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Testphase für Geldautomat ab Ostern 2022

Eine Tour auf die Fraueninsel? Bargeld nicht vergessen

Idylle, Romantik, Kunst, historische Kultur bietet die Fraueninsel reichlich – allerdings bislang kein Bargeld für Insulaner und Gäste.
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Idylle, Romantik, Kunst, historische Kultur bietet die Fraueninsel reichlich – allerdings bislang kein Bargeld für Insulaner und Gäste.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Das Fischerdorf auf der idyllischen Fraueninsel hat viel zu bieten – nur keinen Geldautomaten. Lange schon setzt sich die Gemeinde Chiemsee dafür ein, diesen Zustand zu ändern, bislang ohne Erfolg. Nun kommt aber endlich Bewegung in die Angelegenheit. Denn wie heißt es so schön: Ohne Moos nix los.

Chiemsee – Die Fraueninsel – bekannt als idyllisches und romantisches Kleinod mitten im Bayerischen Meer. Ihre magische Anziehungskraft auf Touristen sorgt während der Saison täglich von morgens bis am späten Nachmittag für eine regelrechte Besucherflut. Dann herrscht wieder Ruhe. Taschen voller Geld sind beim Tripp auf die Insel nicht unbedingt nötig, um einen erlebnisreichen Tag zu genießen. Aber genügend Bares sollte schon im Geldbeutel stecken, denn es gibt in dem Fischerdorf mit Gasthäusern, Cafés, Fischverkauf und Klosterladen keinen Geldautomaten.

Wirt zahlt Geld aus, wenn es eng wird

„Unsere Gäste zahlen vermehrt mit der Karte“, beobachtet zum Beispiel Florian Ebner seit Längerem. Im Schnitt seien es ein Drittel der Besucher, die ihre Zeche im „Königlich bayerischen Gasthaus und Hotel Zur Linde“ bargeldlos begleichen, so der Inhaber im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. „Offenbar ist ihnen nicht klar, dass sie genügend Bargeld beim Inselbesuch mitführen sollten.“

Aus der Not habe er eine Tugend gemacht: „Ich zahle den Gästen auf Wunsch über ein EC-Cash-Gerät Bargeld aus, wenn es für sie eng wird.“

Ebner ist der Hintergrund für die Problematik bekannt, wie er unserer Zeitung sagt. „Für eine Werttransportfirma ist es zu umständlich, solch ein Gerät zu bestücken. Die Anfahrt muss über die Fähre erfolgen, dann geht’s mit Auto über die Insel und zurück.“

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Der Betrieb sei auch nur während der Gäste-Saison interessant und „ob die Insulaner dort Geld ziehen würden, steht doch in den Sternen“. Zudem gehe er davon aus, dass die Banken mit spitzen Stiften rechnen und die Wirtschaftlichkeit einer Aufstellung kritisch sehen, vermutet der Hotelier und Gastwirt.

Das ist wohl nur ein Teil des Problems. Es hat offenbar auch nichts mit dem zunehmenden Trend im ländlichen Raum zu tun, dass mit Bankfilialen auch mehr und mehr Geldautomaten verschwinden.

Banken lehnten bisher dankend ab

„Wir haben es auf der Insel mit Ensemble- und Denkmalschutz zu tun“, erklärt Bürgermeister Armin Krämmer (FWG). Die Gemeinde Chiemsee habe schon in früheren Jahren eine Anfrage an Banken gestellt, ob es für sie vorstellbar sei, einen Ausgabeautomaten auf der Fraueninsel aufzustellen. Daraus sei aber nichts geworden.

„Jetzt gab’s von unserer Seite einen neuen Anlauf mit der positiven Rückmeldung der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG. Sie zeigt sich bereit, noch heuer ein mobiles Gerät aufzustellen“, so Krämmer. „Allerdings mussten wir erst diverse Genehmigungen einholen.“

Behörden gaben grünes Licht

Grünes Licht von den Behörden gab’s für die Beteiligten Ende des vergangenen Monats; „eine dreimonatige Genehmigung für sogenannte Fliegende Bauten“, bestätigt Iven Matheis, Marketing-Leiter der VR-Bank und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Urlaubs- und krankheitsbedingt hätte aber der Dienstleister der Bank den Automaten erst im Laufe des Oktobers aufstellen können.

„Wir wollen das gerne in einer Testphase ausprobieren, aber damit würden wir in den Winter kommen. Deshalb haben wir abgesprochen, uns im März nochmals mit den Gemeindeverantwortlichen zusammenzusetzen und diese Testphase mit allen Bedingungen festzulegen“, so Matheis. „Es geht uns bei dem Projekt nicht um monetäre Vorteile, vielmehr wollen wir der Gemeinde ein verlässlicher Partner sein und auch die Region stützen.“

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Bürgermeister Krämmer ist zuversichtlich. „Nicht nur der Tourismus würde davon profitieren, auch wir Inselbewohner. Derzeit müssen wir nach Gstadt rüber, um Bargeld zu beschaffen, oder nach Breitbrunn oder Prien.“ Umständlich sei dies vor allem für ältere Leute, 46 Bewohner seien über 70.

Krämmer: „Deshalb bin ich so begeistert, dass die Bank gesagt hat, lasst es uns einfach probieren.“

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