Beeindruckender Blick auf den harten Arbeitsalltag der Bauern und Waldarbeiter

Die neue Sonderausstellung „Holzarbeiter auf Saison in Bayern. Ihr Alltag zu Hause in Tirol“ ist im Holzknechtmuseum Laubau zu sehen.Giesen

Ruhpolding –. Eine besondere Ausstellung ist während dieser Museumssaison im Holzknechtmuseum in der Laubau zu sehen.

Der bei München lebende Künstler Willi Pechtl brachte vor wenigen Monaten sein neuestes Buch „Wanderjahre. Ein Beitrag zur Geschichte der Fotografie im alpinen Raum“ heraus, das Fotos von 1840 bis 1915 zeigt. In dem Album werden vor allem Frauen dargestellt, die Mitte des 19. Jahrhunderts, mit der Fotografenausrüstung ausgestattet, bei ihrer Wanderarbeit in ganz Europa herumkamen.

Aus dieser Sammlung zeigt Pechtl Aufnahmen des Bauernfotografen Josef Schöpf aus dem Pitztal, der selbst mit anderen Holzknechten in verschiedenen Wäldern arbeitete. Schöpf wurde 1886 als fünftes von acht Kindern eines armen Ehepaars geboren.

Im ErstenWeltkrieg gefallen

Mit 29 fiel er im Ersten Weltkrieg bei Janovice, Tschechien. In seinem kurzen Leben arbeitete Schöpf als Flickschuster, Mesner und Fotograf. Er erlernte das Schusterhandwerk, wurde aber 1909 nach Trient zum Militärdienst eingezogen.

Trotz äußerst bescheidener Mittel sind die Fotografien von Schöpf von künstlerischer Qualität, die in das Leben im Pitztal zur damaligen Zeit porträtieren. Der Betrachter erlangt Einblick in das Errichten von Rindenhütten, die Wilderei und die Waldarbeit, die dem Fotografen von Kindesbeinen an vertraut waren.

Während er als Flickschuster auf der Stör unterwegs war, war er als Fahrradreparateur tätig und beschäftigte sich mit elektrischem Licht. Handwerker aller Art begegneten ihm und wurden von ihm in Bildern festgehalten. Auch Kinder, Kellnerinnen und Wirtinnen dokumentierte er mit Witz und Humor. Ein Seh- und Hörvergnügen besonderer Art bietet auch ein eindrucksvolles Video, das eine Holzbringung an einem eisigen Wintertag zeigt. Inge Pechtl nahm das Video vor einiger Zeit auf. Die Präsentation ist bis Ende Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten, täglich von 10 bis 17 Uhr außer montags, zu besuchen. Auskünfte sind unter Telefon 0 86 63/6 39 oder www.holzknechtmuseum.com erhältlich. gi

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