STURM

Bäume auf Wohnmobil und Auto

Umgeknickte und entwurzelte Bäume musste die Priener Feuerwehr in der Nacht auf Samstag zerlegen, um Straßen wieder passierbar zu machen. Feuerwehr Prien/Maxi Reh
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Umgeknickte und entwurzelte Bäume musste die Priener Feuerwehr in der Nacht auf Samstag zerlegen, um Straßen wieder passierbar zu machen. Feuerwehr Prien/Maxi Reh

Der heftige Sturm am Freitag Abend hat auch viele Bewohner und Urlauber in Prien überrascht. Verletzt wurde nach Informationen der Chiemgau-Zeitung niemand, obwohl Bäume auf ein Wohnmobil und ein Auto krachten. Die Feuerwehr war elf Stunden mit 40 Mann und zehn Fahrzeugen bei 35 Einsätzen unterwegs.

Prien – Die Windgeschwindigkeiten waren so nicht vorhergesagt worden. In vielen Gärten und auf Balkonen versuchten die Bewohner gegen 21.45 Uhr, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit zu bringen. Für die Feuerwehr begann die Nacht mit zwei Feueralarmen in einer Klinik und einem Altenheim, die sich aber als Fehlalarme herausstellten, berichtete Kommandant Stefan Pfliegl im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Zwischen Prien und Weisham musste ein Zug evakuiert werden, der auf der Fahrt in Richtung Salzburg liegengeblieben war, als der Strom der Oberleitung ausfiel. 150 Reisende mussten geborgen werden. Weil ein Großteil der Busunternehmen schon zur Evakuierung des Chiemsee Summers in Übersee und des Echelon-Festivals in Bad Aibling (siehe Berichte im Regionalteil) abkommandiert war, musste die Wehr zunächst über private Kontakte Busunternehmen aus Prien und Umgebung ausfindig machen, die noch Kapazitäten frei hatten, um die gestrandeten Bahnreisenden in Bahnhöfe zu bringen.

Weil die Priener Wehr in ihrem Fuhrpark Fahrzeuge mit größeren Ladekapazitäten hat als andere Wehren, wurde sie später in der Nacht auch noch zu Hilfe gerufen, um Feldbetten zunächst nach Bad Aibling für evakuierte Besucher des Echelon-Festivals und später dann von Prutting nach Bad Endorf zu bringen. Dort war ein weiterer Zug liegengeblieben und die Passagiere wurden in einer Turnhalle versorgt.

Zwischendurch musste die Priener Wehr noch kurzfristig aushelfen, um einen Patienten erstzuversorgen und zu reanimieren, bis Notarzt und Sanitäter eintrafen.

Der heftige Sturm knickte auch zahlreiche große Bäume um und entwurzelte einige sogar. Am Panorama-Campingplatz in Harras fiel ein Baum auf ein Wohnmobil. Die Besitzer kamen mit dem Schrecken davon, der Sachschaden hielt sich in Grenzen. Ein zweiter großer Baum in der Anlage, der entwurzelt wurde, blieb Gott sei Dank in einem anderen Baum hängen und konnte zerlegt werden, ohne Schaden angerichtet zu haben. Die Camper trugen auch die Schäden an einigen Zelten mit Fassung, Betreiber Klaus Ritzinger war am Samstag- mittag schon wieder guter Dinge.

Noch in der Nacht musste die Wehr einige Bäume zerlegen und abtransportieren, die Straßen blockierten. Betroffen war Pfliegl zufolge unter anderem auch die Bernauer Straße. Im Birkenweg krachte ein Baum auf ein geparktes Auto, zerschlug die Windschutzscheibe und einen Frontscheinwerfer.

Aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde bis weit in den Samstag der Fußweg an den Gleisen der Chiemseebahn zwischen Eschen- und Birkenweg, weil dort mehrere Bäume umgeknickt waren und erst zerlegt werden mussten. Um 4.30 Uhr konnten die Feuerwehrler nach Hause – aber nur kurz. Denn als es um 7 Uhr hell geworden war, wurden weitere Schäden sichtbar. Wieder rückte die Wehr aus, um Bäume zu zerlegen und wegzuräumen, die umzustürzen drohten. Auch die Mannschaft des Bauhofs rückte am Morgen mit Unterstützung von Landwirten mit passenden Gerätschaften aus, die Straßen, Rad- und Gehwege zu reinigen, die stellenweise von Ästen übersät waren. An vielen Stellen mussten dicke Äste und Stämme zum Abtransport auf Hänger geladen werden.

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