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Strecke offiziell eröffnet

Bairisch hören und sehen: Was sich Politik und Beteiligte vom Priener „Mund-ART-Weg“ versprechen

Mit dem Durchschneiden des Bandes eröffnen sie den Priener „Mund-ART-Weg“: (von links) Die Projektbeauftragten Maria Riepertinger und Rosi Hell, Bürgermeister Andreas Friedrich, Prien-Marketing-Chefin Andrea Hübner und Rosenheims Vizelandrat Sepp Hofer.
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Mit dem Durchschneiden des Bandes eröffnen sie den Priener „Mund-ART-Weg“: (von Zweite von links) Die Projektbeauftragten Maria Riepertinger und Rosi Hell, Bürgermeister Andreas Friedrich, Prien-Marketing-Chefin Andrea Hübner und Rosenheims Vizelandrat Sepp Hofer. Das Band halten Kathi und Leni Riepertinger.

Mit großem Aufwand ist im Priener Ortsteil Atzing der dortigen „Mund-ART-Weg“ eröffnet worden. Die Veranstaltung war jedoch kein Selbstzweck, denn von der Strecke nahe des Wanderparkplatzes versprechen sich Politik und Beteiligte einiges.

Von Petra Wagner

Prien – Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen hat Priens Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) feierlich im Beisein des stellvertretenden Landrats Sepp Hofer und weiteren Ehrengästen den neuen „Mund-ART-Weg“ am Wanderparkplatz in Prien-Atzing eröffnet.

„Kein normaler Wanderweg“

Das Rahmenprogramm gestalteten dem Thema entsprechend die Kinder und Jugendlichen des Trachtenvereins „Daxenwinkler“ Atzing: mit Tänzen, Schuhplattlern und Dirndldrahn. Auch der Mundart-Dichter Sepp Obermüller steuerte einige seiner Verserl bei.

Bevor die Verantwortlichen das Band zur Einweihung zerschnitten, hatten die Kinder des Trachtenvereins die einzelnen Sprüche auf den Mund-ART-Tafeln entlang des Weges vorgetragen. Auf den Tafeln selbst ist auch jeweils ein QR-Code zu finden, der zu weiteren Informationen zur Entstehungsgeschichte der Sprüche führt.

In seinem Grußwort erläuterte Priens Rathauschef Andreas Friedrich, warum die Feier zur Eröffnung des rund drei Kilometer langen Rundweges derart groß ausfällt: „Weil er kein normaler Wanderweg ist, sondern ein außerordentliches Projekt der Franziska-Hager-Mittelschule.“ Angeregt durch den Aschauer Touristikleiter Herbert Reiter und dem Lehrer der Praxisklasse, Franz Wagner, hätten sich die Schüler im Rahmen ihres Unterrichts mit Mundart und Dialekt auseinandergesetzt. „Damit das boarisch gesprochene Wort nicht in Vergessenheit gerät“, wie sie meinten.

Wissen zurück ins Gedächtnis rufen

Alle teilnehmenden Gemeinden des Mittelschulverbands hätten sich dabei auf ein Thema konzentriert, die Priener sich wiederum für den Bereich Landwirtschaft entschieden. „Hier bei uns auf dem Land wissen die Kinder noch, woher die Milch und die Eier kommen. Aber bei vielen Städtern ist das leider nicht mehr der Fall“, klagte Bürgermeister Friedrich. Deshalb soll der Weg Spaziergängern dieses Wissen wieder ins Gedächtnis rufen.

Besonders dankte Friedrich den beiden Gemeindebeauftragten des Projekts, Maria Riepertinger und Rosi Hell, die sich mit viel Herzblut eingebracht und insbesondere bei den Grundstückseigentümern am Rande des Weges für deren Einverständnis zum Aufstellen der Schilder geworben hätten.

Etwas Wunderbares geschaffen

Rosenheims stellvertretender Landrat Sepp Hofer überbrachte Glückwünsche vom verhinderten Landrat Otto Lederer. Die Beteiligten hätten mit dem „Mund-ART-Weg“ etwas Wunderbares geschaffen, so Huber. Er sei „bärig“, um es auf „boarisch“ zu sagen. „Wir sind in Bayern, das soll man hören, und nun kann man es auch sehen.“

Viel Lob sprach Hofer Schulleiter Marcus Hübl aus. An dessen Schule dürften sich die Schüler mit „grias di“ und „pfiat di“ auf bairisch begrüßen. Dies zeige eine persönliche Nähe zu den Schülern und helfe, die hiesige Kultur aufrechtzuerhalten.

Lehrerin Andrea Fischer freute sich, so viele Politiker zur Einweihung begrüßen zu können. Dies empfinde sie als große Wertschätzung. „Wenn man weiß, wo man herkommt, weiß man auch, wo man hingehört“, sagte Fischer.

Das Projekt sei auch als Dank an den Mittelschulverband zu verstehen, der die Schule mit allem ausstatte, was sie brauche. Dies gelte nicht für alle Schulen.

Blick in Geschichte und Sprache

Besonders freue sich Fischer über die überregionale Beachtung des Projekts. Die sei gerade für die Mittelschule von enormer Bedeutung, da sie meist dem Gymnasium und den Realschulen hintangestellt werde. „Mit dem Mund-ART-Weg haben unsere Schüler gezeigt, was sie können“, so die Lehrerin mit Stolz.

Im Anschluss segnete Pfarrvikar Gottfried Grengel den Weg sowie alle, die ihn gehen werden. Die Strecke erlaube einen Einblick in die hiesige Geschichte sowie Sprache und führe die Landwirtschaft wieder ins Bewusstsein der Besucher.

Abschließend zeigten Maria Riepertinger und Rosi Hell humoristisch im Duett nochmals die Entstehungsgeschichte in schönstem Bairisch auf. Beide plädierten dafür, der Landwirtschaft mit Respekt zu begegnen und die aufgestellten Regeln in der Natur zu beachten. Ihr Dank galt zudem den Anwohnern, vor deren Häuser die Schilder zum Weg installiert wurden.

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