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MdL Dr. Thomas Goppel als Gastredner beim Traunsteiner Kreisverband des Bayernbundes

"Bayerns Vielfalt Messlatte für Europa"

Mit einem Buch über Chieminger Haus- und Hofgeschichte dankte der Kreisvorsitzende des Bayernbunds Traunstein, Heinrich Wallner (rechts), Dr. Thomas Goppel für dessen Rede beim musikalischen Frühschoppen beim "Oberwirt".  Foto Buthke
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Mit einem Buch über Chieminger Haus- und Hofgeschichte dankte der Kreisvorsitzende des Bayernbunds Traunstein, Heinrich Wallner (rechts), Dr. Thomas Goppel für dessen Rede beim musikalischen Frühschoppen beim "Oberwirt". Foto Buthke

Chieming - Der Kreisverband Traunstein des Bayernbundes veranstaltete im Gasthof "Zur Post Oberwirt" eine Informationsveranstaltung zum Thema "Bayern - Messlatte für Europa". Als Referent konnte kurzfristig MdL Dr. Thomas Goppel, Staatsminister a.D., gewonnen werden, der aus privaten Gründen in der Region weilte.

Der Kreisvorsitzende des Bayernbundes, Heinrich Wallner, verwies darauf, dass der Bayernbund als überparteilicher Zusammenschluss landesverbundener und staatsbewusster Bürger in oder aus Bayern im vergangenen Jahr bereits sein 90-jähriges Bestehen feierte.

Bürgermeister Benno Graf sprach davon, dass Europa gerade jetzt im Zuge der Euro-Krise wieder in aller Munde sei und vor großen Aufgaben stehe. Viele europäische Länder hätten schwer zu tun, "die Messlatte Bayerns zu erreichen".

Eine Lanze für die bayerische Identität und Eigenständigkeit brach Referent Dr. Thomas Goppel, der "die zentrale Lage unseres Landes in der Mitte Europas" als großen Vorteil bezeichnete. Die mittlerweile aus 27 Staaten bestehende EU könne aber nur Erfolg haben, "wenn das Miteinander wie in einem eingespielten Orchester automatisch funktioniere", betonte Goppel mit Hinweis auf seine Funktion als Präsident des Bayerischen Musikrates. Derzeit sei es eher wie auf einem Ozeandampfer auf unruhiger See: "Allen is zum Speibn, aber keiner kann aussteigen." Nur wenn es gelinge, die Menschen für die gemeinsame europäische Sache zu begeistern, "hat dieses Europa eine gute Chance, die anstehenden schwierigen Etappen zu meistern", zeigte sich Goppel überzeugt. Bayerns Vielfalt müsse Europa als Messlatte und Vorbild dienen, so der frühere bayerische Europaminister.

So habe Bayern, in dem bereits 55 Prozent der Bürger Nicht-Bayern seien, in den vergangenen Jahrzehnten durch Zuwanderung unglaublich viel Kraft hinzugewonnen. Im Sinne von "Vernetzung statt Vereinheitlichung" sollten die europäischen Länder an einem Strang ziehen, ihre Kräfte bündeln und dennoch ihre spezifischen Eigenheiten bewahren, so der gebürtige Unterfranke.

"Insbesondere für uns als Grenzregion ist eine funktionierende Europäische Union von größter Bedeutung", betonte Landrat Hermann Steinmaßl und verwies auf die erfolgreiche "EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein". "Das 21. Jahrhundert ist in Europa ein Jahrhundert des Friedens, der Freiheit und der Demokratie, es ist eurer Jahrhundert, macht was draus", wandte sich der "überzeugte Europäer" Steinmaßl abschließend an die anwesende Dorfjugend.

Der CSU-Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner mahnte an, dass Europa nur funktioniere, "wenn man den laufenden Betrieb nicht über Kredite finanziert und sich weiter verschuldet". Die zunehmende Verschuldung sei nicht nur eine große Gefahr für die EU, sondern auch eine schwere Hypothek für die nachkommenden Generationen. Traunstein und Rosenheim sei ein ganz besonderer Ausdruck bayerischer Eigenständigkeit. Für die musikalische Umrahmung des Frühschoppens sorgte eingangs die Chieminger Blasmusik. mmü