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Neue Anreize für Fahrgäste schaffen

Regionales Verkehrsprojekt: Bahn frei für den CH X in Rimsting

Die Bahngleise auf der Strecke zwischen Rimsting und Prien: Geht es nach den Initiatoren des „Chiemgau Express“ könnte hier künftig ein kleiner Personenzug den Verkehr entlasten und Pendlern das Leben erleichtern.
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Die Bahngleise auf der Strecke zwischen Rimsting und Prien: Geht es nach den Initiatoren des „Chiemgau Express“ könnte hier künftig ein kleiner Personenzug den Verkehr entlasten und Pendlern das Leben erleichtern.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Wenn das der „Kini“ wüsste! Eines schönen Tages könnte nämlich wieder ein Zug in Rimsting halten, so wie einst zwischen 1881 und 1886, als Ludwig II. von Bayern den Rimstinger Bahnhof errichten ließ, um bequem die Baustelle seines Schlosses auf der Herreninsel inspizieren zu können.

Rimsting – Nach seinem Tod war der Bahnhof verwaist, bis er 1895 wieder belebt wurde. 1981 stoppte zum letzten Mal ein Personenzug in der Chiemgau-Gemeinde. 40 Jahre später macht in der Region die Idee vom „Chiemgau Express“ die Runde. Ein kleiner Regionalzug mit vielleicht vier Waggons, der Aschau, Prien, Bad Endorf und Rimsting verbinden soll und mit dem man via Krottenmühl am Simssee Rosenheim erreichen könnte: Das ist die Vision mehrerer regionaler Initiativen, – darunter Pro Bahn e.V. und der Grünen-Ortsverband Rimsting – die auf dieser Strecke den „CH X“ installieren wollen. In Rimsting stößt dieses Vorhaben auf offene Ohren, wenn es sich dabei auch noch um Zukunftsmusik handelt.

„Die Initiatoren planen einen Halt in Rimsting“, bestätigt Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU). Um einen richtigen Bahnhof werde es sich dabei allerdings nicht handeln, erläutert er, und den bestehenden Bahnhof könne man dafür nicht reaktivieren, er befände sich ja längst im Privatbesitz.

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„Man muss sich eher einen einfachen, kurzen Bahnsteig am Gleis vorstellen“, erklärt Stefan Busemann. Er ist verkehrspolitischer Sprecher der Rimstinger Grünen und Teil des Initiatorenkreises. „In Rimsting käme nur dort ein Halt in Frage, wo die Böschung nicht so steil abfällt. Möglich wäre auch ein sogenannter versenkter Bahnsteig.“ Barrierefrei müsste der Zustieg sein, as Ganze vom Typ ähnlich einer S-Bahnstation, ohne Gebäude. „Gut wäre es, wenn noch eine Bushaltestelle hinzukommt.“

Er schätzt, dass so ein Bahnsteig einige Hunderttausend Euro kosten könnte. Finanziell müsste dafür nicht die Gemeinde aufkommen. In erster Linie wären für den CH X das Bayerische Verkehrsministerium und die Bayerische Eisenbahngesellschaft zuständig. „Wir sind nur die Ideengeber“, sagt Busemann. Ausgearbeitet haben diese dennoch zahlreiche, wichtige Details. Die Taktung zum Beispiel. Denn durch Rimsting brausen täglich der Intercity, der Meridian, Güterzüge, der Railjet, und ab Dezember auch die Westbahn, ein neuer Anbieter auf der Strecke München-Salzburg. Da muss der CH X irgendwie reinpassen, und zwar so, dass seine Abfahrtszeiten auch mit denen der umliegenden Bahnhöfe und dem Rimstinger Busplan („Busse warten nicht auf den Zug“) zusammenpassen.

Erst Anfang nächstens Jahres Thema im Gemeinderat Rimsting

Dass der Rimstinger Öffentliche Nahverkehr mit dem CH X aufgewertet werden könnte, gefällt Gemeindeoberhaupt Andreas Fenzl. Zumal sowieso ein Verkehrskonzept erarbeitet werden soll. Vor wenigen Tagen habe er sich mit den Beteiligten zu einem Gespräch getroffen. Spruchreif im Gemeinderat sei das Thema aber nicht vor Janaur oder Februar 2022.

Busemann spricht dafür schon jetzt von den vielen Vorteilen, des CH X für die Menschen in der Region und in Rimsting. Die rund 160 Pendler, die laut einer Analyse täglich von Rimsting nach Rosenheim mit dem Auto fahren, hätten zum Beispiel etwas davon.

Viele Profiteure zu erwarten

Zu den Berufspendlern gehört auch Busemann selbst, nur dass er dafür bis dato erst nach Prien oder Endorf radelt, um dort in den Zug zu steigen. Das Wechseln der Transportmittel und der Weg zum nächsten Bahnhof entfiele mit dem CH X.

Insgesamt, meint Busemann, sei die Zeit gerade günstig für ein neues Bahn-Projekt. Vollelektrisch oder im Hybrid-Antrieb (Strom und Batterie) käme man vom verpönten Diesel weg. Touristen könnten mit dem CH X im Urlaub auf das Auto verzichten.

Nun sollen die Gemeinden sensibilisiert werden. Letzten Endes müssten die Kommunen einen entsprechenden Antrag ans Verkehrsministerium stellen. „Wir hoffen auf die Unterstützung unseres Landrats“, so Busemann. Otto Lederer habe positiv beim ersten Kontakt reagiert.

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