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Zähes Ringen um Pflege-Konzepte

Bau für über 100 Senioren in Oberwössen – doch der Bürgermeister ist damit nicht glücklich

Die Visualisierung zeigt, wie das Pflegeheim in Oberwössen aussehen könnte, wenn die Genehmigung dafür erteilt würde. re
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Die Visualisierung zeigt, wie das Pflegeheim in Oberwössen aussehen könnte, wenn die Genehmigung dafür erteilt würde.
  • VonLudwig Flug
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Der Unterwössner Gemeinderat beschäftigt sich mit einem umstrittenem Bauvorhaben für Oberwössen: Drei Unternehmen wollen in der Nähe eines Hochwassergebiets ein Seniorenzentrum bauen. Das Grundstück haben sie schon gekauft. Doch Gemeinde und Landratsamt sind dagegen. Auch, weil die Kommune ein eigenes Konzept plant.

Unterwössen – Mit einem besonderen, aber in Unterwössen nicht unumstrittenem Bauprojekt befasst sich derzeit der Gemeinderat: Dort haben drei Unternehmen einen Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans eingereicht, der sich auf eine Fläche an der Sonnenbichlstraße nahe der B305 bezieht. Geht es nach den Bauwerbern – der Anthojo-Gruppe, der Erl Immobiliengruppe und der Wohnlinie GmbH –, sollen dort bis 2024 in einem Gebäudeensemble 100 Pflegeplätze und 30 Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen. Vor Kurzem erst haben sie mit dem neuen Pflegeheim in der Kaiserblickstraße in Grassau ein ähnlich großes Projekt verwirklicht.

Ambulante Dienste stärken

Auch, wenn Antrag und Vorhaben grundsätzlich Thema im Gemeinderat sein werden, stellt Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) gegenüber der Chiemgau-Zeitung im Vorfeld klar, dass das Projekt in der Kommune umstritten ist. Aus mehreren Gründen: Zum einen sei das Areal hochwassergefährdet. Zum anderen betreibe die Anthojo-Gruppe in Unterwössen bereits ein Heim im ehemaligen Gasthof „Zum Bräu“, welches einst mit Unterstützung der Gemeinde saniert und für diesen Zweck umgestaltet wurde. 70 Bewohner leben laut Anthojo derzeit dort.

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Bis 2025 soll das Haus ersten Informationen zufolge geschlossen werden – wegen zu hoher Auflagen, die nicht in wirtschaftlichem Maß zu erfüllen sind. „Dafür habe ich Verständnis“, räumt Bürgermeister Entfellner ein. Doch als dritten Grund für seine ablehnende Haltung führt er die Vision eines ambulanten Pflegedienstes an, welchen Unterwössen mit mehreren Achentalgemeinden auf die Beine stellen will.

Die Lage des geplanten Heims liegt den Plänen der Bauwerber zufolge außerhalb dem blau gekennzeichneten Hochwassergebiet.

Mit professioneller Hilfe entstehe derzeit ein Arbeitspapier für ein zukunftsfähiges Senioren-Wohnkonzept. „Wir wollen damit den ambulanten Sektor stärken“, sagt Entfellner, und dass der Gemeinde am Herzen liege, gerade einheimische Senioren gut versorgt zu wissen. Seinen Informationen zufolge ist dagegen Betreutes Wohnen auf dem Land eher wenig gefragt. Man wisse zudem, dass im vorhandenen Seniorenheim im ehemaligen Gasthof derzeit nur ein Drittel der Bewohner aus dem Achental käme, der Rest aus dem weiteren Landkreis sowie anderen Teilen Deutschlands.

12.000 Quadratmeter Grund

Die Bauherren des geplanten Seniorenzentrums sehen indes wachsenden Bedarf an Pflegeplätzen. Jenseits des 80. Lebensjahres benötige in der Bundesrepublik fast jeder Zweite einen Pflegeplatz, argumentieren sie unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamts. Entfellners Befürchtung des Areals wegen halten sie dagegen, dass das Baugebiet etwas zurückgesetzt von der Sonnenbichlstraße und damit außerhalb der von Hochwasser gefährdeten Flächen liege. Die Grundstücksfläche ist knapp 12 000 Quadratmeter groß, dass Seniorenheim hat eine Grundfläche von knapp 5 700 Quadratmetern. Das Gebäude für Betreutes Wohnen soll auf 1 800 Quadratmetern entstehen.

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Anthojo rechnet damit, 80 Mitarbeiter dort zu beschäftigen. Zum Bau sollen auch ein zentraler Küchenbereich und eine offene Cafeteria gehören.

Auch das Landratsamt sieht Bau kritisch

Erste Stimmen aus der Reihe der Gemeinderäte – welche vom Thema zunächst in einer nichtöffentlichen Sitzung erfuhren – zeigen kein einheitliches Bild. Informationen unserer Zeitung zufolge hat man sich auf eine Beschlussvorlage geeinigt, wonach man den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans an diesem Standort nicht weiter verfolgen wolle. Laut Gemeinde steht auch das Rosenheimer Landratsamt dem Vorhaben ablehnend gegenüber.

Die Berichterstattung über den Ausgang dieses Tagesordnungspunkts in der aktuellen Gemeinderatssitzung folgt gesondert.

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