Bayernweit 2000 Blutkonserven pro Tag benötigt - Blutspenden trotz Corona im Chiemgau

Beutel mit Vollblut hängenim Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Wiesentheid in der Filtration und werden mit einem Scanner erfasst. Durch die Grippewelle sind die Blutreserven in Deutschland deutlich geschrumpft. Dabei werden täglich in Bayern 2000 Blutkonserven benötigt. Die Haltbarkeit einer Konserve beträgt 42 Tage. dpa
+
Beutel mit Vollblut hängenim Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Wiesentheid in der Filtration und werden mit einem Scanner erfasst. Durch die Grippewelle sind die Blutreserven in Deutschland deutlich geschrumpft. Dabei werden täglich in Bayern 2000 Blutkonserven benötigt. Die Haltbarkeit einer Konserve beträgt 42 Tage. dpa
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
    schließen

Eine Veranstaltungsabsage nach der nächsten gibt es momentan angesichts des Coronavirus‘. Standhaft, weil auch unerlässlich und von Nöten sind aber die Blutspendetermine des BRK. Denn die Versorgung mit Blutkonserven ist unerlässlich. Zu den generell hohen Hygienestandards gibt es zusätzliche Vorkehrungen.

Chiemgau – Und so findet morgen, Donnerstag, in der Grundschule Bernau, Schulplatz 1, von 16 bis 20 Uhr der nächste Termin statt. „Blutkonserven und eine dauerhafte Nachversorgung daran ist unerlässlich“, betont Patric Nohe, Pressesprecher des Blutspendediensts des Bayerischen Roten Kreuzes gemeinnützige GmbH, gegenüber unserer Zeitung.

Erforderlich für Operationen und Transfusionen

Denn: Täglich werden in Bayern rund 2000 Blutspenden für die Versorgung von Verletzten und Kranken benötigt. Deutschlandweit sind es 15 000. „Auch ein perfektes medizinisches Versorgungssystem ist bei schweren Verletzungen und lebensbedrohlichen Krankheiten ohne Blut nicht funktionsfähig. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Krebspatienten sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich“, so Nohe.

Konservenbestand ist bereits rückläufig

Angesichts von Corona gebe es zusätzliche Sicherheits- und Hygienevorschriften. „Generell gilt aber, dass wir die höchsten Standards sowieso hatten“, betont Nohe. Vor dem Eingang müssten Spender ein Formular aussfüllen, würden auf Schnupfen oder Husten befragt und zudem Fieber gemessen. „Ab dann läuft eigentlich alles wie immer, nur dass die Liegen weiter auseinanderstehen und mehr Desinfektionsmittel für die Spender bereitstehen“, schildert der Sprecher. Das Personal kenne sich aus und würde auch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen kommunizieren. Aber: „Es muss Blut gespendet werden. Denn Konserven halten nur 42 Tage. Wir müssen also einen regelmäßigen Nachschub generieren, um den Bedarf zu decken“, so Nohe. Der Blutkonservenbestand sei bereits rückläufig.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Dennoch könne nicht jeder spenden. Klar sein müsse jedem, dass während eines Infekts, Grippe oder auch einem grippalen Infekt das Blutspenden nicht möglich ist. „Wir werden hier außerhalb des Gebäudes schon darauf achten“, betont Nohe. Generell gelte zudem: Wer Antibiotika einnehmen musste, muss ab dem Tag der Genesung beziehungsweise ab dem letzten Tag der Einnahme des Antibiotikums vier Wochen abwarten, „eher wieder Blut spenden kann.“ Statistisch gesehen werde das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. „Jeder Dritte von uns ist mindestens einmal im Leben auf das Blut anderer angewiesen“, so der Sprecher.

Jeder zwischen 18 und 64 Jahren kann spenden

Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. Geburtstag bis einen Tag vor dem 73. Geburtstag. Bei Mehrfachspendern über 68 Jahren erfolgt die Zulassung jedoch nach individueller ärztlicher Beurteilung. Erstspender können bis zum Alter von 64 Jahren Blut spenden.

Lesen Sie auch: Landkreis Traunstein: Deutlich weniger Blutspenden

Bei Erstspendern über 60 Jahren erfolgt die Zulassung jedoch nach individueller ärztlicher Beurteilung. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 55 spendefreien Tagen eingehalten werden, um einem Eisenmangel vorzubeugen. „Die Blutspende an sich dauert selten länger als zehn Minuten“, so Nohe. Für den gesamten Ablauf sollte man ausreichend Zeit einplanen. Erstspender müssen intensiver auf die Blutspende vorbereitet werden, so dauern das Arztgespräch und die Blutspende an sich oftmals etwas länger.

Aus gesetzlichen Gründen muss sich jeder ausweisen. Deshalb ist zu jeder Blutspende ein gültiger Ausweis mit Foto – wie Personalausweis – und der Blutspendeausweis mitzubringen.

Die nächsten Termine im Chiemgau und Umland:

Die nächsten Termine des BRK-Blutspendedienstes sind im Chiemgau und der näheren Umgebung wie folgt oder unter www.blutspendedienst.com zu erfragen:

• Morgen, Donnerstag, Blutspenden in der Grundschule Bernau, Schulplatz 1, 16 bis 20 Uhr,

• Montag, 23. März, Pfarrheim St. Jakob in Bad Endorf, Kirchplatz 3, 15 bis 20 Uhr;

• Freitag, 27. März, Neue Schule Ruhpolding, Branderstraße 7, 16 bis 20 Uhr;

• Montag und Dienstag, 6. und 7. April, BRK-Zentrum Traunstein, Gewerbepark Kaserne 13, 15.30 bis 20 Uhr;

• Donnerstag, 16. April, Schule Seeon, Am Sportplatz 4, 16 bis 20 Uhr;

Kommentare