Aus dem Gemeinderat

Bahnbrücke über Berghamer Ache in Bernau: Die Sanierung drängt

Die Bahnbrücke über die Berghamer Ache gehört dringend saniert. Das betrifft auch den darunter hindurch führenden Geh- und Radweg, der in seinen Ausmaßen heute nicht mehr zulässig ist.
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Die Bahnbrücke über die Berghamer Ache gehört dringend saniert. Das betrifft auch den darunter hindurch führenden Geh- und Radweg, der in seinen Ausmaßen heute nicht mehr zulässig ist.
  • vonElisabeth Kirchner
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Bahn-Ingenieure haben den Gemeinderat Bernau über den kritischen Zustand der Brücke über die Berghamer Ache informiert. Brücke und Radweg darunter gehören dringend erneuert und in ihrer Bauweise auf den aktuellen Stand gebracht werden. Was das kosten wird, ist noch völlig unklar.

Bernau– Der Geh- und Radweg unter der 161 Jahre alten Bahnbrücke über die Berghamer Ache soll prinzipiell erhalten bleiben – so der Tenor nach einer langen, teils hitzig geführten Debatte bei der jüngsten Sitzung im Bernauer Rathaus. Miteinander diskutierten Gemeinderat und die beiden Vertreter der Deutschen Bahn, Laura Del Guercio und Gerald Morak.

So soll das bestehende Bauwerk von 1859 abgebrochen und durch den Neubau einer Eisenbahnüberführung ersetzt werden, und das in den kommenden fünf Jahren, so Del Guercio.

Fußweg ist nicht auf dem neuesten Stand

Die Stahlbrücke sei ein Element der zweigleisigen Bahnstrecke 5703 und somit Teil einer wichtigen Hauptverkehrsader, ist aber inzwischen als „dringend erneuerungsbedürftig“ eingestuft. Der Fußweg unter der Brücke stammt von 1946 und ist stark frequentiert.

Mit einer Weite von 1,4 Metern und einer Höhe von 1,75 Metern ist er heute nicht mehr zulässig, argumentierte die Projektingenieurin, zudem sei er bei Hochwasser überflutet. Mit der neuen Planung, erstellt durch das SSF Ingenieursbüro und in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt, werde ein ausreichender Abflussquerschnitt für die Bernauer Ache berücksichtigt. Der Fußweg soll in Zukunft 2,25 Meter hoch und 1,5 bis zwei Meter breit sein und in einer Wanne ausgebildet werden.

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In einer Beispielsrechnung zeigte Del Guercio auf, dass auf eine andere Gemeinde bei einem ähnlichen Projekt ein Ablösebetrag von gut 300 000 Euro zugekommen sei. Die Bahn habe sich bei dem betreffenden Projekt mit 51,47 Prozent und die Gemeinde als Strassenbaulastträger mit 48,53 Prozent beteiligt. Auf Nachfragen Sascha Kleins (WMG) betonte Del Guercio, dass der Gehweg nach geltendem Baurecht erstelltwerden müsse.

Gemeinde entscheidet über neuen Fußweg

Matthias Vieweger hakte bei der Konstruktion nach. Die Brücke werde, so Del Guercio, nicht mehr Stahl auf Beton sein, sondern mit Schotter aufgefüllt werden. Die Breite richte sich danach, ob ein unterführender Fußweg eingerichtet werden soll oder nicht. Darüber soll Bernau selbst entscheiden.

Peter Steindlmüller (CSU) sah eine Abwägung ohne genaue Kostenangaben als schwierig an, ähnlich äußerte sich auch Katrin Hofherr (SPD). Franz Schnaiter (CSU) meinte, dass der Bauherr die Planungskosten bei der Vorplanung zahlen solle. DB-Projektleiter Gerald Morak verwies auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG), das die Handhabung, den Bau und die Finanzierung von Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen regelt und welches hier greife.

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Weniger Lärm für die Anwohner

„Das Planungsbüro kann, wenn es der Gemeinderat wünscht, die Brücke mit und ohne Geh- und Radweg planen. Denn erst mit Kostenschätzungen aus der Vorplanung können die Gemeinde Fördermittel beantragen“, argumentierte Morak weiter. Severin Ohlert (Grüne) fragte nach der Dringlichkeit der Brückensanierung und der Baudauer. Es sei tatsächlich eine dringliche Maßnahme, so Morak, eine Inbetriebnahme sei 2024, „spätestens 2026“ geplant.

Der Bau werde rund ein Jahr beanspruchen. Michaela Leidel (BL) hakte nach, ob die neue Brücke für die lärmgeplagten Anwohner Verbesserungen bringe, was Del Guercio bejahte. Georg Bauer (BL) warnte vor Hochwasser trotz der vorgesehenen Wanne.

Eine Tunnellösung ist nicht einfach

Peter Pertl (CSU) schlug eine Tunnellösung außerhalb des Fundaments für den Fuß- und Radweg vor, „eine nicht einfach umzusetzende Variante“, so Del Guercio.

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) fasste die Meinungen zusammen. Der Erhalt des Geh- und Radwegs sei den Räten wichtig, aber ohne Kostenschätzungen sei es schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Projektleiter Moral bat dennoch das Gremium, sich binnen zwei, drei Wochen zu entscheiden. Dem werde man nachkommen, versprach Biebl-Daiber. In der nächsten Gemeinderatssitzung Ende Oktober werde man das Thema erneut auf den Tisch bringen.

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