im Nachgang ein weiterer Interessent wesentlich mehr geboten hätte, und baute den späteren „Gasthof Koniwirt“ drauf.

Bekannt als „singender Wirt“ kamen die Besucher noch bis vor einigen Jahren aus dem ganzen Landkreis zu seinen Tanzveranstaltungen. Seiner Feder entstammten unter anderem die Einakter „Breitbrunner G`schichten“ und der „Broatbrunner Plattla“, den er für den verstorbenen Ehrenbürger Sepp Obermeier erdachte.

Sehr erfreut war das Jubelpaar über die schriftlichen Glückwünsche von Bundespräsident Joachim Gauck, Ministerpräsident Horst Seehofer und Kardinal Reinhard Marx. Die Vitalität der Jubilare lässt auf eine lange Gesundheit hoffen. wak

Kommentare