Aus dem Gemeinderat

Bedarf an 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen in Grassau: „Für Förderzusage unter Zeitdruck“

Im BRK-Gebäude am Birkenweg – eigentlich in den Räumen des Grassauer Familientreffs – ist die Übergangskinderkrippe untergebracht.  
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Im BRK-Gebäude am Birkenweg – eigentlich in den Räumen des Grassauer Familientreffs – ist die Übergangskinderkrippe untergebracht.  
  • vonTamara Eder
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„Die Kommunen sind für die rechtzeitige Bereitstellung und den Betrieb von Plätzen in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege zuständig“, schreibt der Gesetzgeber vor. Und: „Zur Feststellung des Bedarfs haben die Gemeinden die Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder zu erheben und den festgestellten Bedarf regelmäßig zu aktualisieren.“ Diese Aufgabe stand jetzt für den Marktgemeinderat Grassau auf der Tagesordnung seiner jüngsten Sitzung.

Grassau – „Wir stehen unter einem gewissen Zeitdruck“, machte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) deutlich. Denn um eine staatliche Förderung für den Neubau des Kindergartens an der Gänsbachstraße (wir berichteten) zu erhalten, müsse der Marktgemeinderat den Bedarf an Kindergartenplätzen festlegen. Dies sei letztmalig vor fünf Jahren erfolgt, betonte der Bürgermeister. Zudem müsse die neue Einrichtung bis bis zum 30. Juni 2022 fertiggestellt sein, um Fördergelder zu bekommen.

Es sei bereits 2017 im Gebäude des Roten Kreuzes (BRK) eine Kinderkrippe als Notgruppe eingerichtet worden, erinnerte Kattari. „Zudem sah es nach den Zahlen im vergangenen Jahr so aus, als müsste dort im Dachgeschoss eine weitere Notgruppe eingerichtet werden.“ Die fehlenden Plätze seien aber nicht mehr nachgefragt worden. Kinder hätten in anderen Betreuungseinrichtungen einen Platz erhalten, sodass der Ausbau des Dachgeschosses vorerst nicht notwendig gewesen sei. „Das ist aber kein Zustand für die Zukunft“, so der Bürgermeister.

So viele Kinder unter 6 gibt es in Grassau

Jetzt liegen der Marktgemeinde nach einer erneuten Abfrage der Betreuungsplatzbelegung sowie der Ermittlung der in Grassau wohnhaften Kinder bis sechs Jahre aktuelle Zahlen vor. Demzufolge leben 186 Kinder unter drei Jahren und 272 drei-bis sechsjährige Kinder in der Gemeinde. Derzeit werden 48 Kinder unter drei Jahren und 213 Kinder bis sechs Jahre in den Grassauer Einrichtungen betreut. 40 Kinder sind in auswärtigen Betreuungseinrichtungen untergebracht. Bis auf zwei sind alle 215 Kindergartenbetreuungsplätze belegt. Freie Kinderkrippenplätze gibt es keine.

Behelfskrippe im BRK-Gebäude bis 2022 befristet

Der Deckungsgrad der Betreuungsplätze liegt bei 55 Prozent. Kattari wies darauf hin, dass die Behelfskrippe im BRK-Gebäude bis 2022 befristet sei. Danach müsse eine dauerhafte Unterbringung der Einrichtung folgen. Zudem sei davon auszugehen, dass der Bedarf an Krippenplätzen, bedingt durch die Lebensverhältnisse und Erwerbstätigkeit beider Elternteile, weiter zunehme. Der Bürgermeister schlug vor, einen weiteren Bedarf für 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen anzumelden.

Dr. Winfried Drost (UGL) erkundigte sich nach dem Kindergartenverbund mit Marquartstein und Übersee. Hierzu informierte Sepp Grießenböck (FW), dass dies lediglich die Pfarrei Grassau als Träger der Kindergärten betreffe. Das Dekanat habe entschieden, zwei Kindergärten in Marquartstein und zwei in Übersee an den Kindergartenverbund Grassau anzuschließen und mitverwalten zu lassen.

Dr. August Trimpl (CSU) verwies auf die rückläufigen Zahlen an Kindern bis drei Jahre und meinte, dass folglich auch die Zahl an Plätzen geringer werden müsse. „Prognosen sind hier sehr schwer“, sagte Kattari, „da die Geburtenzahlen in Grassau schwanken“.

Grassauer Kindergärten sehr gut ausgelastet

Verwaltungsleiter Peter Enzmann betonte, dass die Kindergärten „sehr gut“ ausgelastet seien und auch der starke Zuzug berücksichtigt werden müsse.

Olaf Gruß (SPD) erinnerte, dass ein Rechtsanspruch der Eltern auf Betreuung bestehe. Dr. Trimpl meinte, dass zudem über den Betreuungsschlüssel nachgedacht werden sollte. Weniger Kinder pro Gruppe würde auch ein höheres Defizit bedeuten, das jedoch in Kauf genommen werden sollte. „Es bringt nichts, einen neuen Bau hinzustellen und dann am Personal zu sparen.“ Letztlich entschied der Gemeinderat geschlossen, den Bedarf an weiteren 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen auch unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der Gemeinde anzuerkennen.

BU: Im BRK-Gebäude am Birkenweg – eigentlich in den Räumen des Grassauer Familientreffs – ist die Übergangskinderkrippe untergebracht. Foto Eder

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