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Überseer Gemeinderat fordert mehr Fakten

Bahn dampft Lärmschutz-Angebot in Übersee ein

Wann, ob und welcher Lärmschutz an den Gleisen in Übersee umgesetzt werden soll, diese Entscheidung steht noch aus.
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Wann, ob und welcher Lärmschutz an den Gleisen in Übersee umgesetzt werden soll, diese Entscheidung steht noch aus.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Eine drei Meter hohe Lärmschutzwand direkt vor dem eigenen Grundstück? Auf diese Aussicht können die direkten Überseer Anwohner gerne verzichten. Andererseits wäre das der Schutz vor dem Lärm. Keine leichte Entscheidung für den Gemeinderat.

Übersee – Das Angebot der Deutschen Bahn AG für Lärmschutz entlang der Gleise in Übersee ist ordentlich geschrumpft. Von einer ursprünglich 1,6 Kilometer langen Wand auf beiden sind nurmehr 300 Meter entlang des Bahnweges vom Bahnweg 1 bis zum Edeka-Markt auf einer Seite übrig geblieben. Der Überseer Gemeinderat stellte in seiner jüngsten Sitzung die endgültige Entscheidung zurück und will nähere Informationen zu den Hintergründen. Unterdessen ist klar: Die Mehrheit der aktuell direkt betroffenen Anwohner ist sowieso gegen die Wand.

Flüsterleise Bremsen reduzieren Angebot

Die Bahn hatte laut Sachvorlage ihre Entscheidung damit begründet, dass die Züge auf sogenannte flüsterleise Bremsen umrüstet. Damit seien nurmehr besagte 300 Meter Lärmschutzwand förderfähig. Der Gemeinde Übersee entstünden keine Kosten.

Eine niedrigere Wand als drei Meter würde vom Bund nicht bezahlt werden. Die Lärmschutzwand könnte bis zum Jahr 2028 umgesetzt werden, dafür ist allerdings die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich. Grundsätzlich dürfen die Züge mit bis zu 140 Stundenkilometer durch Übersee fahren.

Bei passiven Maßnahmen wie Lärmschutzfenstern übernehme der Bund 75 Prozent der Sanierungskosten, den Rest müssen die Hauseigentümer selbst tragen. Dies ist wie die Lärmschutzwand ein freiwilliges Angebot, die Bahn komme auf die Eigentümer zu.

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Gegen eine solche massive Wand sprach sich Peter Weiß (CSU) aus: „Dann sehen die Anlieger ja gar nichts mehr.“ Paul Stephl (FBL) war auf jeden Fall für einen beidseitigen Schallschutz: „Der von der Bahn vorgeschlagene einseitige Lärmschutz bringt doch nichts.“ Marco Ehrenleitner (CSU) bewertete eine Drei-Meter-Wand optisch als häßlich.

Anton Stefanutti (Die Grünen) sah noch Verhandlungsspielräume mit der Bahn hinsichtlich des Materials, der Gestaltung der Wand und eines beidseitigen Lärmschutzes. Wolfgang Hofmann (BP) fand, dass die Gemeinde für die Gesundheit der Bürger sorgen sollte und daher der Lärmschutz die höchste Priorität haben müsse.

Hans Thullner (Die Grünen) und Hans Schönberger (FBL) rieten von einer Ab-lehnung der Lärmschutzwand ab, „da man dann eine Verhandlungstür zu-schlägt“. Thullner plädierte vorerst für eine Zurückstellung des Tagesordnungspunktes.

Bürgermeister Herberst Struch (FBL) erklärte im Nachgang auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, dass der Punkt spätestens übernächste Sitzung erneut auf die Tagesordnung gesetzt wird. Bis dahin wolle die Gemeinde von der Bahn erfrage, warum die Lärmschutzwand so drastisch reduziert worden sei. Ursprünglich wäre sie fast durch den gesamten Ort auf beiden Seiten des Gleises vorgesehen gewesen.

Er weist aber auch darauf hin, dass die Mehrheit der direkten Anlieger die Wand ablehne. Ein gewichtiger Punkt, wie er findet. Sie hatten sich in einem Schreiben an die Gemeinde gewandt. Anders sei die Stimmung bei den Anwohnern „in der zweiten Reihe“, wie aus einer Umfrage aus dem Jahr 2019 ersichtlich ist. „Allerdings haben sie die Wand auch nicht direkt vor der Nase“, argumentiert Strauch.

Vom Lärmschutz her wirke sich die Wand dort sowieso nicht mehr aus, das sei aus dem Diagramm ersichtlich.

Für die Hinterlieger hat es dennoch Auswirkungen, ob eine Lärmschutzwand gebaut wird oder nicht. Denn davon hängt ab, wann Schallschutzfenster eingebaut werden können. Der passive Lärmschutz wird nämlich erst angegangen, wenn die Lärmschutzwand steht. Dann würden Messungen durchgeführt. Und anhand der Ergebnisse Angebote an jene Hausbesitzer gemacht, bei denen noch Lärmwerte überschritten werden. Zum Hintergrund: Die im Moment vorliegenden Werte sind auf Grundlage eines Geländemodells berechnet worden.

Sollte der Überseer Gemeinderat die Lärmschutzwand ablehnen, könnte mit den passiven Maßnahmen gestartet werden, sobald der Zuwendungsbescheid vorliegt, so die Auskunft in der Sachvorlage im Gemeinderat. Bürgermeister Strauch geht davon aus, dass dies schon nächstes Jahr der Fall sein könnte.

Bahnmitarbeiter soll im Rat berichten

Am Ende konnten sich in der Gemeinderatssitzung 17 Gemeinderäte grundsätzlich Lärmschutzmaßnahmen im Sinne der Bahn vorstellen, zwei sprachen sich dagegen aus. Darüber hinaus verlangte das Gremium den Tagesordnungspunkt noch einmal zu erörtern – und zwar in Anwesenheit eines Bahnmitarbeiters.

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