Baubeginn für neue Wohnungen in Unterwössen

Baustelle hinterm Rathaus in Unterwössen: Derzeit wird der Untergrund für das Projekt von Lebenshilfe und Maro Genossenschaft aufbereitet. Flug
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Baustelle hinterm Rathaus in Unterwössen: Derzeit wird der Untergrund für das Projekt von Lebenshilfe und Maro Genossenschaft aufbereitet. Flug

Ein neues Bild bietet das Freigelände der ehemaligen Holzhandlung Döllerer hinter dem Rathaus. Dort entsteht ein gemeinsames Projekt von Lebenshilfe und Maro Genossenschaft. Es soll im November 2021 fertig sein.

Von Ludwig Flug

Unterwössen – Mitte März haben im Zentrum von Unterwössen die Arbeiten zur Errichtung des Projektes „Wohnen hinterm Rathaus“ begonnen, einem Gemeinschaftsprojekt der Lebenshilfe Traunstein und der Maro Genossenschaft. Mit schwerem Gerät haben die Unternehmen das Baugelände vorbereitet. Erste Gräben zur Erschließung der Baustelle mit Kanälen, Wasser und Kabel liegen offen und werden zurzeit befüllt.

Fachfirma aus Österreich durfte doch noch einreisen

Besonders eindrucksvoll sind die Arbeiten zur Bodenverbesserung. Um den Untergrund zu stabilisieren, bohrt eine schwere Maschine tiefe Löcher in den Untergrund der geplanten Bodenplatten der Gebäude, die dann im Anschluss im sogenannten „Rüttelstopf-Verfahren“ mit Kies gefüllt werden. Das verfestigt den Boden und erhöht die Tragfähigkeit.

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Die Projektleiterin der Maro Genossenschaft, die Unterwössnerin Sabine Lenk, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Arbeiten gut vorangehen. Das sieht sie heute mit einer gewissen Erleichterung. Die Fachfirma Bernegger für das Rüttelstopfverfahren sitzt in Oberösterreich. Deren Arbeitserlaubnis für Unterwössen war in Corona-Zeiten zuerst fraglich. Doch angesichts der  Dringlichkeit ihrer Vorarbeiten für das Projekt erhielten sie die Einreisegenehmigung.

Lenk geht davon aus, dass – wenn alles planmäßig verläuft – der Erstbezug bereits Ende 2021 über die Bühne geht. Sollte etwas dazwischen kommen, würde sich der Einzug gegebenenfalls auf das erste oder zweite Quartal 2022 verschieben.

Weit weniger gelassen sieht den Zeitplan Annemarie Funke. Die CSU-Bezirksrätin des Bezirks Oberbayern ist Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein. Die Lebenshilfe verwirklicht hinter dem Rathaus den Inklusions-Projektteil „Gemeinsames Wohnen und Beschäftigung“. Sie plant den Erstbezug bereits für November 2021. Es stehe ein gewisser Druck dahinter, weil zugleich ein Mietvertrag für ein Wohnprojekt der Lebenshilfe in Seeon Ende 2021 ausläuft. Deshalb sollen die Bewohner bereits im November in Unterwössen einziehen, die Kochwerkstatt mit dem angeschlossenen Café in Betrieb gehen.

„Da hoffe ich sehr, dass die Arbeiten bis zur Bodenplatte reibungslos abgeschlossen werden“, erklärt Funke, „weil sich nach diesem Bauschritt mehr Spielraum öffnet, zu planen und auf Unwägbarkeiten zu reagieren.“

Unsicherheit bringt das Corona-Virus. Lebenshilfe und Maro sichern sich in der Ausschreibung ab, ob die Unternehmen im Coronafall reagieren können. „Diese Zusagen haben wir und hoffen erst einmal, dass das Virus uns nicht berühren wird“, erklärt Funke.

Bei der Belegung der 29 Plätze im Wohnbereich – darunter vier Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus - setzen wir, die Lebenshilfe, ganz auf unsere Erfahrung“, erklärt Funke. „Das wird ganz gut klappen.“ „Neuland betreten wir mit dem Inklusionsbetrieb der Kochwerkstatt mit dem Café. Der Gedanke bewegt mich schon, dass wir jetzt mit dem für uns neuen Projekt ganz schön in der Krise stecken würden, wenn der Betrieb bereits liefe“, sagt Funke.

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Die Planungen laufen jedoch. Die Förderanträge seien gestellt. „Wir stehen in Kontakt mit den Behörden, die Inklusionsfälle zu regeln. Wir haben Anträge an die Aktion Mensch gestellt und die Zusagen von der Regierung in Oberbayern für den geförderten Wohnungsbau erhalten. So sehen wir jetzt den einzelnen Schritten entgegen und hoffen, dass alles funktioniert.“

20 Interessenten haben sich bereits beworben

Die Maro Genossenschaft freut sich über das Interesse an ihrem Projekt des genossenschaftlichen Wohnens. Die erste Frist für die Bewerbung um Wohnraum ist Ende April ausgelaufen. Bereits 20 Interessenten haben sich beworben. Mitte Mai möchte die Genossenschaft mit der Gemeinde darüber entscheiden, welchen Bewerbern positive Bescheide erteilt werden. Davon unabhängig wünscht sich die Genossenschaft weitere Bewerbungen. Selbst auf einer Warteliste stünden die Chancen gut, weil es immer wieder Veränderungen gebe.

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