MARKTGEMEINDERAT GRASSAU

Bebauungsplan „Oberdorf“ rechtsgültig

Südlich des Kapellenwegs in Grassau wird ein neues Baugebiet mit sieben Parzellen geschaffen.  Archiv Eder
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Südlich des Kapellenwegs in Grassau wird ein neues Baugebiet mit sieben Parzellen geschaffen. Archiv Eder

Mit den Einwänden hinsichtlich des Bebauungsplans „Grassau Oberdorf“ befasste sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Südlich des Kapellenwegs wird ein neues Baugebiet mit sieben Parzellen geschaffen. Vor allem der Abstand der geplanten Bebauung zum bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb stand zur Diskussion.

Grassau – Ein Gutachten mache deutlich, dass sich der landwirtschaftliche Betrieb nicht störend auf die Wohnbebauung auswirke, erklärte Bürgermeister Rudi Jantke. Zudem gehe die Rechtsprechung nicht mehr von der 120-Meter-Regelung aus, nach der eine Bebauung nicht näher an den landwirtschaftlichen Betrieb heranrücken darf.

Entschieden werde nach Einzelfallprüfung.

Durch die Windsituation sei zudem mit keinen schädlichen Einflüssen zu rechnen und selbst bei maximaler Erweiterung des Betriebs werde die heranrückende Bebauung nicht beeinträchtigt, informierte Jantke aus dem Gutachten. Die geplante Verlegung des Fahrsilos würde noch näher an die Wohnbebauung heranrücken. Der Bürgermeister riet „aus nachbarschaftlichen Gründen“ dieses Fahrsilo an anderer Stelle zu errichten.

Doris Noichl (CSU) erklärte, dass die Gemeinde die Standortbestimmung für ein Fahrsilo dem Landwirt überlassen sollte. Er werde sicherlich dort das Silo bauen, wo es für den landwirtschaftlichen Betriebsablauf am günstigsten sei.

Winfried Drost (UGL) meinte, dass sich das Gutachten bezüglich der Windrichtungen auf Annahmen berufe. Auch werde der Landwirt nicht ohne Grund einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Schließlich wisse dieser am besten von den Geruchsimmissionen.

Dem entgegnete Jantke, dass das Gutachten von einem amtlich anerkannten Immissionsschutz-Büro gefertigt wurde und dieses in ihrer Darlegung sogar von dem schlechtesten Fall ausgegangen sei. Zudem hätten die Behörden das Gutachten anerkannt.

Hans Genghammer erkundigte sich, ob der Landwirt mit Problemen zu rechnen habe, wenn sich ein Bauwerber über den Geruch beschwert. Der Landwirt sei abgesichert, so der Bürgermeister. Die gesamte Hoffläche sei nicht beeinträchtigt. Im Falle eines Grundstücksverkaufs einer der sieben Parzellen müssen derartige Immissionen vom Käufer geduldet werden.

Letztlich fasste der Marktgemeinderat bei drei Gegenstimmen den Satzungsbeschluss. Damit ist der Bebauungsplan „Grassau Oberdorf“ nun rechtsgültig. tb

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