Vom Bahnhof an den Chiemsee

Der Ringbus hält nun auch am Bahnhof in Bernau. Die Gemeinde und der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) haben die neue Haltestelle in Betrieb genommen. Probehalber schon einmal eingestiegen sind Bürgermeister Philipp Bernhofer (links) und Dietmar Bauer vom RVO.  Foto  pü
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Der Ringbus hält nun auch am Bahnhof in Bernau. Die Gemeinde und der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) haben die neue Haltestelle in Betrieb genommen. Probehalber schon einmal eingestiegen sind Bürgermeister Philipp Bernhofer (links) und Dietmar Bauer vom RVO. Foto pü

Ein Mosaik wächst in Bernau. Steinchen für Steinchen legt die Gemeinde, um sich noch besser als Urlaubsort zu präsentieren und langfristig mehr Gäste in den Ort zu holen.

Einen weiteren Schritt hat sie dieser Tage unternommen: Auf ihr Betreiben hält der Chiemsee-Ringbus nun an einer fünften Stelle in Bernau: am Bahnhof. Damit ermöglicht sie nun Radfahrern und Wanderern, die mit dem Zug nach Bernau reisen, in den Bus umzusteigen und an einem Ort ihrer Wahl eine Tour zu beginnen.

Bernau - Zusammen mit dem Regoinalverkehr Oberbayern (RVO), dem Betreiber des Ringbusses, nahm die Gemeinde die neue Haltestelle in Bernau in Betrieb. Bürgermeister Philipp Bernhofer freute sich, dass der "wunderschöne Bus" nun auch am Bahnhof stehen bleibe. Alle hätten an einem Strang gezogen, um nun auch eine Anbindung der Linie an die Eisenbahn herzustellen. Der Bürgermeister hoffte, dass nun noch mehr Gäste nach Bernau kommen. Der Ringbus sei ein "sehr attraktives Angebot".

Es richtet sich nicht nur, aber vor allem auch an die Gäste in Bernau. Und die Gemeinde legt ihnen das Einsteigen nahe: Wer eine Kurkarte besitzt, muss nichts bezahlen, wenn er auf eine Reise am oder um das Bayerische Meer geht. Einheimische erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Wer das Fahrrad mitnehmen will - der Bus ist stets mit Anhänger unterwegs -, muss einen kleinen Obolus entrichten.

Am Tag dreimal gegen und zweimal im Uhrzeigersinn fahren die Busse um den Chiemsee. Und jedesmal wenn einer von ihnen nach Bernau kommt, hält er nun auch am Bahnhof: das erste Mal um 9.27 Uhr, ehe er dann in Richtung Grassau und Übersee weiterfährt, das zweite Mal um 9.49 Uhr, wenn er in der Gegenrichtung um den See unterwegs ist. Letztmals am Tag hält der Ringbus um 16.27 Uhr am Bahnhof - die Fahrt geht dann Richtung Grassau.

Fünf Haltestellen liegen nun in der Gemeinde Bernau: Einsteigen kann man - der Reihe nach betrachtet, wenn der Bus seine Runde um das Bayerische Meer gegen den Uhrzeigersinn macht - in Weisham und in Felden sowie in Bernau am Bahnhof, am Minigolfplatz und in Farbing. Jeweils behindertengerecht ausgebaut sind die Zusteigemöglichkeiten in Weisham und in Farbing.

Der Ringbus ist ein Angebot, das die Gemeinden und die Landkreise Rosenheim und Traunstein tragen. Auch wenn die Fahrgastzahlen steigen, von allein finanziert sich die Linie nicht. Betreiber ist der Regionalverkehr Oberbayern. Vom Frühjahr bis zum Herbst dreht der Ringbus Jahr für Jahr seine Runden um den Chiemsee. Vor wenigen Tagen startete er in die neue Saison (wir berichteten). Im Unterschied zum letzten Jahr fahren die Busse um den See heuer drei Wochen länger - und zwar bis in den Oktober hinein. "Die Gemeinden nehmen mehr Geld in die Hand", sagte Bernhofer.

Gemeinde will Bahnhof aufwerten

Nicht von ungefähr hatte sich Bernau bemüht, gerade am Bahnhaltepunkt eine weitere Zusteigemöglichkeit in den Ringbus zu schaffen. Die Kommune sei bestrebt, so der Bürgermeister, den Bahnhof aufzuwerten, damit künftig noch mehr Zugreisende in Bernau aussteigen.

Die Gemeinde verfüge über eine "geografisch einmalige Lage" zwischen Bergen und einem See. "Wir streben einen Tourismus mit hoher Qualität an", betonte Bernhofer. Und mit der neuen Haltestelle könne man nun ein "Komplettpaket" für den Zugreisenden schnüren: Wenn ein Radfahrer - mit oder ohne Stahlross, das er sich auch in Bernau ausleihen kann - oder ein Wanderer in Bernau aussteigt, dann gibt es für ihn laut Bernhofer ein "Weiterkommen in die Berge oder zum See".

Radfahrer können sich in Bernau zum Beispiel auf den Chiemseerundweg begeben. Und Wanderer können sich von hier nun auch auf große Tour begeben. So führt der neue Salzalpensteig über Bernau. Und die Gemeinde will das Angebot weiter ausweiten: Auch einer neuen Trendsportart möchte sie eine Heimstätte geben: Bernau setze sich zum Ziel, so Bernhofer, ein "Mekka" für das "Stand Up Paddling", das Paddeln im Stehen, zu werden.

"Wir sind bemüht, unser Angebot stetig zu verbessern", sagte Dietmar Bauer vom RVO. Die neue Haltestelle am Bahnhof in Bernau sei vom Ringbus nicht zuletzt auch gut anzufahren - Wendemöglichkeit inbegriffen.

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