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RENOVIERUNGSARBEITEN

Bauernstube des Heimatmuseums in Prien erstrahlt ganz in Blau

Die Wände der Bauernstube sind jetzt blau, nicht mehr weiß.
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Die Wände der Bauernstube sind jetzt blau, nicht mehr weiß.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Weniger ist mehr. Frei nach dieser Redewendung sind einige Räume im Heimatmuseum umgestaltet worden. Denn ein Teil der Exponate, die dort bisher ausgestellt waren, sind im Depot verschwunden. Die Marktgemeinde nutzte die Zwangsschließung, um dringende Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Prien – Es waren die ersten Renovierungsarbeiten seit 40 Jahren, erzählte Museumsleiter Karl J. Aß bei einem Rundgang mit der Chiemgau-Zeitung.

Bei der letzten Renovierung der Wände etwa 1980 waren Schaumstoffmatten gegen die Feuchtigkeit hinter Raufasertapeten verlegt worden. Nachhaltig funktioniert hat das nicht. An einigen Stellen zerbröselte der Schaumstoff und löste die Tapete ab, berichtete Aß.

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Museumsleiter Karl J. Aß mit einem Priener Hut, den jeder Besucher vor dem Spiegel aufsetzen darf.

Jetzt konnten das Bauhof-Team und eine Malerfirma die Wände in mehreren Räumen im Erdgeschoss renovieren. Hinter Tapete und Schaumstoff erlebten sie eine Überraschung. Aß zählte am Ende zum Beispiel in der Bauernstube zwölf Farbschichten an den Wänden – von tiefrot bis marineblau. Letzteres nahmen sich die Renovierer zum Vorbild, die Wände in der guten Stube leuchten jetzt in einem kräftigen Blau.

Auch in anderen Räumem mehr Farbe

Auch andere Räume haben mehr Farbe verpasst bekommen. Dagegen hat der Museumsleiter bei den Exponaten ausgemistet, „um authentischer zu wirken“, erklärt der Hausherr. Dadurch gewinnen die Besucher in den einzelnen Räumen jetzt zeitlich stimmige Eindrücke.

In der sogenannten Austragsstube finden sich jetzt nur noch Gegenstände aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Das Schlafzimmer nebenan vermittelt Eindrücke, wie und in welcher Umgebung die Menschen im 18. Jahrhundert ihre Nächte verbracht haben.

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Wer mag, kann sich das derzeit anschauen. Ohne groß Werbung zu machen hat das Museum am Ostermontag erstmals wieder geöffnet. Auf Werbung habe er verzichtet, denn wer weiß, ob es nicht in ein paar Tagen wieder geschlossen werden müsse, argumentiert Aß. Die Türen stehen ab 14 Uhr offen, Besucher zahlen keinen Eintritt, sondern spenden so viel, wie sie möchten.

Sonderausstellung im Priener Heimatmuseum

Mehrere Räume im Erdgeschoss widmen sich noch einer Sonderausstellung mit Gemälden von Fritz Halberg-Krauss (1874-1951) und Gertruda Gruber (1924-2014). Diese „Kontraste“ hängen schon länger als geplant. ,Mit Sonderausstellungen ist es so eine Sache. 2020 mussten zwei von drei Geplanten ausfallen“, bedauert Aß. Beide sollen nachgeholt werden. Als nächste Schau vorgesehen – zusätzlich zur ständigen Ausstellung mit Werken der Chiemseemaler im ersten Stock – ist eigentlich „Die Frauenwörther“. Sie soll fast auf den Tag genau 100 Jahre nach der ersten Ausstellung auf der Fraueninsel ab 7. Mai den Malern von dort widmen. Ob sie termingerecht eröffnet werden kann, verschoben werden muss oder gar ganz ausfallen, sei derzeit noch völlig offen, sagt der Museumsleiter. Mit Rosemarie Donauer und Christl May habe er zwei findige und erfahrene Helferinnen an der Hand, um diese Ausstellung auch kurzfristig realisieren zu können. Ab Mitte August soll in einer weiteren Sonderausstellung an „Die Welle“ erinnert werden. Die Gründung dieser freien Künstlervereinigung in Prien jährt sich im September zum 100. Mal.

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Wer als Einheimischer länger nicht mehr im Heimatmuseum war, kann einige Neuerungen und Veränderungen entdecken. Immer wieder gestaltet Aß themenbezogene Räume um oder tauscht Gemälde gegen Neuerwerbe aus, denn die umfangreiche Sammlung wird ständig ergänzt. Vor allem Spender machen das finanziell möglich. Stolz ist Aß unter anderem auf einige neu erworbene Werke von Joseph Wopfner oder das „Ave Maria“ von Christian Ruben mit Personen im Ruderboot vor der Kulisse der Fraueninsel, denn es ist das erste bekannte Chiemseebild aus der Mitte der 1830er Jahre. Das Motiv ziert auch verschiedene alte Souvenirs wie Bierdeckel oder Pfeifen, die ebenfalls im Museum zu sehen sind.

Keine Erweiterung geplant

Zwar sind weitere Renovierungsarbeiten im kleinen Umfang geplant, aber für größere Maßnahmen hat die Gemeinde derzeit keinen finanziellen Speilraum. „Große Umbauten oder gar Erweiterungspläne werden aktuell nicht weiterverfolgt“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) auf Anfrage. Für einen möglichen Ausbau hatte die Gemeinde vor Jahren sogar eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen.

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Grundsätzlich betonte das Gemeindeoberhaupt aber die Wichtigkeit des Museums, weil „es auch die Geschichte unseres Ortes abbildet“.

Direkt am Marktplatz untergebracht im ehemaligen Handwerkerhaus „Beim Mayer-paul“ aus dem 14. Jahrhundert bietet das 1913 gegründete „Heimatmuseum“ Einblicke in die Geschichte. Es werden das bäuerliche und bürgerliche Leben sowie das Handwerk mit vielen Exponaten präsentiert. Auch der frühe Tourismus und die Entwicklung des Marktes Prien nach dem Eisenbahnbau ab 1860 werden gezeigt.

Die Dauerausstellung „Historische Galerie der Chiemseemaler“ ermöglicht einen Einblick in zwei Jahrhunderte „Künstlerlandschaft Chiemsee“.

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